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Teil 3 der buschreiter-Serie: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Nachwuchstalent aus dem Norden – Alina Dibowski wandelt erfolgreich auf den Spuren ihres Vaters

buschreiter.de im Interview mit Andreas Dibowski

Bei Andreas und Susanna Dibowski wird jedes Talent und jede Leidenschaft für eine Sache unterstützt und gefördert. Sei es für Pferde, wie bei Tochter Alina, oder für den Fußballsport, wie beim 11-jährigen Marvin.
„Wir erwarten von unseren Kindern überhaupt nicht, dass sie in unsere Fußstapfen treten. Sie sollen genau das tun, was ihnen Spaß macht. Marvin ist absolut fußballverrückt, er hat nur Bälle im Kopf. Natürlich unterstützen wir auch das “, lacht Andreas Dibowski.

Tochter Alina hingegen war von Anfang an Feuer und Flamme für die Vierbeiner. Ihr erstes Pony hat die talentierte Nachwuchsreiterin von Vielseitigkeitsprofi und Patenonkel Elmar Lesch bekommen. Mit dem Shetty hat die heute 14-jährige den ersten Umgang mit den Pferden gelernt. Striegeln, Schmusen und ab und an draufsetzen waren an der Tagesordnung. „Erst auf Little Foot, Pony Nummer zwei, hat Alina reiten gelernt. Allerdings war das ein kleiner Frechdachs. Wir mussten bei Alinas Reitstunden immer die Hallentür schließen, weil er jede noch so kleine Gelegenheit genutzt hat und ausgebüxt ist“, erzählt Dibo.
Die kleine Amazone hat sich davon nicht verunsichern lassen und ist tapfer weiter geritten.
„Meine Frau Susanna war allerdings der Meinung, dass Alina, wenn es so weitergeht, schnell den Spaß am Reiten verliert und ein neues Pony gekauft werden muss. Ich wiederum wollte erst in ein Top-Pony investieren, wenn klar ist, dass das Reiten für Alina nicht nur eine Laune ist. Naja, letztendlich habe ich mich breitschlagen lassen“, schmunzelt der Mannschaftsolympia-Sieger.

Traumpony Anni
Nachdem Susanna Dibowski gute Überzeugungsarbeit geleistet hatte, kaufte Dibo – der zusammen mit seiner Familie auf dem eigenen Hof in Döhle lebt – für Alina das M-Pony Enjoy.
Anni, wie die wendige Stute von allen liebevoll genannt wird, erwies sich als echtes Traumpony, mit dem Alina vom ersten Springreiterwettbewerb, über VS-Prüfungen der Klasse E, bis hin zur goldenen Schärpe erfolgreich durchgestartet ist. „Ganz so einfach war das natürlich nicht. Meine Frau, Alina und Anni haben sich sozusagen durchgebissen“, sagt der 48-jährige und fügt hinzu: „Enjoy hat absolut alles geleistet was möglich war, aber sie ist eben nur bis Klasse E einsetzbar und so musste ich in den sauren Apfel beißen und habe 2013 Sportpony Hulingshofs Night Lady gekauft“.

Multitalente aus dem Norden
Die Fußstapfen von Vater Dibo – der unter anderem Olympiareiter, Niedersächsischer Landesmeister oder Mannschafts-Europameister ist und eine Zeit lang Weltranglisten Erster war – füllt Alina immer weiter aus. Gleich bei ihrer allerersten A*Vielseitigkeitsprüfung gewann sie zusammen mit Stute Hulingshofs Night Lady den Titel Landesmeisterin der Pony-Vielseitigkeitsreiter 2013. „Alina war total aus dem Häuschen und hat sich riesig gefreut. Vor allem, weil ich vorher nicht verraten habe, um welche Prüfung es sich handelt. Ich sagte nur, es wäre eine offene Veranstaltung. Da war die Überraschung natürlich groß“, lacht Dibo. Mit dem Allround-Pony holte sich Alina auch die Goldmedaille mit der Mannschaft bei der Goldenen Schärpe.

Auf dem siebenjährigen Maddoxx bestritt Alina das Nachwuchschampionat 2014 und glänzte in Trebel Liepe, wo sie den 6. Platz in der Gesamtwertung erreichte. Bei der Goldenen Schärpe in Westerstede startete Alina erstmals auf einem Großpferd. Sie ritt den polnischen Wallach Barbados und landete gleich auf einem guten sechsten Platz in der Einzelwertung. In der Mannschaft wurde Hannover mit dem 2. Platz belohnt und unterstrich die gute Leistung der gesamten Mannschaft.

Training mit „kleinen“ Hindernissen
Alina, die im Perspektivkader der Pony Vielseitigkeit ist, reitet auf dem heimischen Hof, wo sie alle Freiheiten hat. „Wir trainieren gezielt, aber nicht jeden Tag. Alina macht auch mal Bodenarbeit oder reitet ohne Sattel“, freut sich Andreas.

Wenn es um das Training geht, ergänzen sich die Eltern sehr gut. Susanna ist für die Dressur zuständig, Dibo übernimmt das Gelände- und Springtraining. „Mit ist es wichtig, dass die Pferde brav sind und gut Springen. In Punkto Sicherheit gehe ich keine Kompromisse ein”, betont der Spitzensportler.

Zudem trainiert die Schülerin in regelmäßigen Abständen im Luhmühlener Ausbildungszentrum bei Kathleen Keller Dressur und wird ab 2015 neue Eindrücke und Ideen bei Elmar Lesch in Bavendorf sammeln. „Ich finde es gut, wenn Alina auch mal über den Tellerrand hinausschaut. Außerdem gibt sie bei den beiden überhaupt keine Widerworte, bei mir aber schon. Das ist jetzt wohl so die Phase”, lacht Dibo.

Was kommt als nächstes?
2015 soll es für Alina einen Schritt weiter gehen. Die junge Vielseitigkeitsreiterin wird weiterhin mit Madoxx und Hulingshofs Night Lady an den Start gehen, parallel dazu aber auch mit Barbados Prüfungen bestreiten. „Wenn alles klappt und alle gesund bleiben, dann geht es mit dem Pony auf die Deutsche Meisterschaft und mit dem Pferd in Richtung A-Sterne-Niveau”, erzählt der Profireiter. Saisonziel ist das Nachwuchschampionat.

Großgeschrieben wird bei den Dibowskis auch die partnerschaftliche Bindung zu den Vierbeinern.
„Alina hat einen ganz engen Bezug zu ihren Pferden. Wobei Anni noch immer an erster Stelle steht”, sagt Andreas. Die nächste Generation steht auch schon in den Startlöchern: Youngster Kevin nimmt einmal pro Woche bei seiner Patentante Mareike Leers-Schreiber in „ MaMa’s Ausbildungsstall“ Reitsunde. Zuhause übt er auf mittlerweile seiner Anni weiter.

Das buschreiter-Team wünscht viel Erfolg für 2015 und drückt dem Norden die Daumen!

von Sonja Slezacek

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Alina Dibowski in den Spuren von Vater Andreas (Foto: Karl Lohrmann)