Mittwoch, 26. September, 2018
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FRH Schorsch- eine einmalige Karriere und eine spannende Geschichte * Teil 6

Julia Mestern und FRH Schorsch waren jahrelang fester Bestandteil des Bundeskaders. Zahlreiche Starts in Nationenpreisen, die zum Greifen nahe Platzierungen bei den Europameisterschaften in Luhmühlen 2011 und zwei Siege beim Klassiker in Boekelo in Folge (2008 und 2009) gehen auf ihr Konto.

Seine internationale Bilanz

Doch die Geschichte bis hin zu diesen Erfolgen ist eine etwas ungewöhnliche.. heute beginnen wir mit Teil 1 dieser einmaligen Erfolgsgeschichte des Hannoveraners, dessen Karriere ursprünglich im Dressurviereck liegen sollte. Seine Ausbilderin und Entdeckerin Julia Mestern erzählt uns den Werdegang aus ihrer Sicht..
der erste Teil
der zweite Teil

der dritte Teil
der vierte Teil
der fünfte Teil

weiter geht’s mit Teil 6…

Julia Mestern- FRH Schorsch
Bild: Julia Rau

„Mit Blenheim habe ich ja ein paar Jahre vorweg gegriffen. Ersteinmal war da das Jahr 2008 es war so eine Sache für sich. Unsere guten Erfolge in 2* und 3* Prüfungen brachten den Hammer wir durften beim CHIO Aachen starten. wow nur 12 deutsche Paare durften dort starten, wir waren eines davon.
Das es dort nur Kunstrasen vom Feinsten gibt hat Schorschi nicht so gefallen er hat statt dessen das Schilf an einem kleinen Ziersee gefressen. Paddock nicht möglich versteht sich.
Trotzdem er ging die Dressur seines Lebens. Ich konnte während der Prüfung da sitzen und strahlen der Außengalopp, die Wechsel vom Feinsten gelassen ausbalanciert. Auf Schorschi konnte man sich einfach verlassen. Unter den ersten 5 wow
Was er nicht so gerne mochte war das Springen vor dem Gelände oder ? wahrscheinlich nach der Dressur.
Er war dann nie so zufrieden und auch nicht auf Angriff.
Dazu kam mein mich orientieren wollendes Sicherheitsbedürfnis.
Der Platz war riesig ich wusste nicht wann würden sie klingeln würde ich es in 45sec bis zum Start schaffen?
Aber es war doch wichtig mit Schorschi einmal über den Platz an den Aufgaben vorbei zu reiten. Ich schaffte es nicht. Nicht zu der 3fachen an der die vorherige Reiterin gerade heruntergefallen war. Warum sie gefallen ist? Weil die Lichtverhältnisse schwierig waren. Wenn die Sonne hinter einer Wolke war war alles gut aber wehe sie kam heraus. Dann warfen die Hindernisse ihre Schatten nach vorne, unsere nicht so erfahrenen Buschpferde und Reiter wusste nicht was ist Sprung, was ist Schatten. Ich hoffte auf eine Wolke. Es kam wie es kommen musste. Schönste Sonne ☀️ ich versuchte alles machte richtig Druck nur Schorschi tat was er immer tat wenn er nicht wusste was zu tun war. Er hielt an (Erdboden bitte darf ich versinken) guckte sich die Geschichte an und Sprang dann. Ich glaube es waren 14 Punkte oder so. Trotzdem ich war froh wir waren durchgekommen. Und nun durften wir am nächsten Tag ins Gelände . Sau schwer ich hatte Albträume von so einem Aufsprung auf einen Berg, mit Steil dahinter in-out in meinem Traum musste ich das Ding immer wieder in einem Springen. Ok ihr merkt ich war Mega nervös. So nervös das selbst Schorschi nervös wurde und nicht wie sonst schlafend in der Startbox stand.
War ich bescheuert.
5,4,3 ,2,1 und ab ging es. Sprung eins kein Problem, Sprung zwei eine Rennbahnhecke mit etwas tieferer Landefläche auf Sand. Absprung war Gras. Schorschi sprang die Hecke wie immer aus, mit dem Durchstreifen hatte er es nicht so. Er landete sehr steil und ich hörte wie er sich von hinten ins Vordereisen trat. Ich versuchte festzustellen, ob es noch da ist wusste nicht was ich tun sollte und entschied wenn ich hier reiten darf dann muss ich auch ankommen (soweit ich während des Geländereitens denken kann) er fühlte sich nicht super an aber auch nicht unwillig. An Sprung 8 passierte es dann ein schmaler Baumstumpf normal kein Problem Schorschi hielt an. Was tun? Ich entschloss mich wenn er beim zweiten Versuch locker springt reite ich weiter. Er tat es, er quälte sich noch mit hängenden Ohren bis zu einer fiesen Ecke dort schoß endlich das Eisen, was sich noch verdreht auf seinem Huf befunden hatte davon. Kleinlaut gab ich auf. Ich musste noch durch die Hauptarena, aufmunternder Beifall wirklich lieb gemeint aber ich war mal wieder am Boden. Armer Schorschi ich hatte versagt total und völlig da war ich mir sicher. So eine Chance bekomme ich nie wieder. Naja und was man noch so alles im Selbstmitleid versinkend sich sagt.
Kleinlaut trat ich Hans unter die Augen und er sagte wie immer einfach das richtige. Er sagte:“ hör mal wenn Schorsch das nächste Mal im Gelände die Ohren nicht vorne hat. Dann hörst Du gleich auf dann geht es ihm nicht gut.“ „auch in Aachen?????“ „egal wo!!!“
…wisst ihr wenn da einfach jemand ist der trocken, nett eine Antwort hat. Was zu tun ist, eine Idee, einen Plan fürs nächste Mal. Sofort war ich wieder in der Spur, natürlich habe ich mich fürchterlich geschämt das Schorschi noch mit diesem verdrehten Eisen hatte soweit laufen müssen. Glücklicherweise hatte er sich nicht ernsthaft verletzt.

Nach Aachen war Schorschi schnell wieder fit er strotzte vor Kraft und lief erst einmal wieder eine 2* Prüfung, er hatte in Aachen keinen Schreck bekommen und konnte die 2* gewinnen. Schon stand die nächste große Herausforderung an. CCI*** in Strezgom es war brütend heiß und der Grasboden wie Beton. Das liebte Schorsch ja nicht so wirklich, er war ja eher so ein Norddeutscher-Regen-Schlammboden Liebhaber.
Die Zeltboxen aus Plastik heizten sich richtig gut auf, nur gut das sie so viele Löcher hatten (da war es wieder gut das es nicht geregnet hat) da kam wenigstens ein bisschen Luft in die Box.
Naja Schorschi hatte ja sein Paddock.
Nach dem ersten Abgehen fand ich meine Mutti kreidegrün im Gesicht auf dem Fußboden vor dem Stall wieder, …”zu dick!!!” Ich musste zugeben es war nicht ohne vor allem die 3 Gräben waren Upps breit, tief und dann hing immer noch etwas gemeines drüber. Aber erstmal Dressur es waren nur 18Starter. Die erste Herausforderung war es Schorsch Hirsch auf dem Beton abzureiten unsere normale Galopptaktik war bei dem Boden risikoreich für seine Beine. Also den Trick austricksen ???? heute gibt es da ja super Allwetterbodenplätze. Ich machte lange Schrittreiten und hoffen. Es ging einigermaßen unter den polnischen Pferden fielen wir nicht so auf, die anderen waren halt vor uns. . Möglichst die Prüfung mit Qualiergebniss beenden Also ohne Stopp im Gelände war die Ansage.
Wenn da nur nicht dieses Coffin gewesen wäre mit den gestreiften schmalen Einsprüngen mit Hecke drauf. Es ging direkt super bergab auf 2galoppsprünge zum Graben. Eigentlich war ja vorher klar das Schorschi sich das erst einmal angucken musste wer weiß wo man da landet. Er sprang sonst alle riesen Tische, Gräben und Kombination vom Feinsten, kam ohne Holdingbox durch die Verfassung null im Springen und 6ter Platz gesamt. Nur mit der Quali hat es nicht geklappt.

Nach Strzegom war ich mir bewusst ich musste mir etwas einfallen lassen. Herausfinden wie ich Schorschi die Sicherheit geben konnte bei Aufgaben, die ihn unsicher machten.
Ich fand mich wieder in Luhmühlen, der #bundeshans erklärte mir nochmal wie man Gräben anreitet, worauf beim Coffin zu achten ist. Es war generell schwer mit Schorschi zu trainieren für das Gelände. Er brauchte immer seinen Geländegalopp und sein Adrenalin. Aber ich hatte neben ihm und Hamlett ein paar weitere Pferde umfunktioniert und bekam mit Ihnen ein Gefühl wie welche Aufgabe zu lösen ist. Ich grübelte wie könnte ich Schorschi überzeugen? Ich spüre er wollte, war im Gelände super rittig konnte seinen 8m Galoppsprung in sec. auf Ponygalopp von 2,5m. verkürzen. Ich brauchte mich nur aufzurichten, entstanden ist das durch seine fass-mich-nicht-an Taktik in der Dressur ich musste lernen ihn mit dem Körper zu lenken. Er war immer so schnell im Gelände, dass alle über mich schimpften ich würde Kamikaze mäßig reiten. Erst nach der deutschen Meisterschaft hat Chris das analysiert und mich entlastet. dazu später mehr.
Also wie bekomme ich Schorschi dazu neue Aufgaben ohne angucken zu springen??? Was ist wenn ich das Angucken in den Galopp baue? Also ihm mehr Zeit lasse an so einer Aufgabe und dann einfach gegebenenfalls einen größeren Bogen und/oder einen Galoppsprung mehr auf das zweite oder dritte Element reite? Ok ich war mir im Klaren ich durfte nicht anfangen Galoppsprünge zu zählen und rückwärts zu reiten. Das funktioniert ja im Training auch nicht es musste irgendwie mit diesem kleinen fleißigen vorwärts Ponygalopp funktionieren. Bei der nächsten 2* probierte ich überall eine größere Linie zu finden und siehe da, es klappte gut. Ok 2* klappte ja eigentlich immer.
Die nächste Aufgabe stand an CCI*** in Boekelo (ich hatte wieder mal keinen Plan was das bedeutete) es war und ist ein oder das Megaevent.
Ich werde nie vergessen, als ich in dieser Startbox stand mit meinem schlafenden Schorschi, (die Saison hatte mich gelehrt aufregen bringt nichts) es war eine Gerade auf den ersten Sprung 30m hinter diesem war ein Zuschauer Durchgang die Strecke war voll mit Menschen. Voll!!! wie sollten die in 25sec weg sein?
Aber erstmal zur Dressur. Wir waren schon am Donnerstag dran. Es regnete in Strömen, Bindfäden sozusagen.
Verreiten konnte ich mich nicht mehr, die Aufgabe war klar im Boden als Pfad vorgegeben. Bei den Wechseln applaudierten die Zuschauer. Wie gut das Schorschi so cool war. Ich war nicht sicher, ob es gut war für die Dressurnote schon am Do. dran zu sein aber ein genialer 7Platz vor dem Gelände in einem Megastarterfeld von 112 Pferden und allem was Rang und Namen hatte, ließ mich fast schon wieder nervig werden. Ich ging die 6km lange Strecke 6x ab. Nach 36km war ich ein ganzes Stück ruhiger und mir bei jeder Aufgabe absolut sicher wie und wo lang ich zu reiten hatte. Ich wollte absolut perfekt vorbereitet sein Schorschi hatte sein Paddock und stand neben dem Abreiteplatz zwischen all den grasenden Pferden. Coole Socke.
Bei der ersten Aufgabe würde sich herausstellen, ob meine Taktik aufgeht. Ein großer Trakehnergraben 5a weiter auf gebogener Linie auf zwei schmale Hindernisse 5b und 5c, die beiden Elemente standen hinter einer Hecke und ich musste absolut die richtige Linie treffen und dann ruhig bleiben damit Schorschi die Aufgabe erkennt. Als 45 Starter konnte ich mir noch ein paar Paare angucken. Blieb aber bei meinem Konzept und hoffte das ich richtig lag. Ich fragte Chris, :“ was ist wenn ich wieder so schnell bin?“ er sagte:“ du kannst so schnell Reiten wie Du kannst hier kommt eh keiner in die Zeit.“ wäre das geklärt.
5,4,3,2,1 good luck und schon flogen wir los.
Die Strecke? Sie war leer was auch immer sie mit all den Zuschauern gemacht hatten sie waren weg. Der Boden war naß und tief genau so wie Schorsch ihn liebte. Die Buchsbaum Kugel 3a im Stadion kein Problem und auch die Tisch Kombi locker. Schorschi flog nun konzentrieren …
ich richtete mich auf Schorschis Ohren gingen zurück vor, zurück vor was wollte sie schien er zu fragen mein „brrrrrrrr“ zum Aufnehmen fehlte er segelte über deny Graben „brrrrrrrrr“ „Schorschi brrrrrrr“ er kam zurück hoppelte im Mini Galopp um die Kurve sah die Aufgabe und sprang. Es funktionierte ich juhhhuuu … Stopp Julia jetzt konzentriert bleiben erst ins Ziel kommen, bloß nicht zu früh freuen.
Jede der Aufgaben meisterten wir ohne Probleme Schorsch fühlte sich absolut sicher. Auf eine Kombi nahm ich einen viel engeren Weg der bestimmt 100m kürzer war. Am 7min Punkt guckte ich auf die Uhr 6min 5sec “waaaaaaas” Chris hatte doch gesagt hier schafft keiner die Zeit. Egal jetzt bloß nichts ändern. Der letzte Wasserkomplex Schorschi flog einfach durch. https://m.youtube.com/watch?v=2CuY7rIH_1c
Noch die beiden dicken Tische, da war er der letzte Sprung die Uhr musste kaputt sein 10:15min Bestzeit 11min und der Kurs war noch 400m zu lang.
Die Uhr war bestimmt kaputt. Egal wir hatten es geschafft ich war so unendlich stolz auf Schorschi mein Held. All die bösen Zungen die nicht an ihn geglaubt haben und immer nur böse geredet haben. Er hatte es Ihnen gezeigt.
Es dauerte 2h bis meine Zeit bestätigt wurde und das dicke „carriage ordinary warmblood horse“ war Gesprächsthema in jedem LKW ich machte mich möglichst unsichtbar und war trotzdem super stolz. Laufen, Pflegen, Kühlen, Küssen, Streicheln, Loben auf seinem Paddock lief Schorschi seine Runden ich wusste er durfte nicht steif werden. Overnight leader Die Party war wohl gut aber ich hatte keine Ruhe. Viele Pferde waren bei dem Boden müde ins Ziel gekommen. Hoffentlich war es nicht zuviel für ihn. Er trabte gerade aber etwas müde ich entschied mich lieber eine Gerte mit zu nehmen bei der Geländezeit würden alle besonders hingucken. Und was denkt ihr ?!? Schorschi machte ein auf wild er wollte nicht stehenbleiben ging kaum Schritt, trabte sofort los nix mehr von meinem Verfassungsprüfungsrentner zu sehen. Und dann kam es „passed“ ab ins Springen. 80Pferde waren übrig geblieben, wir sollten als letztes starten …

Ich hatte Zeit den Parcours genau anzugucken, in der Pause vor den letzten 25 Startern ging ich bis zum Leuten wieder und wieder ab.
Der Boden war tief und die Absprungstellen noch tiefer Schorschi würde höher Springen müssen, armer Kerl hoffentlich verstand er das.
Der Pacours war schwer genug und es passierten viele Fehler, besonders ein Oxer aus der Wendung auf eine Kombi mit 4 oder 5 Galoppsprüngen machte Probleme.
Ich wollte meine Hoppelgalopptaktik anwenden. So war mein Plan. Gut das es immer Plan B gibt
Ich ritt lange ab, Schorschi brauchte das er wollte sich bewegen. Hans war da und schaffte es mich einfach zu beruhigen. Er sagte mir, das wir nicht so viel Springen und nicht so hoch. Es beruhigte mich es war als müsste ich die Verantwortung nicht alleine tragen. Es regnete und war saukalt, aber je länger ich ritt je dichter der Start kam desto weniger spürte ich irgendetwas um mich herum. Ich fand mich an der gleichen Stelle wieder wie ein Jahr zuvor. Nur irgendwie war ich kein Noname mehr, irgendwie guckte jeder auf uns
… die wird das doch mit dem Kaltblüter nicht noch einmal schaffen?
Letzter Vorbereitungsplatz, Simone ließ ihren FreeEasy mit Leichtigkeit über riesige Höhen springen. Hr. Schwarz spornte sie an. Ich wurde unsicher hatten wir zu wenig getan? Waren wir hoch genug gesprungen? Ich konnte mich an keinen Sprung erinnern der im Pacours so hoch war. :“komm hier noch mal über den Oxer!“ Hans holte mich zurück. Der Oxer hatte eine angenehme Höhe. Schorschi sprang spitze seine Ohren gespitzt, jetzt konzentrieren, frech sein und den Sack zumachen.
Wie immer guckte ich mir den Reiter vor mir noch einmal genau an. Alles lief gut Simone null. Für mich ist es immer gut wenn die Anderen Null gehen weiß ich es ist möglich. Ist für mich besser als anders.
Philipp meinte er hätte Angst gehabt ich hätte ausgesehen wie ein Alien so fokussiert war ich. Lediglich 3 Zeitfehler konnte ich mir leisten. Ich ritt ein mein Herz schlug bis zum Hals ich galoppierte alle Aufgaben ab.
Sie klingelten einfach nicht.
Bloß nicht die Spannung in Schorschi verlieren. Endlich sie klingelten „Scorck“ durfte starten. Ok keine Hektik, ruhig bleiben, ersten Sprung vorbereiten und los … bloß keinen Fehler Schorschi sprang, er kam vom Feinsten klar mit dem Boden. Am liebsten hätte ich gerufen. Ihr könnt Euch entspannen Schorschi wird heute keinen Fehler machen … hey du arrogante Kuh nun mal nicht übermütig werden. Ok der Oxer ich wollte die Wendung etwas mehr ausreiten und dann genügend Zeit für den Oxer haben. Das ging dann mal in die Hose ich saß in dieser Spurrinne fest kein heraus kommen Schorschi drängte in die Wendung. Oh man nicht die Spur verlieren vor allem Schorschi auf den Füßen behalten. Halbgroß das wird halbgroß. Schorschi hasst halbgroß aber nicht heute er fliegt los als hätte er keine 10min Schlammgalopp vom Tag zuvor in den Beinen. Er fliegt als wäre der beste Allwetterboden im Absprung unter seinen Hufen. Meine Idee für die letzte Distanz auf die Kombi dahin. Aber ich hatte eh nichts mehr zu sagen Schorsch hatte das Kommando übernommen ich durfte mitkommen. Vielleicht spinne ich aber er wollte einfach gewinnen er wollte es und er tat es. Ich kann Euch dieses Video nur ans Herz legen es ist dieser Ritt es spiegelt einfach das Mitfiebern wieder, diese riesen Anspannung, die von uns allen Abgefallen ist. Viel Spaß dabei ❤️❤️❤️
wenn ich das hier schreibe habe ich wieder Tränen in den Augen, wie ein Pferd ein kleiner dicker Warmbluthengst sich so für mich zerreißen konnte. Einfach alles gab um hier zu gewinnen.
Die Siegerdecke hielt Schorschi warm ich schlotterte am ganzen Körper. Die Siegerehrung begann wir standen noch draußen. Schorschi wurde nervös. Ich war dieses Jahr darauf vorbereitet er tänzelte um mich herum erst wurde die Niederländischen Meisterschaft platziert, dann die Mannschaft. Wir hatten es auch mit dem zweiten Sieg nicht in die Mannschaft geschafft aber wir waren auch zu unkonstant bis dahin.
Schorsch ließ sich kaum mehr Händeln er wollte da rein. Hatte er nicht alles richtig gemacht. Irgendwie konnte mich jemand auf seinen Rücken heben. Als er endlich mit dem Steward an seiner Seite die Arena betrat war er wieder mein Alter, ruhig gelassen mit den Ohren zur Seite bloß nicht das ein Fotograf en gutes Bild machen konnte. Er liebte es wenn sie um ihn herum sprangen. Wir genossen die Ehrenrunde. Ich wollte ihn schonen er sich nicht und gab nochmal richtig Gas.

Es war dieses Jahr 2009 wo alles gelingen wollte: Berufsreiterchampion in der Vielseitigkeit, Bronze bei den Dressurreitern, viele Siege mit Schorschi gekrönt mit dem Wiederholungssieg in Boekelo. Ich war richtig gut drauf, es lief wie am Schnürchen, die Saison 2010 war voll durchgeplant- ein Wochenende VS Turnier, ein Wochenende Grand Prix Dressurturnier und ein WE für den Nachwuchs immer schön reihum. 6 Wochen noch bis zum Saisonstart mit Schorschi er war super drauf. Das Wetter war gut und wir konnten schon viel Draußen trainieren. Es war dieser eine Moment zur falschen Zeit am falschen Ort. Ein Nachwuchspferd wollte nicht über den Graben und rannte mit der Praktikantin links vorbei. Ich stellte mich mit meiner Stute so hin, dass er nicht vorbei konnte. Sie ritt an, ich sah wie er auf uns zu kam versuchte ihn abzuwehren. Er drehte um schlug aus und schlug meinen Fuß mit dem Steigbügel gegen die Schulter meiner Stute. Ich wusste sofort, das ist nicht gut. Das ist ganz schlecht mein Fuß schmerzte. Normal habe ich ja einen super Körper, was der alles aushält. Ich hoffte : „bitte bitte lass nichts kaputt sein.“ ich muss sagen (bin ja vielleicht ein Weichei) aber der Ritt zurück zum Stall war hart, sehr hart.
Ok ich muss zum Arzt das muss geröntgt werden. Dort angekommen wollte der Herr Doktor meinen Fuß berühren :“ er müsse ihn manipulieren!“ Hilfe ich möchte mich nicht wiederholen, er hat dann doch erstmal geröntgt und kam etwas bedröppelt wieder und meinte es wäre besser ich ginge ins Krankenhaus. Das Röntgenbild war sehr hübsch es war für Anfänger-Röntgenbild lesen gemacht- die Mittelfußknochen waren einfach Matsch. Schade. Ok ich rechnete 6 Wochen braucht ein Knochen zum heilen. Das bekomme ich noch hin. Schade um die anderen Turniere aber in 6Wochen bin ich wieder fit. Währenddessen war mein Fuß auf Handballgröße schön rund und prall angeschwollen.
Kühlen Du musst kühlen sonst können wir nicht operieren. Ich fand mich in besten Händen bei Manni Dr. Giensch wieder. Ich kühlte bis die Haut in fetzten hing der blöde Fuß schwoll nicht ab. Es kostete 4Tage ‍♀️
Mani sagte etwas von 3Monaten?????? Waaaas? Quatsch nicht ich, ich bin in 5Wochen wieder fit.
Sie operierten, fädelten alle Knochen auf je einen Draht auf die oben aus meinem Fuß guckten…“