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Jock Paget hängt in der Luft

Wie Jock Pagets reiterliche Karriere weitergeht, ist immer noch ungewiss. Der immer noch nicht abgeschlossene Doping-Vorwurf mit Siegerpferd Clifton Promise wirkt sich zudem negativ auf seine Finanzen aus.

Der Kiwi Buschreiter wartet zur Zeit auf die Vorladung vor das FEI Tribunal. Paget und sein Siegerpferd waren im September 2013 die strahlenden Sieger im CCI 4* in Burgley (GBR). Doch die Freude währte nicht lange, da die Dopingprobe des Pferdes positiv war. Auch die B-Probe bestätigte das Vorhandensein von Reserpin im Blut von Clifton Promise.

Der erfolgreiche Vielseitigkeitsreiter ist seit September 2013 gesperrt und darf weder an nationalen noch an internationalen Turnieren teilnehmen. An einen möglichen Start beim CCI 4* in Badminton vom 8. – 11. Mai glaubt Paget laut NZ Herold nicht. Auch ein Start in Kentucky steht aktuell nicht zur Debatte, da die persönliche Anhörung vor dem Tribunal nicht vor Ende April, Anfang Mai stattfinden wird und eine Entscheidung in der Regel weitere sechs Wochen dauert.

Paget äußert sich kaum zu den Vorwürfen, sagt nur, dass er unglaublich frustriert ist. Mit dem Saisonstart in England vor Augen und den Turnieren in Kentucky und Badminton, ist ihm seine missliche Lage durchaus bewusst. Seit der Sperre hat er keine nennenswerten Turniere verpasst.

Pagets Fall ist sehr komplex. Am Ende bleiben drei mögliche Ergebnisse:

  1. Er ist unschuldig und kann beweisen, dass er nicht wusste und auch keine Kontrolle darüber hatte, wie das Medikament ins Blut des Pferdes gelangte. Die Ergebnisse der Analyse des Futters könnten beispielsweise belegen, dass es kein Vorsatz und keine Fahrlässigkeit im Spiel war. Bislang gelang es jedoch nur der britischen Distanzreiterin Christine Yeoman im Jahr 2009 einen Freispruch in einem Dopingfall zu erreichen. Sie wurde damals von demselben juristischen Team vertreten wie Paget.
  2. Das Schiedsgericht entscheidet, dass keine signifikante Schuld oder keine nennenswerte Fahrlässigkeit vorliegt. Dieses Urteil könnte trotzdem zu einer Sperre von etwa einem Jahr führen.
  3. Das Schiedsgericht ist der Ansicht, dass mildernde Umstände aufgrund der Tatsache, dass Reserpin in Clifton Promise Blut gefunden wurde, nicht in Frage kommen. Dies würde zu einer Sperre von etwa zwei Jahren führen.

Alles andere als ein Freispruch würde ihn von den Weltreiterspielen Ende August in Frankreich – dem Spitzenevent für das neuseeländische Team neben den Olympischen Spielen – ausschließen.

Es wäre auch ein weiterer Einbruch für seine wirtschaftliche Situation, die bereits massiv gelitten hat.

Er hat nicht nur seinen Burghley-Gewinn zurück geben müssen und somit die Chance verspielt, den $ US350.000 Grand Slam of Eventing zu gewinnen (für den Gewinn Badminton, Burghley und Kentucky in Folge) – ihm gehen auch Sponsorengelder verloren. Zudem droht die Aussetzung der sportlichen Förderung von  $ 55.000 des neuseeländischen Sportverbands.

Paget ist nach Hause nach Neuseeland gereist, um Lehrgänge zu geben, während sich seine Teamkollegen sich auf eine große Saison in Europa vorbereiten.

Quelle

 

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Aktuell in Warteposition: Jonathan Paget (Foto: Julia Rau)