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Vollblut in der Warmblutzucht

Welche Schlüsse ziehen die Züchter aus den Markttrends?

Mit dem Thema Vollblut in der Warmblutzuchtz befassen sich die Holsteiner Jungzüchter am Samstag, 30. November 2013, in Elmshorn (Fritz-Thiedemann-Halle, 18 Uhr).

In der Einladung zu dieser Veranstaltung wird die Frage gestellt: „Brauchen wir heute noch Vollblüter in der Holsteiner Zucht?“ Außerdem wird festgestellt, dass die Bedeckungen mit Vollbluthengsten überproportional zurückgehen.

Nach der Einführung des Zuchtleiters Dr. Thomas Nissen wird als weiterer Referent Elmar Lesch auftreten. Weitere Gesprächsteilnehmer aus Zucht und Sport werden anwesend sein.

Schon jetzt ist festzustellen, dass der Spitzenvielseitigkeitssport mit Pferden ohne ausreichenden Vollblutanteil nicht auskommt. Auch nach Abschaffung des langen Prüfungssystems mit Wegestrecken und Rennbahn wird für den Spitzenvielseitigkeitssport im Kurzprüfungssystem immer noch das Pferd mit sehr hohem Vollblutanteil benötigt.

Dies ergibt sich allein schon aus dem immer technischer gewordenen Geländeaufbau mit Hinderniskomplexen, die teilweise im Parcourstempo angeritten werden müssen, um dann zwischen den Hindernissen mit einem Höchsttempo von über 800 Meter pro Minute fortzufahren, damit die Bestzeit eingehalten wird.

Für diese Aufgabe kommt nur das sehr hoch im Blut stehende Pferd in Frage. Daneben bringt der Vollblüter besondere Härte und schnellere Reaktionsfähigkeit mit.

Ritt man im Langprüfungssystem maximal zwei lange Prüfungen, so ist es im Kurzprüfungssystem gang und gäbe geworden, bis zu zehn Prüfungen jährlich zu reiten, die der normale Warmblüter über einen längeren Zeitraum nicht im Stande ist zu leisten. Dieses beweisen die häufigen Ausfälle dieses Pferdetypus.

Im Folgenden noch einige statistische Zahlen, die den Bedarf des hoch im Blut stehenden Pferdes begründen. Mit Blick auf die deutschen Championatskaderpferde am Beginn des Jahres kann festgestellt werden, dass bis auf zwei Ausnahmen alle weiteren Championatskaderpferde wenigstens einen Vollblutanteil von 50% bzw. mehr als die Hälfte der Pferde über 70% Vollblutanteil haben.

Aber nicht nur der deutsche Bundeskader ist mit sehr hoch im Blut stehenden Pferden bestückt, sondern auch die ausländische Konkurrenz deckt sich unaufhörlich mit deutschen Vielseitigkeitspferden ein. So reitet mittlerweile der Brite William Fox-Pit mit Seacookie, Lionheart und Chilli Morning drei deutsche Ausnahmepferde mit hohem Vollblutanteil im Spitzensport.

Schließlich gab es einen sehr hohe Anteil der deutschen Pferde bei den Olympischen Spielen 2012 in London, der 27% (!) des Gesamtstarterfeldes in der Vielseitigkeit ausmachte. Selbst bei den deutschen Nachwuchspferden besteht schon ein Ausverkauf, so gewann jüngst der Aachensieger Chris Burton mit der Duke of Hearts xx-Tochter Wild Duchess in England zwei Novice- Prüfungen in Folge.

Abzulesen ist der Ausverkauf der deutschen Vielseitigkeitspferde bereits schon bei den Bundeschampionaten in Warendorf, wo die Starterlisten mit nicht qualifizierten Pferden aufgefüllt werden.

Das müsste Züchter hellhörig machen:

1.) Vollblutanteil ist ein wichtiger Faktor bei der Auswahl aussichtsreicher Vielseitigkeitspferde.

2.) Deutsche Vielseitigkeitspferde mit hohen Blutanteil stoßen auf dem internationalen Markt auf eine große Nachfrage.