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Die tatsächlichen Championatsleistungen der deutschen WM Kandidaten

Die deutschen Kandidaten für die Weltreiterspiele in der Normandie sind mittlerweile durch die Spitzensport AG im Vielseitigkeitsausschuss nominiert worden.

buschreiter.de möchte einmal die bisherigen Championatsleistungen der einzelnen deutschen Kandidaten aufzeigen.

Auf eine alphabetische Reihenfolge verzichten wir. Beginnen möchten wir auch nicht mit dem Reiter, der die meisten Medaillen errungen hat, sondern mit dem Reiter, mit der größten selbst errungenen Medaillenquote, die den tatsächlichen Leistungen entspricht.

Sandra Auffarth hatte bisher eine hundertprozentige Medaillenausbeute. Im Jahre 2011 ritt sie ihr erstes Seniorenchampionat, die Europameisterschaft in Luhmühlen. Mit der Mannschaft errang sie dort die Goldmedaille und in der Einzelwertung gab es Silber.
Schon im darauffolgenden Jahr nochmals zwei Medaillen bei den Olympischen Spielen in London. Wieder mit einem anrechenbaren Mannschaftsergebnis Gold und eine Bronzemedaille in der Einzelwertung. Fazit, bei vier möglichen Medaillenchancen wurden alle vier Chancen genutzt und aus eigener Kraft Medaillen errungen.

Es folgt Michael Jung. Zur Erläuterung sei kurz gesagt, dass Michael Jung zu einem höheren Ranking „nur“ die Leistungen der Mannschaftskollegen für eine Mannschaftswertung fehlte, die mit ihm keine Medaillen erringen konnten. Aus eigener Kraft bleibt er mit der Anzahl und Wertigkeit der Medaillen unangefochten an der Spitze. Dieses mit der ersten Senioreneinzelbronzemedaille bei der EM 2009 in Fontainebleau, Einzelgold bei der WM 2010 in Kentucky, Mannschafts- und Einzelgold bei der EM in Luhmühlen, Doppelgold bei den OS 2012 in London und nochmals Doppelgold bei der EM 2013 in Malmö. Bleiben acht Medaillen bei fünf Championaten zu denen er ausnahmslos beigetragen hatte.

Ingrid Klimke auf dem nächsten Platz der WM Kandidaten. Schon bei der EM 1999 in Luhmühlen und bei den OS 2000 in Sydney hatte sie die Prüfungen in der Wertung beendet, 2001 bei der EM in Pau schied sie aus. Nach der erfolgreichen Mannschaftsolympiateilnahme 2004 in Athen folgte die erste Einzelbronzemedaille 2005 bei der EM in Blenheim. Die WM 2006 in Aachen beendete sie in der Wertung. Pratoni 2007 war eine EM auf Platz 10. Ein fünfter Platz in der Einzelwertung bei den OS 2008 mit einem anrechenbaren Mannschaftsergebnis brachte ihr die Mannschaftsgoldmedaille. Bei der EM 2009 in Fontainebleau schied Ingrid Klimke aus. Die WM 2010 in Kentucky brachte den 13. Platz, gefolgt vom 11. Rang in der Einzelwertung mit einem anrechenbaren Ergebnis in der Mannschaft, welches bei der EM 2011 in Luhmühlen zur Goldmedaille führte. Ebenso wie das Ergebnis bei den OS 2012 in London, wo Ingrid Klimke der Mannschaft mit zu einer Goldmedaille verhalf. Der letzte Championatserfolg mit Einzelsilber und Mannschaftsgold dann bei der EM 2013 in Malmö. Es stehen 13 Championate zu buche, bei denen aus eigener Kraft sechs Medaillen gewonnen wurden.

Dirk Schrade hat bei sieben Seniorenchampionaten mit dem Gewinn einer aus eigener Kraft errungen Medaille bei der EM 2013 in Malmö beigetragen, wo es für Deutschland Mannschaftsgold gab. 2003 bei der EM in Punchestown schied er ebenso aus wie bei der WM 2006 in Aachen. Das selbe Schicksal ereilte ihn bei der EM 2009 in Fontainebleau und der WM 2010 in Kentucky. Ein vierter Rang bei der EM 2011 in Luhmühlen verhinderte nur knapp die erste aus eigener Kraft mögliche Medaille. Auch der 26. Platz bei den OS 2012 in London trug nicht zu einem anrechenbaren Mannschaftsergebnis bei. Teil am Teamerfolg, so wie sich Dirk Schrade auszudrücken pflegt, hatte er bisher einmal.

Die beiden folgenden WM Kandidaten waren bisher ohne anrechenbare Erfolge auf Championaten.

Beginnend mit Andreas Ostholt, der bisher bei seinem einzigen Championat, der EM 2011 in Luhmühlen ausschied.

Es folgt der am längsten gediente Championatsreiter in diesem Feld, Peter Thomsen. Mit zwölf Championaten seit 1993 hat er nie eine anrechenbare Leistungen für Medaillen erbracht.
1993 bei der EM in Achselschwang mit einem fünften Platz an einer Medaille vorbei. 1994 WM Den Haag ausgeschieden, bei den OS 1996 in Atlanta nicht beendet. Es folgten Platz 30. und 43. bei der EM Burghley 1997 bzw. WM in Rom 1998. 1999 bei der EM Luhmühlen wieder ausgeschieden. Ebenso bei der EM 2002 in Jerez. Platz 15 bei der EM in Pratoni brachte ebenfalls keine Medaille. Auch der 37. Platz bei den OS in Hongkong trug nicht zu einem anrechenbaren Mannschaftsergebnis bei. Die EM 2011 in Luhmühlen brachte einen 15. Platz. Bei den OS 2012 in London wiederum mit dem 31. Platz kein anrechenbares Mannschaftsergebnis. Platz 5 bei der EM 2013 in Malmö ein Trostpflaster für bislang nie aus eigener Kraft erlangte Medaillen.

Wurden bei den Olympischen Spielen in Hongkong und London bei der Medaillenverteilung gem. FEI Reglement noch jeweils zwei Streichergebnisse mit Medaillen bedacht, so ist dieser Modus in Rio 2016 wieder auf ein Streichergebnis angepasst worden, wie es bei Europa- und Weltmeisterschaften schon immer praktiziert wurde.