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Soziale Netzwerke unter Beobachtung von British Eventing

(taz) Das Internet bietet auch beim Vielseitigkeitsreiten einzigartige Möglichkeiten an interaktiven Diskussionen teilzunehmen. Große- als auch kleine Unternehmen, Personen der Öffentlichkeit, Marken und Organisationen setzen nach wie vor auf ein Profil oder eine Fanseite als Marketing-Instrument. Unbedachter Informationsaustausch kann allerdings das Ansehen des Vielseitigkeitsports gefährden – findet die Dachorganisation British Eventing. Aus diesem Grund wurde in Großbritannien eine neue Richtlinie bezüglich des Umgangs von sozialen Netzwerken eingeführt.

Es ist ja nichts Neues. Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Co gibt es schon lang. Millionen von Menschen nutzen sie mit zunehmender Verständlichkeit. Informationen dringen immer weiter in unseren Alltag. Viele Nutzer sind sich oft nicht bewusst, wie viele Menschen tatsächlich ihre Profile lesen. Unzählige „Freunde“, „Abonnenten“, „Fans“. Informationen verbreiten sich mit hoher Geschwindigkeit vor einem potenziell riesigen Publikum. Im Internet kann man sich relevante Informationen zu bestimmten Personen und Sparten zusammen suchen – eine große Quelle interessanter Einsichten. Sportergebnisse, Meinungen, Bewertungen: Positive als auch negative. Die Transparenz auf öffentlichen Plattformen ist Teil unseres Lebens geworden.

Höchste Zeit für mehr Sachlichkeit?
Aktionen in der digitalen Welt können weitreichende Konsequenzen im realen Leben haben. Anhand von vermeintlich schlechten Beispielen oder unbedachten Posts von Sportlern in der Vielseitigkeit, transportieren aufgebrachte Tierfreunde, empörte Reiter oder uninformierte Nutzer gern in rasanter Geschwindigkeit „pferdequälerische“ Methoden nach außen. Trotz Bemühung der jeweiligen Sportverbände, die Sicherheit von Reiter und Pferd immer als oberste Priorität zu sehen und stetig zu erhöhen.

Die Dachorganisation British Eventing hat zu diesem Thema am 29. Mai 2014 eine neue Richtlinie bezüglich des Umgangs von sozialen Netzwerken durch ihre Mitglieder eingeführt (hier nachzulesen)
Vorstandsvorsitzender Mike Etherington-Smith erklärte, dass die meisten Menschen soziale Netzwerke sehr verantwortungsbewusst und vor allem aus den richtigen Gründen nutzen. „Es gibt jedoch einige Fälle, in denen Kommentare erstellt werden, die unangemessen und inakzeptabel sind und das Ansehen des Sports gefährden können. Somit gibt es eine neue Regelung um diesen Problemen vorzubeugen.“

Soziale Medienprofile der Sportler sollen in Zukunft überwacht werden. Es sollen keine Angaben gemacht werden, die direkt oder indirekt den Ruf von British Eventing schaden können. Die Verletzung dieser Richtlinie durch ein Mitglied, kann zu einem Disziplinarverfahren führen und wird zivil- und strafrechtlich verfolgt. Die Dachorganisation British Eventing behält sich das Recht vor, Löschung von Posts, Kommentaren oder sonstigen Einsendungen einzuklagen, sofern die Verwendung sozialer Medien eine Verletzung der Richtlinie hervorruft.

Ihre Meinung interessiert uns. Sind wir mit dem Umgang von sozialen Netzwerken sensibel genug oder halten Sie die Vorgehensweise von British Eventing für angebracht?

Gerne können Sie sich unter der Kommentarfunktion daran beteiligen.

 

 

 

2 Kommentare

  1. Dass man sich mit der Nutzung und Auswirkung von Kommentaren von Verbandsseite kümmert halte ich für richtig und wichtig. Eine Möglichkeit wären Seminare und/oder Workshops, um auf Ursache und Wirkung von teilweise in bester Absicht erstellten Einträgen einzugehen.
    Bestes Beispiel ist der Artikel von Frau Pochhammer (?) in der Süddeutschen „Er kannte das Risiko“. Sofort wurde negativ darauf reagiert, weil sie indirekt das Pferd zum Sportgerät degradiert hatte und es mit einem Auto bzw. Motorrad verglich. Wir als Pferdesportler wissen was sie meinte, aber wie es rübergekommen ist, war eine ganz andere Sache. Und dies sollte der Ansatz sein.
    Wie ich aber dem letzten Absatz entnehme, will der Verband sich eher die Möglichkeit erhalten, Kritik (berechtigt oder nicht) zu sanktionieren und das käme eher einer Zensur gleich. Und die lehne ich grundsätzlich ab.

  2. Christina Kozian

    Für mich ist das Recht auf freie Meinungsäußerung unverzichtbar. Ein kritischer Austausch ist wichtig,Zensur ist abzulehnen. Eine Abschottung ist wenig hilfreich, sie macht die Sportler zu Aussenseitern. Akzeptanz erreicht man nur durch Offenheit, Transparenz und Aufrichtigkeit.