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Saumur (FRA) CCI3* hoffentlich nicht richtungsweisend für die WEG

Die Drei-Sterne-Prüfung im französischen Saumur wurde vom tragischen Tod des Pferdes Happy Go Luck des britischen Reiters Rodney Powell überschattet.

Der 13 jährige Hannoveraner von Heraldik xx aus einer Ritual Mutter machte einen frischen Eindruck und erlitt zwischen Sprung 22 und 23 einen Herzschlag. Die sofort herbeigerufenen Tierärzte konnten aber nur noch den Tod des Pferdes feststellen. Rodney Powell der mit dem Pferd seit 2010 auf Drei-Sterne-Niveau startet, war bis dahin nichts von Herz-Kreislaufproblemen bei dem Pferd bekannt.

Das von Course Designer Pierre Michelet, der auch das Gelände bei den Weltreiterspielen im August stellen wird, aufgebaute Cross stellte die Reiter vor einige Herausforderungen.

Von den ursprünglich 72 an den Start gegangenen Reitern haben 15 im Gelände aufgegeben, neun Paare sind ausgeschieden und drei haben bereits vor dem Gelände zurückgezogen.

Andreas Dibowski ist nach einem Sturz mit FRH Llanero ausgeschieden und hat vorzeitig die Heimreise angetreten.

 

Zu der Veranstaltung hat uns bereits eine Zuschauermeinung erreicht, die wir an dieser Stelle gerne veröffentlichen:

Hallo aus Frankreich,

ich lebe und arbeite nun bereits seit einigen Jahren als Bereiterin in einem auf die Zucht von VS Pferden spezialisierten Stall in Frankreich.
Am vergangenen Wochenende fuhr ich mit meinem Freund nach Saumur um mir das Gelände der CCI*** Sterne Prüfung anzusehen.

Die Starterliste versprach hochkarätigen Sport. Die Bodenverhältnisse im Gelände waren nahezu perfekt, trotz des starken Regens der vorangegangenen Tage.
Die Pferde kamen sowohl am Anfang der Strecke als auch am Ende sehr gut zum galoppieren. Dazwischen wurden viele teschnische Aufgaben gestellt. Man sah viele harmonische Bilder mit Pferden in toller Form, dennoch stellte sich der Kurs von Pierre Michelet als sehr selectiv heraus.

Leider kam das Pferd von Rodney Powell vor Hinderniss 23 zu Tode. Wir hatten das Paar zuvor noch an Hindernisskomplex 9 und am ersten Wasser in toller Manier bewundert.
Vor Sprung 23 strauchelte das Pferd und fiel um, Die Ambulanz war schnell vor Ort konnte aber leider nichts mehr tun. Sehr traurig – noch trauriger aber fand ich wie schnell sich das zuvor noch entsetzte Publikum wieder dem „Alltag“ zuwandte.

Als weiteren Negativpunkt kann man sicherlich die Abreitebedingungen für die Dressur sehen (tiefer Boden, der eigentlich nur zum Abreiten für das Gelände genutzt wird und einer Wellenbahn gleichkommt) Die Verhälnisse an den Stallzelten waren aber der wahre Gipfel und einer Veranstaltung auf diesem Niveau im Jahr der WEG keinesfalls würdig.

Für den Regen kann der Veranstalter sicher nichts aber wenn die Stallzelte (ohne Stallgassen) im Schlamm fast versinken sollte man annehmen, dass der Veranstalter reagiert und sein möglichstes tut, um die Situation zu verbessern – leider wurde nichts getan. In der CIC** und der CCI*** Prüfung waren insgesamt ca 200 Pferde genannt- es stand ein Waschplatz mit einem Schlauch für alle zur Verfügung – ich finde das sagenhaft!

Zieleinlauf Gelände: Die ersten 20 Paare kamen noch in den „Genuss“ das bereitgestellte Wasser für ihre Pferde zu nutzen – danach erst einmal sprichwörtliche Ebbe – für mindestens 15 folgende Reiter stand kein Wasser mehr bereit. Die Behälter mussten erst wieder befüllt werden und so etwas bedarf offenbar einer längerfristigen Planung und Organisation. Die Strecke für einen Schwertransporter ist wahrscheinlich schneller geplant!

Es ist wirklich schade das diese Veranstaltung unter solchen „Kleinigkeiten“ gelitten hat, denn ansonsten ist Saumur ein echter Garant für gute Organisation und tollen Sport.

Das waren meine persönlichen Eindrücke, die mir aber viele Reiter aus dem Ausland bestätigten.

Hoffen wir das Beste für die WEG.

Viele Grüße aus Frankreich
S.Sander

ein Kommentar

  1. Ich gehe davon aus, dass der Autor nicht selber vor Ort war, denn ansonsten hätte es ja sicher einen Bericht auch über den sportlichen Verlauf der Prüfung gegeben. Ich weiß deshalb nicht, was die Überschrift soll und warum dann direkt die Meldung über den Tod von Happy Go Lucky folgt? Das suggeriert doch einen Zusammenhang zwischen dem Aufbau und dem Tod des Pferdes, der aber an einem Aortaabriss starb – darüber ist in der Vergangenheit genug berichtet worden und jeder weiß, dass dies gar nichts mit dem Aufbau zu tun hat.
    Wer jemals in Saumur war, der weiß, was ihn dort erwartet – das ist ganz klar ein CCI*** am oberen Level und wer die Kurse von Pierre Michelet kennt, weiß auch, dass diese technisch anspruchsvoll, immer mit einer frühen schwierigen Abfrage (hier sicher 5a/b) und mit Distanzen gebaut sind, die bedingsloses Vorwärtsreiten verlangen. Beim EM-Kurs in Fontainebleau 2009 hat er es deutlich überzogen und die Reaktionen waren entsprechend . Wer seine 4 Sterne-Kurse von Pau kennt, weiß genau, was bei der WM im August kommen wird – ein 4 Sterne-Kurs, der sicher im mittleren bis oberen Schwierigkeitsgrad liegen wird. Dazu, wie der Bundestrainer bereits nach dem Testevent erklärt hat, ein sehr anspruchsvolles Geländeprofil.
    In diesem Jahr waren viele Topreiter wie Todd, Nicholson, Fox-Pitt etc. nicht in Saumur – dafür aber viele deutlich schwächere Paare. Deshalb überrascht mich die hohe Ausfallquote nicht und ich denke, es macht wenig Sinn im Vorfeld Panik zu machen.
    Wer zu einer Weltmeisterschaft auf 4 Sterne-Niveau (und das ist nicht vergleichbar mit Olympia, wo das IOC erwartet, dass möglichst viele das Ziel sehen) fährt, sollte das nur tun, wenn sein Pferd und die/der Reiter/in für solch eine schwere Aufgabe entsprechend vorbereitet sind.
    Rainer Leymann