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LPO 2018- was ändert sich ?

Die LPO wurde in einer Neufassung veröffentlicht und wird zum 01.01.2018 gültig sein.

Wir haben wichtige Änderungen für Sie aufgrund eines Seminars von Herr Friedrich Otto-Erley (FN) und Roy Bartels (FN) zusammen getragen- allerdings ist diese Auflistung selbstverständlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit und wir bitten Sie, die Paragraphen selber in der LPO nachzulesen. Die Bereiche Voltigieren und Fahren sind bei uns nicht berücksichtigt worden.

Hier erhalten Sie die neue LPO

und das dazugehörige Aufgabenheft 2018.

Grundregeln des Verhaltens im Pferdesports- Verhaltenskodex

Auf Seite 21 ist der Verhaltenskodex im Pferdesport mit dem Hinweis auf die im Reitsport (selbstverständliche) Inklusion ergänzt worden


§17 Altersklassen

Ab 2018 wird es auch national die Alterklasse Children- U14 geben.


§20 Schnupperlizenz

Die Schnupperlizenz wird es von nun an für maximal 2 Jahre geben, danach ist ein Reitabzeichen notwendig, um dann LK 6 zu beantragen.


§20.6.7 geschlossene/ offene (Amateur-) LP

geschlossene Prüfungen dürfen nur noch Reiter mit dem Vermerk „A“ im Reitausweis starten.

Option A = Amateur, Option B= kein Amateur

Die Optionen A und B sind wie in der LPO 2013 vorgesehen, allerding gibt es ab 2018 offiziell den Amateur-Status mit seiner Definition. Zu den Amatueren zählen folgende Reiter/innen (Durchführungsbestimmungen zu §20.6.7 auf Seite 267 der LPO):

Der Amateur „erzielt gewerbsmäßig kein Einkommen

  • durch den Beritt von Pferden für Dritte
  • durch das Erteilen von Reitunterricht
  • durch regelmäßigen Handel mit Pferden.“

Zudem gelten folgende Regeln:

  • LK 7 (ehemals LK 0), 6 und 5 sind automatisch Amateure mit Ausnahme von Pferdewirten und Pferdewirtschaftsmeistern „klassische Reitausbildung“
  • LK 4, 3, 2 dürfen nicht mit mehr als drei Pferden in der zurückliegenden Saison (in 2018: 01.10.2016 – 30.09.2017) in der betreffenden Disziplin platziert gewesen sein (inkl. Aufbau-LP, exkl. Pony-LP bzw. Platzierungen mit Ponys)
  • Lk 1 Reiter sind immer Option B- Reiter, sprich keine Amateure
  • Teilnahme an S*** Prüfungen der Disziplin innerhalb der letzten Saison bedeutet ebenfalls Option B-Reiter
  • FÜR WEITERE DETAILS SCHAUEN SIE BITTE IN DIE LPO – AUF SEITE 267!

§24 Auszahlung von Geldpreisen

Die Preisgelder und Rückzahlungen von Start- und Nenngeldern sind bis zum Ende der PLS abzuholen. Im Regelfall ist der Veranstalter nicht mehr dazu verpflichtet, das Geld nach Ende der PLS noch auszuzahlen.


§26 Rückzahlung von Nenngeldern

Bei Absage von Prüfungen wegen höherer Gewalt darf der Veranstalter folgendes einbehalten:

3 € je reserviertem Startplatz

10 € je reserviertem Startplatz bei Vielseitigkeits-LP


§38 Registrierung der Ergebnisse

Die FN wird sich an die geltende Praxis der FEI anpassen: Ab 2018 werden nicht mehr nur alle Platzierungen erfasst, sondern auch alle Starts jedes Reiters und Pferdes werden registriert und sollen einsehbar gemacht werden.


§40 Hufschmied

Bei Vielseitigkeitsprüfungen und Teilprüfungen Gelände ist die Anwesenheit eines Hufschmiedes weiterhin verpflichtend. Für alle anderen Prüfungen ist der Hufschmied nun entbehrlich. Es muss allerdings in Ausschreibung und Zeiteinteilung stehen, ob er da, nicht da oder in Rufbereitschaft ist.


§43 Zeiteinteilung

Die Zeiteinteilung muss 5 Tage vor Beginn des Turnieres veröffentlicht werden, der LK -Beauftragte muss diese 8 Tage vorher zugesendet bekommen. Sie soll zudem die Angaben über die An- bzw. Abwesenheit und möglichst die Rufnummer des Hufschmiedes enthalten.


§49 Start

§49.4: „Als Starter gilt, wer den Prüfungsplatz mit der Absicht, die Prüfung zu absolvieren, betritt.“

– eine wichtige Regelung z.B. hinsichtlich der Anzahl der Starter, die dann für die Berechnung der Platzierung berücksichtigt werden muss.


§53.7 Unfallbericht

Wie schon in der Vielseitigkeit seit längerem, wird nun auch bei Unfällen auf „normalen“ Turnieren ein Unfallbericht Pflicht. Wird ein Teilnehmer aufgrund eines Unfalls in ein Krankenhaus eingewiesen, so muss der LK-Beauftragte einen Unfallbericht anfertigen.


§56.3 Richtereinsatz

„Als Aufsicht auf jedem Vorbereitungsplatz sowie zur Kontrolle des übrigen Turniergeländes sind (..) Richter einzusetzen.“

-bedeutet: von nun an muss an jedem Vorbereitungsplatz ein Richter eingesetzt werden, es darf nicht mehr von einem Richter Aufsicht an zwei Plätzen geführt werden.


§57.1.3 „ohne Wertung“

„Nach Beendigung einer LP mit gravierenden Mängeln und /oder entsprechenden Wertnotenabzügen kann/können der/die Richter das Urteil „Ohne Wertung“ bekannt geben. Gilt nicht bei Teilprüfungen einer Kombinierten LP.“


§59.2 Siegerehrung (S. 64 LPO)

Unverändert müssen die Paare, die an 1.-6. Stelle platziert sind, müssen mit dem platzierten Pferd einreiten. Weiterhin sollen Teilnehmer mit mehreren Pferden sollen mit dem höchstplatzierten Pferd einreiten.

Abweichende Regelungen muss der Veranstalter nun spätestens in der Zeiteinteilung bekannt geben.

Nichtteilnahme an der Siegerehrung führt zur Aberkennung der Platzierung, da die Siegerehrung (nun inklusive der Ehrenrunde!) Bestandteil der Prüfung ist.

„Aus wichtigem Grund können mit vorheriger Zustimmung der Turnierleitung und der Richter Ausnahmen zugelassen werden.“


§63 Leistungsklassen

Die Lizenzprüfungen für die LK 5 wurde abgeschafft.


§66.6.6/67 „Blood rule“- Blut am Pferd

„Pferde, an denen in Bereichen, an denen üblicherweise mit Einwirkung(en) durch den Teilnehmer zu rechnen ist, frisches Blut festgestellt wird“ sind in LP nicht zugelassen.

Bei Verdacht auf frisches Blut am Pferd, sollen diese Pferde durch den Turniertierarzt in Augenschein genommen werden. Bei Freigabe durch den Tierarzt ist es möglich, bei einer Prüfungsunterbrechung durch die Richter die Prüfung an der Stelle zu Ende zu führen, an der der Reiter unterbrochen wurde. Wenn ein Abbruch nicht möglich oder unangemessen ist, ist das Pferd im direkten Anschluss an die Prüfung vom Turniertierarzt in Augenschein zu nehmen und ggf. im Nachhinein zu disqualifizieren.

Es wird zum 01.01.2018 einen aktualisierten Ausrüstungskatalog geben, in dem alle erlaubten Ausrüstungsgegenstände aufgeführt sind. Dort finden sich auch sämtliche zulässigen Reithalfter und Gebisse.

Hier finden Sie den Ausrüstungskatalog

§47 Nummernschilder

Ab 2018 reicht eine „Kopfnummer“ aus, die deutlich sichtbar am Pferd (Trense, Vorderzeug, Schabracke o.ä.) angebracht werden muss.

Die Nummer muss einen Durchmesser von mindestens 9cm haben und in schwarzer Schrift auf weißem Untergrund angelegt sein.

§68 Ausrüstung der Reiter- Sporen (S.75- 78)

„Ein Paar Sporen: zugelassen, sofern sie bei normaler Anwendung nicht geeignet sind, Stich- oder Schnittverletzungen zu verursachen.“

  • max. Länge 4,5 cm, gemessen ab dem Stiefel (inkl. Rädchen, beweglich) in Dressur- und Springprüfung (genaue Prüfungen bitte nachlesen!)
  • max. Länge 4,0 cm, gemessen ab dem Stiefel (inkl. Rädchen, beweglich- jedoch ohne Zacken), mit glatten Endflächen

„Der Sporn ist so anzubringen, dass der Dorn horizontal bzw. nach unten geneigt ausgerichtet ist.“


§70 Ausrüstung der Reitpferde

Das Drei-Ringe-Gebiss ist nun wieder erlaubt, in Spring- und Geländeprüfungen ab Klasse A* (nicht in Hunterklasse 75er/85er !)

Die beliebige Zäumung ist nun erst ab der Klasse M** zulässig.

Auch sind Schlaufzügel auf dem Vorbereitungsplatz in Springprüfungen ab der Klasse M** zulässig, allerdings weiterhin nicht beim Überwinden von Hindernissen.

Ohrenschutz ist generell zulässig, allerdings nur wie auf der Abbildung 24 (Seite 86). Ein Festbinden am Nasenriemen ist nicht zulässig.

Zum Verschnallen des Reithalfters: „Das Reithalfter soll leicht anliegen und darf weder die Atmung beeinträchtigen noch die Maultätigkeit (Kauen) des Pferdes unterbinden.“

DURCHFÜHRUNGSBESTIMMUNGEN ZU §70 (S.292)

„Mit Betreten des Vorbereitungsplatzes Springen darf die Ausrüstung an den Pferdebeinen grundsätzlich nicht mehr geändert werden. Zu diesem Zweck ist auch ein Verlassen des Vorbereitunsgplatzes nicht zulässig. Sollte im Verlauf der Vorbereitung dennoch eine Änderung erwünscht oder notwendig sein, ist dies durch den Teilnehmer der Aufsicht auf dem Vorbereitungsplatz anzuzeigen und hat in dessen Gegenwart zu erfolgen. Die Nichtanzeige der Änderung des Beinschutzes ist als „unsportliches Verhalten“ gemäß §52.2.a) zu werten.“

§312/ §317 Bewertung, auch §840- §844

Ab dem nächsten Jahr wird es in den Eignungsprüfungen Einzelnoten geben.

Bei einer Eignungsprüfung bedeutet dies:

  1. Eine Gesamtwertnote für Rittigkeit, Grundgangarten, Gesamteindruck (Dressurteil)
  2. Eine Gesamtwertnote für Rittigkeit, Springmanier, Gesamteindruck (Springteil)

Die Abzüge im Springteil entnehmen Sie bitte der LPO Seite 111.

Das Endergebnis entsteht aus der Summe der beiden Teilnote (inkl. eventueller Abzüge) dividiert durch zwei.

Bei einer Eignungsprüfung mit Geländeteil kommt eine dritte Teilnote hinzu:

3. Eine Gesamtwertnote für das Verhalten im Gelände

Hier werden dann alle drei Noten addiert und durch 3 dividiert.

§404 Sturz

Als Sturz von Teilnehmer und/oder Pferd gilt der Zeitraum zwischen dem Einritt auf dem Prüfungsplatz und dem Anreiten nach der letzten Grußaufstellung.

§500.7 Ausschreibungen

Teilnehmer von Hunterprüfungen dürfen von nun auch in anderen Prüfungen höherer Klassen auf demselben Turnier an den Start gehen.

§503 Bewertung

Von nun an gibt es kein Bruchrechnen mehr im Springen, die LPO passt sich dem internationalen Reglement an. Die Änderung hat keine Auswirkungen auf die Rangierung.

Mit Überschreiten der EZ wird je angefangene 4 Sekunden 1 Strafpunkt addiert, (bisher waren es je angefangene Sekunde 0,25).

Beispiel: EZ 60 Sek., gebrauchte Zeit 62,33.

Ergebnis bisher: 0,75 Strafpunkte, künftig 1 Strafpunkt bei o.g. gebrauchter Zeit.

(Danke an Herrn Friedrich Otto-Erley für das Beispiel!)

§505.2 Parcours

Im Parcours darf sich im Normalfall nur ein Paar aufhalten. Richter und Turnierleitung können vor Beginn der Prüfung festlegen, dass der nächste Teilnehmer sich ebenfalls auf dem Platz aufhalten darf, dies muss aber für alle Teilnehmer der Prüfung gelten.

§511 Startlinie

„Die Zeitnahme beginnt, wenn der Reiter zu Pferde die Startlinie erstmalig nach dem Glockenzeichen in der vorgeschriebenen Richtung überquert. Darüber hinaus liegt es im Ermessen des Richters, die Startlinie nicht zu aktivieren, den Startprozess abzubrechen, ein neues Startsignal zu geben und/oder den Countdown erneut zu starten, wenn die Situation es rechtfertigt.“

§513 Sturz

Nach einem Sturz ist ein Korrektursprung im Parcours nicht erlaubt.

§519 Ausschluss

Generell gilt nun für alle Springen, auch für Stilspringen, dass ein Sturz vor Passieren der Startlinie zum Ausschluß führt- nicht aber nach der Ziellinie.

§520f Stilspringen mit Standardanforderungen /Modulen

Die Stilspringen mit Standardanforderungen müssen nicht mehr als kompletter Parcours verwendet werden, sondern es können auch bestimmte Module gemäß dem Aufgabenheft Reiten ausgeschrieben werden.

§520h Stilspringen mit Zeitpunkten

Ein neues Format einer Springprüfung. Die Teilnehmer werden benotet wie in einem Stilspringen, allerdings werden 0,1 dem Ergebnis hinzugefügt, pro Sekunde, die das Paar unter der EZ geblieben ist.

§535 Spring-LP mit Idealzeit

Die Idealzeit ist nach Beginn der Prüfung nicht mehr veränderbar.

§536 Spring-LP mit Geländehindernissen

Eine Sicherheitsweste ist vorgeschrieben.

§537 Springprüfung mit steigenden Anforderungen

Das Prüfungsformat hat sich bewährt und wurde nun in die LPO aufgenommen (Seite 149).

§538 Springprüfung mit Mindeststilnote

Ebenfalls eine neue Prüfungsform. Die Reiter erhalten zunächste eine Wertnote gemäß einem Stilspringen.

Ist diese Note 6,5 (Grundnote ohne Abzüge) oder besser, so wird derselben Ritt nach §501.A.1 (Fehler-Zeit) bewertet.

Ist diese Note 6,4 (Grundnote ohne Abzüge) oder schlechter, ist diese Wertnote sein Ergebnis.

Rangiert wird nun erstrangig nach Fehler-Zeit, diejenigen mit einer Note von 6,4 und schlechter werden hinter denen rangiert, die ein Fehler-Zeit-Ergebnis haben.

Der Teilnehmer mit der höchsten Stilnote bekommt einen Sonderehrenpreis.

§600 Ausschreibungen

In VL sind nur noch Pferde (5 jährig und älter) zugelassen, „die mindestens zweimal die Teilprüfung Gelände eine VA und /oder (Stil-) Geländeritt der Klasse A und/ oder Geländepferde-LP der Kl. A ohne Hindernisfehler beendet haben.“

§620 Anforderungen

Die Abmessungen in den Klassen A* und A** wurden angepasst, Details auf Seite 153 der LPO.

Aufgrund des Ausmaßes der Problematik mit Prüfungen, in denen es eine Startplatzbegrenzung gibt, gab es mehrere Änderungen. Diese Problematik betrifft bisher vor allem die Landesverbände Rheinland, Westfalen und Hessen. Kurz nach Öffnung der Prüfungen in NennungOnline sind die Prüfungen auch schon restlos „ausgebucht“. Doch noch viel ernüchternder ist dann die Startplatzerfüllung auf dem Turnier, die häufig bei unter 50% liegt.

Nun möchte die FN mit einem Paket an Änderung gegensteuern:

1.Nennungen auf verschiedenen Turnieren

§35.4 Um der Problematik der schnell überfüllten NeOn Prüfungen mit maximalen Startplätzen (NeOn Max im folgenden genannt) entgegen zu wirken, dürfen ab 2018 nur noch

„Je Veranstaltungstag (..) bei max. zwei PLS Startplätze in LP mit vorgeschriebener Maximalzahl der zulässigen Nennungen reserviert werden.“

Damit soll verhindert werden, dass Reiter auf verschiedenen Turnieren nennen und unnötig Startplätze blockieren.

2. Nennungsschluss und Ausschreibung

Zudem regeln die Durchführungsbestimmungen zu §34 (LPO Seite 277) , dass der Nennungsschluss 11-21 Tge (maximal 28 Tage) vor dem ersten Tag der PLS liegt. In Zukunft soll einige Tage vor der Freischaltung der NeOn Max Prüfungen bereits in NeOn die Ausschreibung einsehbar sein.

3. Ausschreibung der NeOn Max Prüfungen

Die Durchführungsbestimmungen von §23.1.3 (LPO Seite 267) regeln, dass NeOn Max Prüfungen nur noch mit Handicaps auszuschreiben sind:

jeweils ist ein räumliches ( z.B. Landesverband, Kreisverband- bundesweit nicht zulässig)

und ein weiteres, sportfachliches ( z.B. Leistungsklassen, Ranglistenpunkte, Alter, Erfolge) Handicap sind erforderlich!

Dies gilt aber nur für die NeOn Max Prüfungen!!