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Trauer um Herbert Blöcker

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Nach langer, schwerer Krankheit ist Herbert Blöcker heute im Alter von 71 Jahren in Elmshorn verstorben.

„Wir verlieren mit Herbert Blöcker eine Persönlichkeit, die sich genauso wie seinerzeit Fritz Thiedemann um das Holsteiner Pferd verdient gemacht hat“, sagte Breido Graf zu Rantzau, Vorstandsmitglied des Holsteiner Verbandes. „Mit seinen unzähligen Championatserfolgen, vornehmlich erzielt auf Holsteiner Pferden, war er ein Aushängeschild für unser Zuchtgebiet“.
Herbert Blöcker, zu seiner Zeit der erfolgreichste Vielseitigkeitsreiter Deutschlands, hat Deutschlands Farben drei Mal 1976 in Montreal, 1992 in Barcelona und 1996 in Atlanta in olympischen Vielseitigkeitsprüfungen vertreten. 1988 war er in Seoul als Ersatzreiter dabei. Seinen größten Erfolg feierte der Neuendorfer mit Feine Dame nach einem fulminanten Ritt durchs Gelände in Barcelona als er hinter dem Australier Matthew Ryan olympisches Einzelsilber gewann und dem deutschen Team zu Mannschaftsbronze verhalf. Im Jahr 1980, als die Olympischen Spiele in Moskau boykottiert wurden, gewann Herbert Blöcker bei den Ersatzspielen in Fontainebleau auf Ladad Mannschaftssilber. Außerdem nahm er mit unterschiedlichen Pferden an acht Europameisterschaften und fünf Weltmeisterschaften teil, zwei Mal wurde Herbert Blöcker Deutscher Meister – 1974 Benson und 1975 Milano – und fünf Mal Vizemeister. Sein letztes Championat für Deutschland ritt Herbert Blöcker im Alter von 59 Jahren 2002 bei den Weltreiterspielen von Jerez mit dem oldenburgisch gebrannten Contender-Sohn Chicoletto. „Herbert Blöcker war unglaublich diszipliniert und ein guter Teamplayer“, sagte Bundestrainer Hans Melzer, der 2001 das Amt übernommen hatte, „vor allem war bzw. ist er für viele Reiter ein Vorbild. Herbert hat aus jedem Pferd, das er unter den Sattel bekam, etwas gemacht“.

Herbert Blöcker war 1969 als Verkaufsreiter beim Holsteiner Verband eingestellt worden. Bis zu seiner Pensionierung 2006 war er im täglichen Elmshorner Arbeitsablauf ein unentbehrlicher Mitarbeiter gewesen. Bei den Körungen des Holsteiner Verbandes zeichnete er für das Freispringen verantwortlich. Seine fachkundige Regie beim Freispringen der Körkandidaten war über Holsteins Grenzen hinaus bekannt. Mit viel Ruhe und Geduld gab er jedem Pferd die Chance, sich bestmöglich zu zeigen Als „Freispring-Papst“ wurde Herbert Blöcker gerne bezeichnet, andere Verbände schauten mit Neid auf den Holsteiner Verband. Es mögen an die 300 Junghengste gewesen sein, die nach der Körung unter seine Ägide angeritten und auf ihre ersten Einsätze im Turniersport vorbereitet worden sind. Das ganz besondere Interesse Herbert Blöcker galt den Stutenprüfungen, die er von Beginn an als Trainingsleiter der Stationsprüfungen bis vor zwei Jahren mit begleitet hat. Die Holsteiner Züchter schätzten seine Empfehlungen, wenn es um die richtige Auswahl der Hengste für ihre Stuten ging, Kaufinteressenten waren für seinen Rat dankbar, sei es bei Ankäufen von Junghengsten oder Reitpferden. „Herbert war ein Pferdemann durch und durch. Er hatte zwar seine Ecken und Kanten, aber bei ihm stand stets der Erfolg des Holsteiner Pferdes im Vordergrund“, sagte Norbert Boley, Geschäftsführer des Holsteiner Verbandes, Abteilung Hengsthaltung und Vermarktung“, nach dem Tod von Herbert Blöcker.

Pressemitteilung Holsteiner Verband

Fotos: Julia Rau