Start / Allgemein / Teil 2 der buschreiter-Serie: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Die 12jährige Greta tritt in die Fußstapfen ihrer erfolgreichen Mutter

Teil 2 der buschreiter-Serie: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Die 12jährige Greta tritt in die Fußstapfen ihrer erfolgreichen Mutter

buschreiter im Interview mit Ingrid Klimke

Bei den Klimkes gehen Talent, Teamgeist und Tradition Hand in Hand. Goldmedaillen-Gewinnerin bei den Olympischen Spielen in Hongkong und London sowie den Weltreiterspielen in Aachen, siegreich bei Deutschen Meisterschaften und unzähligen internationalen Vielseitigkeitsprüfungen: Ingrid Klimke hat das reiterliche Rüstzeug und die Passion zum „Partner“ Pferd von ihrem Vater Reiner – bester Dressurreiter seinerzeit und ebenfalls Olympia Gold-Gewinner – mitbekommen und es an ihre Tochter Greta weitergegeben.

Talent geerbt
Greta hat den Umgang mit den Pferden von der Pike auf gelernt. Die 12jährige hat von klein auf viele Nachmittage im Stall oder auf Turnieren verbracht. Auf Shetland Pony Barnaby, das der Familie von Frau Anna Siemer zur Verfügung gestellt wird, hat die Schülerin – gemeinsam mit Freunden – spielerisch Reiten gelernt – so wie jetzt Ingrids jüngere Tochter Philippa. Ihre ersten Turnierstarts bestritt Greta auf geliehenen Ponys, aber irgendwann ist die junge Amazone herausgewachsen und Nemo vom Purnitzgrund wurde gekauft. „Er ist ein sicherer Springer, zuverlässig im Gelände und sehr brav im täglichen Umgang“, erzählt Ingrid Klimke. Die ersten Erfolge mit dem Deutschen Reitpony musste sich Greta jedoch hart erarbeiten, denn Nemo machte es ihr in der Dressur anfangs nicht leicht. Sie musste erst lernen, ihr Pony reell durch`s Genick zu reiten. Greta hat gelernt, dass man fleißig üben muss und es auch dauert, bis es klappt“, fügt die gebürtige Münsteranerin lachend hinzu.

Mit Nemo und Braxxi auf Erfolgskurs
Mit Durchhaltevermögen und Fleiß hat es Greta, die Mitglied im U15 Bundeskader ist, jedoch geschafft.
2013 gewann die junge Reiterin in Löningen mit Nemo die Goldene Schärpe. Bei der Vielseitigkeit der Klasse A** in Gahlen, erreichte Greta mit dem Fuchs-Wallach den zehnten Platz. Und bei den Deutschen Vielseitigkeits-Meisterschaften der Ponyreiter belegte sie mit Nemo Rang 16. „Da war Greta allerdings ein bisschen enttäuscht, da sie mit Nemo am vorletzten Sprung einen Vorbeiläufer hatte“, erzählt Ingrid.

Drei Wochen nach seiner Verabschiedung aus dem großen Sport in Luhmühlen, startete Greta auch mit Champion Butts Abraxxas in Gahlen. Beide machten einen sehr guten Job und gewannen die A** Vielseitigkeit. Mit dem Altmeister ritt Greta zudem in Warendorf auf Platz 2 im U15 Bundesfinale. „Mein Highlight war das Vielseitigkeitsturnier in Gahlen. Braxxi hat sehr gut auf Greta aufgepasst und sie war sehr konzentriert. „Da war mir klar, wie gut sie zusammen passen und wie viel Freude sie noch zusammen haben werden“, strahlt die Olympia-Reiterin.

Die Pferdsprache erlernen
Das Training im heimischen Münster läuft eher spielerisch ab. Greta reitet eigenständig ein bis zwei Pferde nach der Schule, macht mit ihren Eltern Familienausritte, reitet auch mal mit Halsring, oder ohne Sattel. Greta nimmt gerne und regelmäßig am Stützpunkttraining von Anna Schulze Zurmussen teil. Wenn Greta mal Hilfe braucht, schaut auch Vater Andreas mit, gibt Tipps und geht mit ihr die Aufgaben durch.
„Die Freude und Leidenschaft für Pferde, als Partner und Freund, sind das A und O. Uns als Eltern ist es wichtig, dass Greta die Pferdesprache lernt, sich um die Pferde kümmert und sich auch Gedanken macht“, sagt die Dressur- und Vielseitigkeitsreiterin.

Wie geht es 2015 weiter?
„Mal entdeckt Greta eine passende Veranstaltung und mal entdecke ich wiederum ein passendes Turnier. Ohne Druck oder festen Plan lassen wir die neue Saison auf uns zukommen“, erzählt die 46jährige. „Die eine oder andere A und L Vielseitigkeit wird für Braxxi schon dabei sein und mit Nemo könnte Greta auch wieder bei der Deutschen Meisterschaft Ende der Saison starten“, fügt Ingrid Klimke hinzu.

Die stolzen Eltern freuen sich sehr über den Erfolg ihrer Tochter, aber er ist nicht das Entscheidende. „Greta soll die Dinge tun, die ihr Spaß machen“, betont Ingrid. Dazu gehört Schwimmengehen, sich mit Freundinnen verabreden, Malschule oder der Vierkampf, in dem Greta ebenfalls erfolgreich ist.

Um ihre ganz persönlichen Glücksmomente festzuhalten, haben Mutter und Tochter ein Ritual: „Wenn wir zusammen ausreiten und der Moment ganz besonders schön ist, dann rufen wir <ich bin glücklich> und strecken dabei einen Arm in die Luft“, lacht Ingrid.

buschreiter wünscht den beiden noch viele solcher Glücksmomente und viel Erfolg für 2015!
Von Sonja Slezacek

Luhmuehlen_jr_140614_1045

Ingrid Klimke mit Tochter Gerta Busacker bei Braxxis verabschiedung in Luhmühlen in diesem Sommer. (Foto: Julia Rau)