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Padgets Clifton Promise: Auch B-Probe positiv

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War Jonathan Padgets Clifton Promise in Burghley gedopt? Die Archivaufnahme entstand beim Badminton-Sieg 2013 (Foto Wolf-Dietrich Nahr)

Auch die B-Probe von Jonathan Padgets Clifton Promise war positiv. Das meldet Horse & Hound auf seiner Internetseite.

Dem englischen Reitsportmagazin ist die Nachricht zu verdanken, dass sich der Verdacht gegen den Badminton- und Burghley-Gewinner erhärtet hat. Horse & Hound zitiert Equestrian Sport New Zealand (ESNZ). Die Quelle beruft sich wiederum auf die FEI. Paget bestätigte diese Information, indem er einerseits das Ergebnis der B-Probe als „enttäuschend“ bezeichnet habe; andererseits sei es nicht überraschend, weil diese Probe ja zur gleichen Zeit von dem Pferd genommen worden sei.

Bei Clifton Promise war nach dem Sieg in Burghley das Beruhigungsmittel Reserpine festgestellt worden. Paget erklärte jetzt, er werde gemeinsam mit seinem Team für „volle Aufklärung“ sorgen.

Aus jenem Team stammt auch der Australier Kevin McNab, dessen Clifton Pinot ebenfalls Reserpine-positiv gewesen war. Dessen FN hat das Ergebnis der B-Probe bisher laut Horse & Hound nicht veröffentlicht.

Beide Reiter dürfen im Moment nicht an internationalen Events teilnehmen. Ihnen droht eine zweijährige Sperre (Siehe auch den früheren Bericht von buschreiter.de auf dieser Seite)

Dopingfälle

Jonathan Padget droht Verlust des Burghley-Titels

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Die internationale Vielseitigkeitsszene hat nach vielen Jahren wieder einen Doping-Skandal: Zwei Eventer aus Australien und aus Neuseeland sehen sich mit dem Vorwurf konfrontiert, dass ihre Pferde beim CCI**** in Burghley im Herbst 2013 unerlaubte Substanzen im Blut hatten – einer von beiden ist der Burghley-Sieger und Rolex-Grand-Slam-Anwärter Jonathan Paget.

Die Internetseite von The New Zealand Harald berichtete am Dienstag, dass der Eventing-Shooting-Star Paget mit einem positiven Doping-Befund seines Badminton- und Burghley-Siegerpferdes Clifton Promise konfrontiert sei: Der Labortest der A-Probe, gezogen in Burghley, sei positiv gewesen: Bei dem Pferd sei das Medikament Reserpine festgestellt worden. In der Humanmedizin wird das Präparat als Blutdrucksenker und als Psychopharmaka verwendet.

Neben Padget hat es auch den Australier Kevin McNab erwischt, dessen Pferd Clifton Pinot ebenfalls Reserpine im Blut gehabt haben soll. Das ergab eine Dopingprobe, die auch in Burghley genommen worden ist. Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge gehören beide Pferden dem selben Besitzer.

Inzwischen sind die beiden Fälle auch auf dem aktuellen „Table of Suspensions“ der FEI dokumentiert, nachzulesen auf der Internetseite www.horsesport.org. Wenn man die kryptische Veröffentlichung des internationalen Verbandes richtig deutet, dann ist zunächst für die beiden Pferde eine zweimonatige Sperre verhängt worden – die für die beiden Reiter ist zunächst unbefristet.

Diversen Medienberichten vom Dienstag zufolge steht das Resultat der B-Probe noch aus. Paget sei «verständlicherweise geschockt» und weise wie alle betroffenen Parteien den Vorwurf der verbotenen Leistungssteigerung zurück, wurde am Dienstag berichtet.

Padget hatte vor dem Burghley-Sieg auch den Klassiker Badminton mit Clifton Promise gewonnen und sah dem mit 440.000 US-Dollar dotierten Gewinn des Grand Slams für den Fall eines dritten Sieges in Kentucky im Frühjahr 2014 entgegen. Doch möglicherweise wird daraus nichts: Sollte sich der schwere Doping-Vorwurf erhärten, dann müsste der Neuseeländer mit einer mindestens zweijährigen Sperre rechnen.

Damit nicht genug: Paget könnte auch der hochdotierte Burghley-Sieg aberkannt werden.

Der vorläufigen Sperre der beiden Reiter folgt nun bei positiver B-Probe ein FEI-Hearing, bei dem die Betroffenen Gelegenheit haben, die unerlaubte Medikation aufzuklären.

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Kevin McNab und Clifton Pinot in Luhmühlen: Das Paar sieht sich nach Burghley mit einem Dopingverdacht konfrontiert (Foto Julia Rau)