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FRH Schorsch- eine einmalige Karriere und eine spannende Geschichte * Teil 2

Julia Mestern und FRH Schorsch waren jahrelang fester Bestandteil des Bundeskaders. Zahlreiche Starts in Nationenpreisen, die zum Greifen nahe Platzierungen bei den Europameisterschaften in Luhmühlen 2011 und zwei Siege beim Klassiker in Boekelo in Folge (2008 und 2009) gehen auf ihr Konto.

Seine internationale Bilanz

Doch die Geschichte bis hin zu diesen Erfolgen ist eine etwas ungewöhnliche.. heute beginnen wir mit Teil 1 dieser einmaligen Erfolgsgeschichte des Hannoveraners, dessen Karriere ursprünglich im Dressurviereck liegen sollte. Seine Ausbilderin und Entdeckerin Julia Mestern erzählt uns den Werdegang aus ihrer Sicht..
der erste Teil
weiter geht’s mit Teil 2..

„Es tut mir leid, aber ich kann euch immer noch nicht sagen warum Schorschi manchmal stoppte, es ist noch nicht an der Zeit. Vorher musste ich es ja erst heraus finden, in einer richtig peinlichen Situation … nicht so schnell- auch das von vorne. Die nächste Saison begann und mir war klar, von diesem Buschreiten hast Du keine Ahnung,- also los, du musst gucken, lauschen und zu Trainern fahren. Schnupperkurs für Buschreiter … wir waren dabei . Ich dackelte brav hinter den SH Junioren her und versuchte zu verstehen wie man so Gelände reitet. So als Dressurreiter war ich ja „Mehr innerer Schenkel, und jetzt mehr versammeln, da vorgeben oder zulegen usw. gewöhnt.“ Nun kamen bei diesem Abgehen für mich nicht nachzuvollziehende Aussagen vor. wie z.B: “hier Schädel hoch.“ WAAAS? Ich ziehe Schorschi doch nicht den Schädel hoch … nix da das mache ich nicht‼️ Dass damit vielleicht in Dressursprache übersetzt gemeint war :“ hier bringst Du ihn aufs Hinterbein.“ darauf kam ich erst viel später. Tztztz sprachliche Barrieren können Missverständnis hervorrufen. Ich lief hinter den Bundeskaderjunioren wenn es sich ergab aber auch Aussagen wie :“ das ist wie eine Gymnastik Reihe das machen wir im Training im Trab.“ brachten mich nicht weiter. Schorschi und ich konnten in CIC* Prüfungen trotzdem viel gewinnen und wurden gleich mal Landesmeister. Diese Geschichte mit dem am Zügel gehen in der Prüfung zeigte Schorschis unendlich tollen Charakter er hielt das konsequent durch draußen Hirsch, drinnen im Viereck fass-mich-nicht-an-halskrum Haltung Genick war immer höchster Punkt und die Anlehnung ohne zu wackeln brachte Punkte. Während die 2 Dressurpferde 8jährig mir das goldene Reitabzeichen für 10 S Siege brachten. Lief Schorschi immer noch L also 1* das musste weiter gehen der 2te * musste her Buschreiten ist doch easy Gas und ab Es kam nun ein Indoor in Schorschi war wieder der Schnellste und beim folgenden Jump and drive war mein Partner kein geringerer als der Bundeshans (Anm. Bundestrainer Hans Melzer) him self .

Oh man war ich aufgeregt. Schorschi hätte die Woche zuvor dringend zum Schmied gemusst. Nun gut, es sollte so sein. Ich ritt los wollte besonders schnell sein, bloß keinen Fehler machen eigentlich absolut unsere Stärke, ich könnte ja ruhig sein, nur ich merkte schon auf dem Abreiteplatz Schorschi war nicht gut drauf. Es war wieder dieses Gefühl, als würde er nicht landen wollen. Also bloß nicht so viel Abreiten und HOFFEN (ähnlich wie bei der Hirsch-Dressur) Doch es kam wie es kommen musste Schorschi hielt an :“oh nein Hilfe ich bin im Erdboden versunken, diese Hecke ich glaube wir sind fast durchgerutscht. wie peinlich wir erreichten, nicht als letzter das Ziel, da immer noch schnell. Aber ich war am Boden … wie peinlich ich werde nie das mitleidige Gesicht von meinem Partner vergessen Warum mache ich das eigentlich? Nur um mich lächerlichen machen? (Das habe ich mich noch oft gefragt) Doch ich wäre nicht ich, wenn ich mich nicht vom Boden wieder aufgekratzt hätte, nun war er da, dieser unbedingte Wille endlich zu wissen warum das passiert. Er will nicht landen da war es … seine Hufe sind lang … er kann nicht abrollen er kommt nicht über die Zehe das muss es sein. Also wo ist der beste Schmied? @dieterkroehnert sollte es richten und das tat er. Zehe und Eisen zurück und den Abrollpunkt optimiert. Dieses Problem sollte gelöst sein. Nun wird es aber Zeit endlich mal 2* zu reiten. So sollte es sein 2* her das ist ja nur M hey Buschreiten ist doch easy. Schade nur wenn man null Plan hat. Und ab 2* funktioniert schnell und rüber nicht mehr, da sollte man schon mal etwas über Vorbereitungspunkte, doppelschräge Hecken oder Coffineffekte wissen. Wusste ich aber nicht. Auch das man Geländestrecken vielleicht öfter als 1x abgeht war mir nicht bekannt (kam ich nach dem ersten Verreiten dann mal selber drauf.) Anfang der Saison nahm ich weiter an Schnupperkursen Teil und lief hinter namenhaften Reitern beim Abgehen her. Bloß kein Fragen stellen nicht dumm wirken….“

Fortsetzung folgt..

FRH Schorsch
Bild: Julia Rau