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Für das Wetter können sie ja nichts…

… so fingen ganz viele Gespräche an, wenn sich die Vielseitigkeitsreiter und andere Beteiligte in Haras du Pin unterhielten.

Aber dass es in der Normandie zu dieser Jahreszeit auch mal regnen kann, sollte den Veranstaltern durchaus bewußt gewesen sein. Was sich dann in den Tagen vor und bis zur Durchführung des Geländeritts bei den Weltreiterspielen bot, war keiner Weltmeisterschaft würdig.

Sonntag, vor dem Gelände, sah die Strecke noch aus wie im Rohbau. In den verbleibenden Tagen an denen es zum Teil goß wie aus Kübeln, wurde mit unzähligen Quads und anderem schweren Gerät im Gelände gearbeitet, was seine Spuren hinterlassen hat.

Pierre Michelet sagte am Donnerstag auf der Pressekonferenz, dass der Boden OK wäre, wenn es nicht mehr regnen würde. Donnerstag auf Freitag regnete es und das Geläuf war nicht in Ordnung. Es waren keine vorbereitenden Maßnahmen getroffen worden, wie zum Beispiel Lochen und Sanden.

Aus unserer Sicht war der Kurs bei besten Verhältnissen bereits schwierig genug. Mit dem tiefen Boden wurde er zu einer Fünf-Sterne-Prüfung, da hat es auch wenig geholfen, dass insgesamt vier Sprünge zu der ursprünglichen Planung ausgenommen wurden.

Hier hätte einiges Geld, dass in die Ausstattung der Volunteers und Werbematerialien inverstiert wurde, eher in ein besseres Geläuf gesteckt werden sollen. Der tiefe Boden war derart kräfteraubend, dass die erforderliche Konzentration oftmals fehlte, gerade wenn es am Ende hin zu dem dritten Wasserkomplex ging. Hut ab vor den Reitern, die Schwächen Ihrer Pferde früh genug erkannten und diese, wie zum Beispiel Oliver Townend, aufgaben.

Mit solchen Verhältnissen, wie wir sie bereits in Badminton in diesem Jahr sahen, geht die Vielseitigkeit wieder einen Schritt zurück auf das Niveau der langen Prüfungen. Hier sollte schleunigst ein Umdenken erfolgen.

 

Aber auch organisatorisch bot sich uns in Frankreich die ein oder andere Überraschung, die der Veranstaltung auf einer australischen Internetseite den Titel W(orst) E(ver) G(ames) einbrachte. Dort war auch zu lesen, dass der FEI bei der Vergabe an sich nur eine Alternative bleibt und das ist Aachen. Vom Schlangestehen bei den Essensständen einmal abgesehen, lag hier einiges im Argen.

Verschiedene Sicherheitsdienste hatten dort scheinbar mehr zu sagen, oder bildeten sich das zumindest ein. Kamen wir mit der Presseakkreditierung einmal zu einem Eingang hinein konnte es sein, dass wir drei Stunden später einen kilometerlangen Umweg in Kauf nehmen mussten. Am Geländetag wurden Fotografen, die sich ganz klar an die vorher besprochenen Regeln hielten, zu den Zuschauern hinter die Absperrungen verwiesen.

Eines der stärksten Stücke war dann aber, dass wir in Caen mit unseren Kindern und Bollerwagen nicht auf das Gelände gelassen wurden und bis heute nicht wissen warum. (Ingrid Klimke machte diese Erfahrung mit einem Kinderwagen übrigens auch). Unsere 4-jährige Tochter durfte trotz Kinder-Pass nicht zu ihrem Papa ins Pressezelt.

Ein anderer Eingang und es stand nicht mehr zur Debatte.

Die Verkaufsstände in Caen haben wir leider nicht gesehen. Diese waren soweit auf einem separaten Areal aufgebaut, dass wir uns das erspart hatten.

Wir hoffen, dass die FEI die überall laut gewordene Kritik wahrnimmt und dass es in vier Jahren sowohl besser organisierte, als auch pferdefreundlichere Spiele gibt. Wann ist der Zeitpunkt erreicht, dass die Reiter den Start verweigern?