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Im Portrait: Miriam Bray – Pferdewelt Mailham

Talente entdecken – Talente fördern:
Ein wahrlich vielseitiges Ausbildungskonzept

Die Deutsche Meistern und frühere EM-Teilnehmerin bei Junioren, Jungen Reitern und Senioren, Miriam Bray, achtet darauf, für jeden vierbeinigen Sportler die passende Disziplin zu finden.

Die Pferdewirtin und diplomierte Kauffrau kümmert sich in ihrer „Pferdewelt“ Mailham um die Ausbildung fremder- als auch ihrer eigenen Verkaufspferde. Zusammen mit ihrem Partner Norbert, der auf eine langjährige Erfahrung als Züchter und Hengsthalter zurück blickt, haben sie einen Zucht- und Ausbildungsbetrieb ganz im Süden von Deutschland, fast schon an der Österreichischen Grenze.

Das Ausbildungskonzept ist genauso vielfältig wie das Team, das sich in Rotthalmünster um rund 80 Pferde kümmert. Davon befinden sind mehr als die Hälfte im Training. Unterstützt werden Miriam und Norbert von der selbständigen Dressurreiterin Charlotte Biller und dem Springreiter Ugur Sirrin, beide bis Klasse S platziert.

„Somit können wir jedes Pferd, das zur Ausbildung zu uns kommt, je nach Talent entsprechend bereiten“, erläutert Miriam ihr Konzept. Miriams Herz schlägt für die Vielseitigkeit, sie selbst ist durch und durch Buschreiterin. Ihr Ziel ist es jedoch, aus jedem Pferd das bestmögliche rauszuholen.
So kann es schon mal sein, dass ein für den Busch angedachtes Pferd zum Dressurpferd wird oder andersherum. „Die Pferde halten sich nicht immer an die Vorgabe der Blutslinie“, sagt Miriam mit einem Augenzwinkern. „Wichtig ist es, das Talent zu entdecken und dann optimal zu fördern“.

Und Miriams Konzept ist erfolgreich: Die Berufsreiterin hat beispielsweise die De Niro x Sandro Hit Stute Galaxy von ihrer Dressurreiterin Charlotte übernommen und mit ihr das österreichische Bundeschampionat der Vielseitigkeitspferde gewonnen. Ihr Trakehnerhengst Persson wiederrum absolvierte als Fünfjähriger alle Jungpferdeprüfungen, wird von Miriam aber mittlerweile Dressur geritten. Die Ergebnisse sprechen für sich: Der Rappe ist M** platziert und soll 2014 sogar Klasse S gehen.

Alle Ausbildungspferde werden auf dem Geländeplatz gearbeitet, auch die Dressur- und Springpferde. Diese springen nicht über die festen Hindernisse, lernen aber durch das Reiten zwischen den Sprüngen und das Galoppieren auf der hofeigenen Rennbahn überall vorbeizugehen und im Turnier einfach ausgeglichener zu sein.

Blutlinien – von Mensch und Tier

Miriam hatte von klein auf nur Pferde im Kopf. Dabei hatten weder ihre Eltern, Verwandte noch Freunde eine Verbindung zu den Tieren. „Ich habe zwar meinen Opa nie kennengelernt, aber er war Tierarzt. Es muss mir wohl irgendwie im Blut liegen“, erzählt die gebürtige Rotthalmünsterin. Zum Glück konnte Miriam ihren Willen durchsetzen und fand zuerst in ihrer Mutter, später auch in ihrem Vater, Verbündete, die ihre Leidenschaft zu den edlen Vierbeinern unterstützten.

Mit Partner Nobert hat Miriam Mailham, das in der Nähe von Passau liegt, innerhalb der letzten zehn Jahre nach und nach ausgebaut. Mittlerweile hat sich die eigene Zucht stark vergrößert, so dass jedes Jahr zwischen acht und zehn Fohlen zur Welt kommen.

Miriam, die immer schon ein Vollblutfan war, hat nie daran geglaubt, dass Warmblüter dauerhaft gute Buschpferde sein können. Die Ausdauer und Härte bekomme man einfach nur durch den Faktor XX. Die Schwierigkeit sei nur, die richtigen Vollblüter zu finden. „Da haben wir mit unseren beiden Deckhengsten Shamal XX und Desirao xx wirklich richtiges Glück gehabt“, freut sich die Pferdeliebhaberin. „Beide sind von ausgesprochen guter Qualität, aber sehr verschieden.

Shamal – der im Pedigree die besten und bedeutendsten Blutlinien, die es in der Vollblutzucht gibt, vereinigt – ist ein klassischer Veredler für gröbere Stuten. Desirao – als Rennpferd überaus erfolgreich mit einem GAG von 91 und Black Type Status – ist sehr groß und als Vererber für Steeplechase-Formate geeignet.

Dass sie für guten Nachwuchs sorgen, haben die beiden Hengste bereits erfolgreich gezeigt.
Drei Nachkommen von Desirao haben sich 2013 für das Bundeschampionat qualifiziert. Shamals Nachwuchs hat schon einige Springpferde- und Vielseitigkeitsprüfungen gewonnen. „Das heißt, sie haben sich züchterisch schon bewährt und wir wissen, wie sie sich vererben. Somit gehen die Züchter kein so großes Risiko mehr ein“, erklärt Miriam.

Miriams und Norberts Stuten sind selbst herangezogen und alle schon mehrmalig auf Turnieren gestartet, so dass die beiden sie sehr gut kennen und passend paaren können. Das Ziel ist es, einen Vollblutanteil zwischen 50 und 93 Prozent zu erhalten: qualitätsvolle, rahmige Blutpferde. „Da diese Pferde keinen Marktwert als Fohlen besitzen, behalten wir die meisten und bilden sie soweit aus, dass sie bereits Turnierplatzierungen haben. Bei uns bekommen Käufer sozusagen das fertige Produkt, ein gerittenes Pferd. Von der Aufzucht über die Ausbildung bis hin zur erfolgreichen Turnierteilnahme – der ganze Prozess findet bei uns statt“, betont Miriam.

In diesem Jahr geht Miriam mit einigen ihrer jungen Pferde an den Start, beispielsweise bei Geländepferdeprüfungen oder Nachwuchspferdeprüfungen. Allerdings plant sie immer in einem vier bis acht Wochen Rhythmus, da gerade bei den Youngstern die Leistungen sehr unterschiedlich ausfallen können. „In welche Richtung es im Endeffekt geht, wissen wir erst, wenn wir es ausprobiert haben“, lacht Sandra. Je nach Talent, Mut, Mitarbeit werden Prüfungen ausgewählt und jedes einzelne Pferd spezifisch gefördert und darauf vorbereitet.

Wir wünschen Miriam und ihrem Mailham-Team weiterhin so viel Erfolg und Glück! (sls)

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(Foto: privat)