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Marbach – Von Champions, Shootingstars, Robert und den Glücksrittern

Noch steht der Nennungsschluss für das Top-Turnier auf dem Gelände des baden-württembergischen Staatsgestüts bevor, doch die schon jetzt feststehenden Teilnehmer versprechen Sport der Extraklasse. Dafür garantieren neben routinierten Olympiasiegern, Welt- und Europameistern auch junge Talente der internationalen Szene. Doch Marbach bietet noch viel mehr – unter anderem eine Typisierungsaktion und die Möglichkeit, sich für kranke Kinder zu engagieren…

Foto: Thomas Hartig

Der Preis der Besten: Auf Michael Jungs Spuren
Diese Startmöglichkeiten sind deutschlandweit einmalig: Ein CIC3* mit Mannschaftswertung, das nicht nur EM-Vorbereitungsprüfung ist und in dem für den U25-Förderpreis gepunktet werden kann, sondern in dessen Rahmen auch das Deutsche Berufsreiterchampionat ausgetragen wird. Dazu lange und kurze Ein-Stern-Vielseitigkeit, CCI* und CIC*, in denen jüngere Pferde die inter-nationale Bühne betreten und Baden-Württembergs Beste um den Titel des Landesmeisters rei-ten. Und nicht zu vergessen die Jüngsten im Sattel, die Ponyreiter: Nicht nur für Deutschlands vielversprechenden Nachwuchs ist das CCIP2* EM-Sichtung, außerdem reiten Teams um den Alpencup, und der „Preis der Besten“ wird ebenfalls in diesem Wettbewerb ausgetragen.
Dieser Wettbewerb feierte übrigens 2002 in Warendorf Premiere, und der erste Sieger hieß Mi-chael Jung. Der Kreis schließt sich also, wenn die Ponyreiter, die seit 2009 ihren eigenen „Preis der Besten“ haben, diesen in diesem Jahr in Marbach austragen und dort auf ihr Vorbild, die Nummer eins der Welt treffen. Da wird sicher so manches Autogramm fällig…

Von irischen Wiesen auf schwäbische Weiden
Das hat sich möglicherweise zum Zeitpunkt des Turniers auf der Schwäbischen Alb ein junger Mann aus Irland schon geholt: Cathal Daniels war 2012 Doppel-Europameister der Ponyreiter, 2013 und 2014 mit dem irischen Team Junioren-Europameister, 2015 als Junger Reiter holte er EM-Bronze. Auf der Grünen Insel gilt er als der Shootingstar der Vielseitigkeitsszene. Der 20-Jährige will Marbach als Vorbereitung für die Europameisterschaften der Jungen Reiter in Millstreet in seiner Heimat nutzen und eine Woche zuvor beim Vier-Sterne-Klassiker im britischen Badminton an den Start gehen. Dort konkurriert er unter anderem mit Michael Jung, Ingrid Klimke und Andreas Dibowski – und in Marbach gibt’s dann ein Wiedersehen mit allen!

Solidarität mit Robert – Typisierungsaktion im Gelände
So vielfältig wie das Prüfungsangebot ist in Marbach auch das Rahmenprogramm, das vom Shetty-Turnier am Samstag über einen Malwettbewerb für kleine Künstler bis hin zur Verkaufsschau des Pferdezuchtverbandes Baden-Württemberg reicht, und zu dem am Sonntag auch das Haupt- und Landgestüt zwei Showacts beiträgt.
In diesem Jahr können sich Turnierbesucher darüber hinaus auch noch für einen guten Zweck engagieren und sich typisieren lassen. Die Idee dazu wurde am Rande des ersten Team-Meetings geboren. Der Hintergrund: Robert Vuk ist eine feste Größe im Marbach-Team. Und Robert hat Leukämie. Bei dem Treffen erzählte der Familienvater, der seit Jahren während des Turniers dafür sorgt, dass vom Reiter-LKW bis hin zum Catering-Stand überall Strom zur Verfügung steht, von seiner Krankheit und seiner Perspektive, wenn nicht bald ein Spender für die Stammzell-Transplantation ermittelt werden könne… Ein solcher hat sich glücklicherweise inzwischen ge-funden, doch Betroffene gibt es viele. Deshalb findet im Rahmen des Turniers am Rande der Geländestrecke eine Typisierungsaktion statt. Am Samstag, 13. Mai, kann sich jeder zwischen 17 und 45 Jahren daran beteiligen. Die Teilnahme ist übrigens nicht nur schmerz-, sondern auch kostenfrei, denn finanzielle Unterstützung hat sich bereits gefunden: B.L.u.T.ev, die Firma Lamm-fell-Mattes und der Members Club Marbach tragen die Kosten.

Autogrammstunde mit Parareiterin Hanne Brenner
Apropos Mattes: Am Stand der Firma präsentiert sich auch der von Hannelore Brenner ins Leben gerufene Verein „Kleine Glücksritter“. Mit seiner Hilfe ermöglicht die Parareiterin, die seit einem Reitunfall vor mehr als 30 Jahren inkomplett querschnittgelähmt ist, schwer kranken Kindern und ihren Geschwistern den Kontakt zu Pferden – für glückliche Momente… Und natürlich lässt es sich die Frau, die allein 13 Medaillen von Weltmeisterschaften in ihrer Sammlung hat, nicht nehmen, nach Marbach zu kommen, Autogramme zu geben und ihren kleinen und großen Fans Rede und Antwort zu stehen. Darauf freut sich nicht nur Firmeninhaberin Elke Jordan-Mattes, die für ihr Engagement für Leukämiekranke in diesem Jahr mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, sondern ganz sicher auch das Marbacher Publikum!

Foto: Thomas Hartig

Quelle: Veranstalter / Dr. Michaela Weber-Herrmann