Start / Allgemein / Goldene Schärpe 2014 mit zwei Seiten der Medaille

Goldene Schärpe 2014 mit zwei Seiten der Medaille

 Die Goldene Schärpe, auch „Deutschlandpreis der Ponyreiter“ genannt, ist eine Traditionsveranstaltung unter den Juniorenprüfungen und hat schon so manches Talent hervorgebracht.

Ergbebnisbericht Goldene Schärpe Ponys in Seelitz

Die Kinder waren in diesem Jahr zu Gast beim Landesverband Sachsen in Seelitz. Bei der Goldenen Schärpe geht es nicht nur ums Reiten, die Kinder müssen sich sowohl im Sattel, als auch vom Boden aus beim Vormustern der Ponys beweisen. Außerdem wird auch von ihnen ein Fitnesstest verlangt, der allerdings ohne Bewertung bleibt.

Geritten wird eine kombinierte Prüfung der Klasse E mit Vormustern und Theorieteil.

Die Mannschaftswertung gewann in diesem Jahr Hannover I mit den Reitern Linn Sophie Mauchert, Laura Diedrich, Joelle Celina Selenkowitch, Marlene Gas und Alicia-Marie Endrikat. Auf Platz zwei folgte Westfalen IV mit Theresa Schulze Wartenhorst, Marina Leimkühler, Isabell Seliger, Johanna Bäing und Sabine Schulte Beckendorf. Über den dritten Platz auf dem Siegerpodest freuten sich die Mädels vom Team Schleswig-Holstein I mit Jelka-Katharina Theede, Solveig Helene Schumacher, Chiara Sophie Graage, Johanna Beckmann und Hella Jensen.
Alle weiteren Mannschaftsergebnisse finden Sie hier:

Bildschirmfoto 2014-01-26 um 19.46.45

In der Einzelwertung ging der Sieg an Loort Fleddermann mit Sandro, gefolgt von Linn Sophie Mauchert auf Marlec. Platz drei errang Lena Voß auf dem No Name Girl.
Hier geht es zur Übersicht der Ergbnisse Einzelwertung Goldene Schärpe / Einzelwertung Kleine Schärpe:

Bildschirmfoto 2014-01-26 um 19.46.45   Bildschirmfoto 2014-01-26 um 19.46.45

Die buschreiter Redaktion erreichte heute aber auch eine kritische Stimme zu der Veranstaltung, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.

 

Seelitz 2014 Goldene Schärpe Pony. Bericht aus Eltern-Sicht:

Goldene Schärpe Pony, das ist für die Kids der erste Auftritt in einer Mannschaft, mit Sichtung, Wappen auf dem Ärmel, Mannschaftswertung, Teamgeist, Schulbefreiung, 3 x Übernachten, also das ist alles total spannend. Genau so war die Stimmung bei der Anreise. Wenn man den wunderschönen Turnierplatz mal gefunden hatte, waren da superfröhliche Kinder aus ganz Deutschland, wuselige Ponys, aufgeregte Eltern, jeder Landesverband suchte sich eine Ecke auf dem Hängerplatz, es wurde gelacht, gegrillt, Stallgasse dekoriert, Teamkleidung ausgeteilt, es konnte los gehen. Der neue Fitnesstest von 2000 Metern laufen eröffnete die Prüfung, viel Gelächter, anfeuern und motivierte vergnügte Kinder. Der super Stimmung tat es auch keinen Abbruch, dass dann der Theorie-Teil kam, und auch die Geländebesichtigung, bei der klar wurde, dass das hier kein Hühnerrennen war, war fröhlich und ausgelassen. Am Samstag ging es los mit der Dressur. Aufgrund des riesigen Starterfeldes wurde auf 2 Vierecken parallel geritten. Super herausgebrachte Ponys, konzentrierte Kinder, soweit alles gut. Nach den ersten Startern stellte sich die erste Ratlosigkeit bei den Eltern ein: nach was geht es denn hier überhaupt? Während auf dem einen Viereck ein sehr niedliches und talentiertes Kind seine Dressur absolvierte, ohne dass das Pferd auch nur ein einziges Mal durchs Genick gegangen wäre und dafür 6,5 erhielt, sah man auf dem anderen Viereck eine sehr ordentliche Dressur mit einem Aussetzer im Galopp mit einer 6.2. Zu enge Pferde mit guter Wertung, säuberlich geritten mit knapper Beurteilung, es war kein System zu erkennen, es wurde wild spekuliert, gibt es einen Bonus für kleine Kinder? Oder für Jungs? Oder für Landesverbände? Nichts von dem konnte bestätigt werden, das Rätseln ging weiter. Und man konnte die Kinder ja trösten: bei dem Gelände entscheidet sich das nicht in der Dressur, Kopf hoch, weiter geht’s.

Vor dem Gelände noch kurz die Wappen auf die anderen Satteldecken nähen, die eigene Nervosität und auch die Angst um die Kids bloß nicht zeigen, es gab da eine richtige landes-Verbands-übergreifende Eltern-Solidarität, das tat sehr gut. Die Strecke war toll gebaut, 15 Sprünge, 15 Aufgaben, 3 x Wasser bergauf, bergab, wirklich super, für viele aus dem E –Bereich sicherlich das erste Mal, dass sie so etwas reiten durften. Für die Richter ein Mammut-Programm: Über 90 Stilnoten zu vergeben, das ist eigentlich gerecht kaum möglich. Die Kommentare, die über den Lautsprecher abgegeben wurden, waren sehr fundiert, positiv, genau auf den Punkt die Probleme gesehen und auch motivieren, Hut ab, Dietmar Hogrefe hat alles gegeben und auch nach Stunden des Kommentierens nicht nachgelassen, das verdient den höchsten Respekt. Die Notenfindung war allerdings in vielen Fällen wieder ein Rätsel und die meisten Landesverbände wunderten sich. Der Kurs war selektiv, es waren sehr verteilt zahlreiche Verweigerungen, aber zum Glück sahen die meisten Reiter das Ziel, wenn auch einige mit Abzügen. Eltern waren erleichtert, erstaunt, enttäuscht, aber auf jeden Fall in Eile, alles schnell mit aufzuräumen, schließlich war ja eine halbe Stunde später der Länderabend. Zeit zu duschen war nicht, das war eigentlich ganz gut so, es gab nämlich keine Duschcontainer, von daher wurde kurz drüber gesprüht und los gings, hungrig war man ja auch. Die Stimmung in der Halle war immer noch gut, obwohl das Abendessen echt eine Frechheit war. Wieso bei bezahlten 400 Anmeldungen 3 unfreundliche Menschen an der Essensausgabe stehen und nach nicht einmal der Hälfte nichts mehr da ist, dann hektisch irgend etwas nachgekocht wird, das ist nicht nachvollziehbar und so einer Veranstaltung auch nicht würdig. Na ja, essen ist ja nicht so wichtig, einige Eltern holten noch alles aus ihren Autos und Wohnwägen, was sie an Vorräten noch mitgebracht hatten, und mal weniger essen schadet ja auch nicht wirklich..

Am Sonntag früh war um 8 Uhr das Vormuster dran: wieder in zwei Richtergruppen, sonst dauert das zu lange. Vorher hektische Eltern, die an Ponys und Kindern rumputzen, Haarlack, Schuhcreme, der volle Einsatz aller Beteiligten. Und dann kam die Ernüchterung der Noten: halb geputzte Ponys, die nicht ordentlich standen und beim traben so hinterherschlingern mit 8,5, ordentliche Leistungen, so wie sie auf dem Merkblatt der FN stehen mit 7,0, Betreuer, Trainer, Eltern, jeder zuckte nur noch mit den Achseln, das ist halt so, da kann man nichts machen. So viele ratlose Eltern und weinende Kinder wie Sonntag früh habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Das macht keinen Spaß, die Stimmung kippte und erholte sich auch leider bis zum nachfolgenden Springen nicht mehr wirklich. Die meisten Eltern und wohl auch viele Kinder wollten das Ganze nur noch irgendwie mit Anstand hinter sich bringen, die Schlachtrufe der Teams waren zaghaft und wenig, da half es dann auch nichts mehr, dass erneut die Kommentierung von Dietmar Hogrefe sehr treffend und positiv war.

Fazit aus Elternsicht: wenn man ehrgeizige Kinder hat, die üben, die Sache ernst nehmen und sich wirklich Mühe geben, ist man auf dieser Veranstaltung verkehrt. Kindern erklären zu müssen, was man selber nicht versteht, ist anstrengend. Wenn es ein Fest für die Nachwuchskinder im Sport sein soll, gerne, dann ohne Bewertung mit mehr fun-faktor, wenn es um einen Wettkampf gehen soll, muss man über den Bewertungs-Modus nachdenken. Wie wäre es denn mit 2 Abteilungen für jüngere und ältere? Oder mit nur einer Mannschaft pro Landesverband, dann kann das eine Richtergruppe auch alleine bewältigen. Es waren einige Landesverbände dabei, die sich ernsthaft überlegen, ob sie den Aufwand einer Beschickung nächstes Jahr wieder auf sich nehmen und erwägen, es lieber zu lassen. Eigentlich sehr schade, so begeistert, wie alle am Donnerstag angereist sind….

(Carola Bierlein)

7 Kommentare

  1. Nachdem ich nun schon zweimal die Schärpe und auch andere Turniere dieser Größenordnung miterlebt habe, spricht mir der Bericht von Frau Bierlein aus dem Herzen. Kein Gemecker, sondern das Positive herausgestellt, trifft sie die Sache auf den Punkt. Warum man bei fast 100 Startern die Abteilungen nicht nach Alter trennt ( z.B. von 10-13 und von 14-16 Jahren) ist mir ein Rätsel.
    Man muss daheim schon erklären, wenn man als 20. und Platziert heimkommt, was das immer noch für eine Riesenleistung ist in einem so großen Feld. So geht leider der Spaß und auch das Erfolgserlebnis für die Kinder verloren. Unser Tränenreich war, als wir 4. in der Gesamtwertung waren, es aber für uns leider keine blaue Schleife mehr gab und wir eine kaputte Grüne bekamen. Das ist für so ein Kind eine Katastrophe.

  2. Thomas Kramer

    Wie wahr!
    Ich würde mehrere Richter aus diversen Verbänden vorschlagen, die beste und die schlechteste Wertnote streichen und schon wird’s fair. Sehr suspekt waren mir auch Kommentare zu den Bewertungen, die am Ende nicht wirklich zur Bewertung passten. „… im Ansatz schon gut zu erkennen. Dafür vergeben wir heute eine 7,5 …“ oder andersherum “ … nichts wesentliches auszusetzen. Dafür gibt es heute eine 6,7 …“.
    Bleibt ein fader Beigeschmack für eine sonst sehr schöne und gelungene Veranstaltung. Danke an den Veranstalter.

  3. Caroline Rohmann

    Absolut Zutreffend!
    Die Notengebung bzgl. Niedlichkeitsfaktor wird hier sehr gut beschrieben, ebenso das unverständliche Richten des Vormusterns, unser Fazit daraus; dass müssen wir mit den Kindern wohl nicht mehr über, einfach das Pony rausziehen und irgendwie hinstellen und rumführen…. Die Geländestrecke war sehr schön, aber für ein E Stil Gelände für Ponys obere Grenze (hier reiten ausschliesslich Kinder mit KL5-6), am Abend wo wir angekommen sind, gabs da mehrere Beschwerden und einige Sprünge wurden tiefer gebaut. Der letzte Sprung sogar 15 cm, was bei der Kl. E schon viel ist. Die Kinder waren nach der ersten Besichtung des Geländes etwas verunsichert, und das gerade nach dem kürzlich im Geläde einige Unfälle geschen sind… Der Länderabend war eine Katastrophe! Ein sogenanntes Büffet, welches dann aus Reis und Gulasch bestand und bei weitem nicht ausreichte. Bei der Menge an Leuten hätte es auch midestens 2 Essensausgaben geben müssen. Wir haben dann mit unserem ganzen Team die Veranstalungs verlassen und sind Essen gegangen. Sehr schade alles, da der Veranstaltungsort wirklich super schön war und sich dort sehr viel Mühe gegeben wurde!

  4. Guten Tag,
    die „Goldene Schärpe“ ritt mein Sohn um die Jahrtausendwende direkt in Warendorf. Natürlich war es ein Traum auf so „heiligem“ Boden reiten zu dürfen nur hatte ich den Eindruck das die Kinder wohl allesamt mit diesem Wettkampf mehr als überfordert waren. Viel zu viel Stress für die Kinder und die Pferde, keine Übersicht was da eigentlich läuft, es war ein „Tappen im Niemandsland“. Erst Jahre später haben wir diesen Wettkampf „begriffen“. Unser Fazit damals war : „Nie wieder“… und genau das haben wir gemacht. Außer großen Kosten und Ärger mit überehrgeizigen Eltern war da nichts was wichtig gewesen wäre. Es ist ja unser gutes Recht als Eltern auch „Nein“ zu sagen und genau das habe ich gemacht. Dieses „Geltungsbedürfnis“ auf Kosten der Kinder habe ich nie wieder mitgemacht. Die „Goldene Schärpe“ bleibt für mich in Erinnerung als Veranstaltung für geltungsbedürftige Eltern.

  5. Ich kann mich den Kommemtaren nur anschliessen. Wir habe mit unseren Kindern jetzt 5 !!! Goldene Schärpen miterlebt. Wenn der Zusammenhalt der Kinder und der Eltern nicht so toll gewesen wäre, wären wir nicht so oft Gefahren. Dressur bleibt oft sehr subjektiv. Theorie und Praxis klafften oft weit auseinander. Die Kinder wurden z.T. massenabgefertigt, das lange Warten auf den Einsatz machte mürbe. Das Vormustern sollte m.E. Gestrichen werden, zumindest eine Bewertung dafür. Die Idee 2 Abteilungen nach Alter einzurichten fände ich toll! Dann könnte man vielleicht auch Dressur und Springen an einem Tag durchführen. Wir hatten dieses Jahr 3 Übernachtungen wie die meisten, haben keinen Transporter und mussten uns eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. Insgesamt ein sehr teurer Spass, den viele Eltern sicherlich überlegen müssen, ein 2. Mal auf sich zu nehmen. Außerdem ist die Tatsache, dass die Schärpe bis 16. Jahre geritten werden darf und das Nachwuchschampionat nur bis 15 m.E. völlig unlogisch. wenn die Schärpe nur bis 15 zulässig wäre, würde das Starterfeld automatisch etwas reduziert werden, die Kinder etwas individueller betrachtet werden können. Die schwierigere Prüfung des Nachwuchschampionats ist für viele eine Überforderung gewesen, da der Weg dahin nicht auf den dortigen Schwierigkeitsfaktor vorbereitet hat. Die Vorbereitungsprüfungen waren nur auf A*-Niveau, die Prüfung selbst ein gutes A**! Dasselbe galt auch für die Vorbereitung zur Deutschen Jugendmeisterschaft! Es wäre toll, wenn einige Anregungen der aktiven Eltern aufgenommen werden könnten. Karin Saxe

  6. Ergänzend zu meinen o.a. Ausführungen noch eine Anregung zur Begrenzung der zugelassenen Pferde: Auf einer Prüfung auf E-Niveau sollten Sitz und Einwirkung des Reiters hauptsächlich in die Note einfließen. Wie will ein Richter dies objektiv beurteilen, wenn die Pferde z.T. schon internationale Championate gegangen sind? Natürlich gibt dies den Kindern wertvolle Motivation und Routine aber ist dies auf einem Vergleichswettkampf noch gerecht? Auf normalen Turnieren gibt es ja auch Einschränkungen bei den zugelassenen Pferden.

  7. Ich möchte hier gerne etwas zur Richtigstellung der vielen Vorwürfe beitragen. Als erstes möchte ich mal sagen das wir gerne solche großen Veranstaltungen ausrichten aber es gibt immer wieder Menschen die an jeder Kleinigkeit sich extrem stören was dann leider für alle Leute die sich im Vorfeld wochenlang Gedanken machen sehr enttäuschend ist. Es waren ganze 340 Essen über die Meldestelle bestellt worden ganze 600 wurden ausgegeben!!! Welcher Veranstalter kann bitte das kompensieren? Außerdem hatten es jemand nötig Klopapier in größten Mengen zu klauen so das unser Vorrat nicht ausreichte. Der letzte Sprung wurde nur um 7 cm!!! runter gebaut was durch den Bundestrainer bestätigt wurde. Das unser Sport nun mal kostenintensiv ist weiß man denke ich nicht erst seit gestern und wenn man im Nachhinein sich über seine Kosten beschwert dann kann ich das nicht verstehen. Und über Wertnoten kann man sich immer beschweren aber in einem Starter von über 100 Startern kann es nicht 100 beste geben!