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Verbot für Helmkameras in Großbritannien und Amerika

British Eventing hat im Oktober bekannt gegeben, dass der Einsatz von Helmkameras bei Vielseitigkeitsturnieren nicht mehr gestattet ist. Kurz darauf ist man bei den Fair Hill International dem Beispiel gefolgt und hat bei dem Event ebenfalls die Nutzung von Helmkameras verboten.

Die richtige Kamera-Montage
Die Entscheidung von British Eventing basiert auf Vermutungen, dass eine Helmkamera die schweren Kopfverletzungen von Michael Schumacher verursacht haben könnte. Der Formel-1 Pilot soll bei seinem Skiunfall Ende Dezember 2013 mit einer Helmkamera ausgerüstet gewesen sein. Medienberichten zufolge wird diskutiert, ob diese beim Sturz von Schumi zu einem Schädel-Hirn-Trauma geführt hat. Dr. Farbod Asgarzadie, Neurochirurg am Loma Linda University Medical Center in Kalifornien, erwähnte in einem Interview gegenüber Good Morning America, dass das Bohren eines Loches zur Anbringung einer Kamera möglicherweise die Integrität des Helms beschädigen könne.

Unabhängiges Expertenteam prüft
In einem Statement von British Eventing  heißt es, dass das Tragen von Helmkameras bei Geländeritten bis auf Weiteres verboten ist. Sozusagen als Vorsichtsmaßnahme, bis ein unabhängiges Experten-Gutachten bezüglich der Sicherheit von Helmkameras vorliegt. Der Sicherheitsausschuss von British Eventing hat das Transport Research Laboratory (TRL) damit beauftragt, zu prüfen, inwiefern Kameras bei einem Sturz die Helmstruktur beeinträchtigen beziehungsweise beschädigen können. Regel 540. 2 des FEI-Eventing-Regelwerks besagt, dass Helmkameras in Absprache mit dem Veranstalter vom Technischen Deligierten überprüft werden müssen.

Jonathan Clissold, Vorstandsmitglied von British Eventing, und Fair Hill Organisatorin Trish Gilbert sprachen sich sofort für das Helmkamera Verbot aus. Für Jonathan Clissold hat die Sicherheit von Reiter und Pferd oberste Priorität. Jegliche Risikofaktoren seien zu vermeiden.

In Zukunft: Mit oder ohne Helmkamera?
Die unabhängigen Untersuchungen werden zeigen, ob in Zukunft Helmkameras weiterhin eingesetzt werden. Sollte sich herausstellen, dass Helmkameras, die mit dem vom Hersteller dafür vorgesehenen Montagesystem angebracht wurden, risikofrei sind und nicht die Struktur des Helms beschädigen, dann steht einer weiteren Nutzung nichts im Wege.

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Fotos: Julia Rau

ein Kommentar

  1. Eigenhändige Manipulationen an sicherheitsrelevantem Körperschutz ohne Einbeziehung des Herstellers sind meiner Meinung nach leichtsinnig. Moderne Kunststoffbauteile werden heutzutage berechnet und maßgeschneidert ausgelegt. Lackieren, Beschichten, mechanisch bearbeiten wie z.B, Bohren können das Material beeinträchtigen.