Mittwoch, 26. September, 2018
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Zucht Special: Barbados der polnische Halbblüter

Lesen wir viel über interessante erfolgreiche ausländische Vielseitigkeitspferde, so ist vielen Betrachtern der Szene gar nicht bekannt, welche Abstammungen sich hinter vielen Pferden verbergen.

Als Beispiel möchte ich hier einmal das jüngst in Sopot von Andreas Dibowski im CIC*** platzierte Pferd Barbados anführen.
Am 27. Februar 2009 erblickte Barbados als „Polish noble half-breed“ bei Roman Drabinski aus Bolkow das Licht der Welt.

Sein Vater ist der im Jahre 1991 geborene Moravia (verst. 2014). Moravia trug den westfälischen Brand und war für die Verbände Sachsen-Thüringen und Bayern zugelassen, bevor er in Polen zum Deckeinsatz kam. Selbst war Moravia in Springen bis zur Klasse M hoch erfolgreich. Aber auch seine Nachkommen aus deutscher Zucht konnten Erfolge bis zur Klasse S nachweisen.

Doch nun zu seinem Pedigree:

Moravia`s Vater ist der Angloaraber Monsieur AA ein Sohn des Muscat AA. Mütterlicherseits führt Monsieur AA das Blut des Arlequin AA Sohnes Etoile AA.

Moravia`s Mutter Fotura ist rein westfälisch über den Frühlingsrausch Sohn Fortissimo gezogen. Nicht unerwähnt sollte vielleicht bleiben, dass der Muttervater des Frühlingsrausch der Vollblüter Sinus xx ist. Dieser Hengst lieferte schon mit Sioux das Spitzenvielseitigkeitspferd des früheren hoch erfolgreichen Championatsreiters und Altbundestrainers Horst Karsten.

In der mütterlichen Linie dann das hannoversche Duellant Blut über den Hengst Doktor.

Moravia hat einen Edelblutanteil von von 47,88% (30,69% xx/17,19% ox). Soweit zu Moravia, dem Hengst mit der Rassebezeichnung „Westfälisches Reitpferd“.

Babilonia xx ist die Mutter des Barbados. Eine Vollblutstute, die den Vollblüter Jape xx zum Vater hat. Muttervater ist Reform xx, großmütterlicherseits ist der Relko xx Sohn Breton xx zu finden.

Durch diese Blutkombination hat Barbados einen Vollblutanteil 73,94%. Spricht man bei ihm von einem Dreiviertelblüter kommt dieses dem eher näher, als das man von einem Halbblüter spricht.

BARBADOS – Andreas DIBOWSKI / Foto: Ingo Wächter

Das schreibt Andreas Dibowski auf seiner Facebook Seite zu Barbados:

The next Superstar is born
Wenn man Barbados im Gelände sieht, vorwiegend mit Alina, da geht einem einfach das Herz auf.
Sehr oft kam ich schon über diesen, vielleicht etwas schmalen, polnischen Halbblüter berechtigter Weise ins schwärmen.
Das, was er aber nun mit seinen erst acht Jahren, in seinem 3*-Debüt abgeliefert hat, übertraf meine kühnsten Erwartungen.
Eine ordentliche Dressur mit noch etwas wackeligen fliegenden Galoppwechseln, ein tadelloses fehlerfreies Springen, bei dem lediglich ich den Ritt zu sehr genossen habe und zu lange Wege geritten bin und dann ein Gelände, was in Punkto Vermögen und nötige Springfreude den Pferden durchaus einiges abverlangte.
Baba flog so selbstverständlich über den Kurs, war in jedem Galoppsprung und jeder Wendung bei und vor allem vor mir und erledigte die Aufgaben in einer unbeschreiblichen Routine, die ein so junges Pferd eigentlich noch gar nicht haben kann.
In der Entwicklung der jungen Pferde gibt es immer wieder Stationen, an denen man sich die Frage stellt, wie gut ein Pferd tatsächlich ist.
In der Regel bin ich dabei immer ganz zuversichtlich und positiv eingestellt, was die Prognose für die Zukunft der Pferde angeht.
Dann aber kommt der Moment, wo man es einfach weiß.

So geschehen heute mit Barbados – 7. Platz im starken top-deutsch besetzten 40 köpfigen Starterfeld.

Und bevor nun wieder heftig spekuliert wird:
Das Pferd wird auch weiterhin von Alina geritten und vorgestellt und hat somit seinen nächsten Auftritt mit ihr beim Preis der Besten in Everswinkel und dann hoffentlich bei der DM in Kreuth.

Trotz allem Übermut möchte ich nicht Barbados kleinen Bruder Belfast vergessen zu erwähnen:
Nach recht guten 48 Pkt aus der Dressur und einem Zeitfehler im Springen absolvierte der Fuchs das CIC1 Gelände in gewohnter schneller Manier und wurde am Ende an 3. Stelle platziert.
Er wird am nächsten WE hier in Sopot sein 2*-Debüt geben und sich damit hoffentlich für die WM der jungen Pferde qualifizieren.

Dibo

Wie wichtig der hohe Vollblutanteil in der Vielseitigkeit ist, zeigt auch einmal wieder dieses Beispiel.
Dabei stehen den deutschen Züchtern mittlerweile Spitzenvollblutvererber zur Verfügung, die sogar im Ausland von sich reden machen, betrachtet man die im Mutterland der Vielseitigkeit erfolgreichen Nachkommen des auf dem Söderhof stationierten Duke of Hearts xx.