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Züchter mit Händchen für die Königsdisziplin: Dr. Hubertus Schmidtlein verkauft sein „Gestüt Heidekaten“

(sls) Trakehner-Wallach Raumalpha, Vice-Bundeschampion der 6-jährigen Deutschen Vielseitigkeitspferde und Starter bei den Weltreiterspielen 2014 in Frankreich, oder First Flight Alliance und First Flight´s Beauty, die auf internationalem Vielseitigkeitsniveau erfolgreich sind, um nur drei der vielen zu nennen – Dr. Hubertus Schmidtlein hat sich als Züchter in der Buschszene einen Namen gemacht. Laut seines Credos „blutgeprägte Athleten mit Mut und Geist, die alles anpacken“, hat Schmidtlein gezielt Vielseitigkeitspferde auf Trakehner Basis gezüchtet.

Der Sohn eines schlesischen Bauern aus dem Kreis Brieg hatte von Kindheit an einen besonderen Draht zu Pferden. „Sie waren meine Spielkameraden, gaben mir Sicherheit und Selbstvertrauen. Die Pferde dienten mir sozusagen als Klettergerüst meines Mutes“, lacht Dr. Hubertus Schmidtlein.

Nach Verlust der eigenen Heimat mit 9 Jahren, entschloss er sich nach dem Abitur für ein Studium der Luft- und Raumfahrt in Darmstadt. Anschließend entwickelte er sich in mehreren Teilfirmen der Europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie, was mit vielen Ortswechseln verbunden war. Eine seiner vielen Stationen war Buxtehude. Dort wohnte Hubertus Schmidtlein mit seiner Ehefrau Beate und ihrem Sohn Martin Kessler zusammen.

Zukunftsweisende Begegnungen:
„Im Reitstall von Heike Borstelmann lernten wir zwei begnadete Pferdeidealisten kennen.
Andreas Dibowski gab unserem Sohn Martin, auf der von mir selbst gezogenen Radschendra, Reitunterricht für Vielseitigkeit. Martin wurde mit Radschendra unter der Förderung von Andreas Niedersachsenmeister bei den Jungen Reitern und platzierte sich bei den Deutschen Meisterschaften, was ihm das Ticket für die Europameisterschaft einbrachte. Und auch Fritz Butt tauchte regelmäßig am Stall Borstelmann auf, um Andreas eines seiner Zuchtprodukte zum Ausprobieren zu bringen“, erinnert sich Dr. Hubertus Schmidtlein.

Aufgrund der fruchtbaren und inspirierenden Gespräche mit Dibowski und Butt, formte sich in dieser Zeit sein zukünftiges Zuchtprogramm für Vielseitigkeitspferde. „Ich wollte nicht den praktisch reinen Vollblüter züchten, sondern wegen der gestiegenen Anforderungen an Rittigkeit und Kraft im Vielseitigkeitssport, Mischungen zwischen Warmblut und Spezialblut erzeugen“, betont Schmidtlein und fügt hinzu: „Nur die Leidenschaft für die Königsdisziplin und ein sehr überlegtes Vorgehen ließen dieses auch gerade finanzielle Wagnis beherrschbar werden“.

Der Traum geht in Erfüllung:
Zusammen mit Ehefrau Beate riskierte Hubertus Schmidtlein den Sprung in die neuen Bundesländer und erfüllte sich seinen Traum für die eigene, erfolgreiche Pferdezucht mit dem Bau einer modernen Anlage, dem Gestüt Heidekaten. Beate machte als gelernte Bänkerin nun eine Ausbildung zur Pferdewirtschaftsmeisterin, um die Mitarbeiter des heimischen Betriebs zu führen. Hubertus gründete mit 14 Freunden den Verein Projekt Nurmi e.V., dessen Vorsitz er jetzt nach 13 Jahren in Dirk Kiewalds Hände übergeben hat.

Unter Mithilfe des Trakehner Zuchtleiters Lars Gehrmann und des damaligen Nationaltrainers für Vielseitigkeit, Martin Plewa, sowie der Beamten des Landes Mecklenburg-Vorpommern, wurde eine Spezialprüfung für drei- und vierjährige Stuten geformt (Projekt-Nurmi-Prüfung), die jährlich bei Roland Cillwik in Valluhn stattfand.

„Nun hatten wir eine objektive Methode, um unsere zukünftigen Zuchtstuten gezielt zu selektieren. Durch Elmar Leschs Auktion und die späteren Verkaufstage für Vielseitigkeitspferde, konnten wir in der Folgezeit so manches gute Pferd an vielversprechende Nachwuchsreiter bringen“, erzählt Schmidtlein.

Jetzt steht „Gestüt Heidekaten“ zum Verkauf:
Aus gesundheitlichen Gründen sieht sich der Flugzeugbauingenieur und Pferdeliebhaber nun jedoch gezwungen, seine züchterischen Aktivitäten zu beenden und das Gestüt zu verkaufen. „Ich wünsche mir, dass mein Herzensprojekt in gute Hände kommt und dass sich die neuen Eigentümer ebenfalls einen Traum damit erfüllen können. Wir hatten eine wunderbare Zeit hier und für solch ein relativ kleines Gestüt viele schöne Erfolge erlebt“, freut sich Dr. Schmidtlein.

Schmidtlein und seine Frau haben bereits alle Zuchtstuten verkauft. So ist seine Heraldik xx Stute First Flight Romance beispielsweise an North American Trakehner Association (NATA) Chef Tim Holkamp gegangen. Die 2001 geborene Stute lebt heute in Florida und soll in Zukunft an den Olympiateilnehmer Windfall angepaart werden. Die Nachzucht wurde ebenfalls in verschiedene Hände gegeben. Es sind nur noch vier Youngster da. Unter anderem ein zweijähriger Hengst von First Flight Spirit a.d. Royal Spaceness, der zur Körung vorgestellt werden soll.

Auch die meisten Pensionspferde wurden von ihren Besitzern auf andere Höfe gebracht. „Einige Pensionspferde sind nach wie vor bei uns, und deren Besitzer hoffen, dass unsere Anlage von einem Pferdemenschen übernommen wird bei dem sie weiterhin bleiben dürfen“, sagt Hubertus Schmidtlein. Abschließend betont der Vielseitigkeits-Experte, dass Beate und er das Gestüt Heidekaten so gestaltet und optimiert haben, dass sie allen Pferden ihre vielseitige Erstausbildung auf dem eigenen Hof und damit ohne Zeitverluste geben konnten.

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