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Saisonplanung – aus Sicht eines Amateurreiters

Die Sonne zeigt sich endlich, es ist abends länger hell und die ersten Trainingsangebote über feste Hindernisse werden angeboten.

Für die Profis hat die Saison 2015 längst begonnen- neben Dressur- und Springprüfungen auf dem Turnier stehen Kaderlehrgänge an. Der Saisonplan für 2015 steht längst- zumindest für die Toppferde.

Doch wie sieht das bei einem Amateurreiter aus?
Im Dezember und Januar werden kleckerweise die Termine der Turniere in der kommenden Saison veröffentlicht. Manchmal ist es selbst im Zeitalter des Internets gar nicht so einfach, frühzeitig alle Termine beisammen zu haben. Mein Kalender füllt sich bereits Ende Dezember mit Terminen: Terminen, wann welches Turnier voraussichtlich welche Prüfungen anbietet- das kann sich ja immer auch nochmal ändern. Aber auch Termine, wie Hochzeiten, Junggesellinnenabschiede, Seminare und Fortbildungen in beruflicher Hinsicht und auch Geburtstage und feste Termine der Familie füllen langsam aber sicher die Seiten der Jahresübersicht. Schon fallen einige Turniere raus, die durch diese Termine nicht machbar sind.

So – nun geht es daran, Prioritäten zu setzen. Fahre ich weiter (und bin dann am Montag echt ko, wenn ich aufstehen muss, um zur Arbeit zu fahren), um zu einem besonders schönen Turnier zu fahren, oder reite ich das, was näher an meiner Heimat liegt, jedoch jedes Jahr fast dasselbe ist?

Eins ist sicher: Die Profis sind auf den ersten Turnieren der Saison eh überall in großer Anzahl aufzufinden- ausweichen zwecklos. Sicherlich auch toll, auf den ländlichen Turnieren den Championatsreitern zusehen zu können. Aber manchmal auch frustrierend, wenn dann nicht in Abteilungen nach Leistung aufgeteilt wird (sondern nach Buchstaben, Alter oder sonstigen kreativen Charakteristika).

Steht dann so in etwa ein grober Plan, welche „Highlights“ anvisiert werden sollen, bleibt noch die große Frage, wann und wohin fährt man mal zum „normalen“ Turnier. Auch das ist immer wieder freudig, vor allem seitdem die Veranstalter die Möglichkeit haben, die Startplätze zu limitieren. Möchte ich also nicht 2 Monate vor Nennungsschluss meine Nennung schon abschicken, so kann es dann doch passieren, dass ich auch zum Springturnier einen Weg von 70 km auf mich nehmen muss. Alles gut, es bietet dem Veranstalter mehr Planungssicherheit.

So kommt es dann, dass spätestens Mitte August (wenn denn das Pferd fit geblieben ist…) der Moment da ist, an dem der Wecker sich morgens um 4 Uhr bemerkbar macht und ich mich frage „waaaaaaarum?“. Steht dann ein Buschturnier an, weiß ich spätestens wenn ich in der Startbox stehe, warum.

Doch so gut man die Saison auch plant, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Wiebke Struck