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Weitreichende Änderungen für die Vielseitigkeit? FEI sorgt für Diskussiongrundlage

Die FEI hat aktuell zwei Berichte veröffentlicht, die noch für viele Diskussionen bei den Vielseitigkeitsreitern sorgen werden. Der erste Beitrag beschäftigt sich mit der Zukunft der Vielseitigkeit als Olympische Sportart, der zweite Beitrag ist ein Versuch die Kritik im Nachgang an die WEG in der Normandie aufzuarbeiten.

Das entsprechende Dokument der FEI ist hier einzusehen: http://www.fei.org/system/files/EVE%20Future_Session%204.pdf

Wir haben die Thematik mal etwas genauer unter die Lupe genommen und folgende Punkte für
unsere Leser zusammengefasst:

Olympischen Sportarten werden durch das IOC auf einer Beliebtheitsskala eingestuft.
Diese ist von vielen Faktoren abhängig wie beispielsweise den Verkaufszahlen der Eintrittskarten, den Einschaltquoten oder der Medienresonanz. Die Sportarten werden in verschiedene Kategorien unterteilt und bestimmen die Beteiligung der Einnahmen des jeweiligen Sportverbandes.

Für den Reitsport sieht es Zurzeit nicht so rosig aus. Reiten findet sich zusammen mit den ebenso wenig populären Sportarten Fechten oder Ringen in der Kategorie D wieder.

Die aktuellen Kategorien sind:

  • Kategorie A: Leichtathletik, Wassersport, Turnen.
  • Kategorie B: Radfahren, Basketball, Fußball, Tennis und Volleyball.
  • Kategorie C: Bogenschießen, Badminton, Boxen, Judo, Rudern, Schießen, Tischtennis und Gewichtheben.
  • Kategorie D: Kanu/Kajak, Reiten, Fechten, Handball, Hockey, Segeln, Taekwondo, Triathlon und Ringen.
  • Kategorie E: Moderner Fünfkampf, Golf und Rugby (Rugby und Golf sind neu und damit automatisch in einer niedrigen Kategorie).

Für die Beurteilung beziehungsweise die Einstufung in die niedrige Kategorie fließt vor allem mit ein, dass der Reitsport für die Veranstalter der Spiele generell eine teure Angelegenheit ist und man viel Platz benötigt, um die Wettkämpfe durchführen zu können.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) ist immer auf der Suche nach „austauschbaren“ Sportarten.
Das Problem der großen Reitsportnationen ist, dass sie zunehmend Einfluss innerhalb des IOC an kleinere Länder verlieren, die am Reitsport allerdings kein Interesse haben.

Die internationalen Verbände wurden alle aufgefordert, ihren Sport auf Attraktivität, Modernität sowie TV- und Zuschauerfreundlichkeit zu überprüfen. Die FEI hat diesbezüglich insbesondere Veränderungspotential bei der Vielseitigkeit gesehen, da die Dressur- und das Springreiten in den letzten Jahren auch neuen Nationen zugänglich gemacht wurden. So zum Beispiel bei den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo sich interessierte Personengruppen teures Pferdematerial und Trainer leisten, um an großen Events teilnehmen zu können.

Die FEI ist sich allerdings einig, dass der Kerngedanke der Vielseitigkeitsreiterei bestehen bleiben muss.
Dazu zählt unter anderem, dass an der Reihenfolge (Dressur, Gelände, Springen) mit Verfassungsprüfung vor dem abschließenden Springen festgehalten werden muss, um die Gesundheit und das Wohlergehen der Pferde sicherzustellen.

Olympische Spiele und Championate

Angedacht ist eine Entflechtung der Einzel- und Mannschaftswettkämpfe bei Olympischen Spielen und FEI Championaten. Für die Teilnehmer würde dies bedeuten, dass sie entweder nur für die Mannschaft oder nur in der Einzelwertung starten dürfen.

Die Mannschaftswettkämpfe sollen auf Drei-Sterne-Niveau und die Einzelwettkämpfe auf Vier-Sterne-Niveau ausgetragen werden. Die Teilnehmerzahl bei der Olympiade soll auf 65 Reiter beschränkt werden.
Davon 40 bis 45 Mannschaftsreiter und 20 bis 25 Einzelstarter.

Eine Mannschaft besteht dann aus drei Reitern ohne Streichergebnis. Ein Ersatzreiter ist zugelassen. Die Mannschaft würde pro Phase direkt nacheinander starten. Im Springen werden die Zeiten addiert, so dass es offiziell nur ein Mannschaftsergebnis gibt. Bei den Einzelreitern auf Vier-Sterne-Niveau sollen nur drei Reiter pro Nation starten dürfen.

Neue Einteilung der Kategorien

Die FEI schlägt auch vor, dass die CCI4* Klassiker für Einzelstarter völlig vom olympischen und Championats-Format für Mannschaften getrennt werden soll. Wie oben bereits beschrieben, würden Mannschaftswettbewerbe bei den Olympischen Spielen und WEG über drei-Sterne-Niveau ausgeführt.

Dies hätte dann auch zur Folge, dass die Qualifikation für Championate für das jeweilige Sterne-Niveau auf diesem Level durchgeführt werden muss. Im Gegensatz zu einem niedrigeren Level, wie es aktuell der Fall ist.

Die FEI schlägt auch die Schaffung einer neuen internationalen Ebene für Kinder / Ponys auf 1,05 Meter Höhe vor, um Vielseitigkeits-Schwellenländern den Einstieg in die internationalen Wettbewerbe zu erleichtern. Dies entspräche dann einer neuen EIN-Sterne-Kategorie und würde die aktuellen Levels um einen Stern nach oben verschieben. Dementsprechend wird somit 1-Stern zu 2-Sternen, 2-Sterne zu 3-Sternen usw.
Eine 4-SternePrüfung wird upgegradet zu einer neuen 5-Sterne-Prüfung.

CIC* / CCI* sowie CIC2* / CCI2* Prüfungen werden anhand des Vorschlags zusammengelegt, dafür soll ein CIC4* hinzugefügt werden.

Neue Strafpunkte

Auch bei den Strafpunkten soll sich etwas ändern. So ist vorgesehen, eine erste Verweigerung mit 30 (40) und eine zweite Verweigerung mit weiteren 10 Punkten zu belegen.

Auch das Streifen von Begrenzungsflaggen soll mit 5 Punkten bestraft werden. Was bedeutet, dass bei schmalen Sprüngen mehr Platz zwischen den Flaggen sein muss, bzw. der Reiter angehalten werden soll, die Sprünge mehr gerade anzureiten.

Neuer Name

Zu Guter Letzt wird über eine Namensänderung nachgedacht.
Hier sind wir uns allerdings wirklich nicht sicher, ob eine dieser Vorschläge eine Chance hat.

• Equestrian triathlon
• Equestrathon
• Tri-equathlon

Wie ist Ihre Meinung zu den angedachten Änderungen? Diskutieren Sie mit…

ein Kommentar

  1. Wieso jetzt ein neuer Name ?Aber gut ,irgendwas muss ja immer geändert werden.Letztendlich sind d.Reiter u.Trainer gefragt ,schließlich sind sie es ,die den Sport vertreten bzw.dafür kämpfen ,damit es die“Krone“ des Reitsports noch gibt!!