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Der Countdown läuft – buschreiter.de im Interview mit Hans Melzer

(sls) Das deutsche WM-Team steht fest – jetzt werden nur noch kleine Mosaiksteine zusammengesetzt

Hans Melzer über die WM-Vorbereitung, Favoriten und Highlights seiner Bundestrainer-Karriere

Der CHIO Aachen ist einer der wichtigsten Meilensteine auf dem Weg zu den Weltreiterspielen. Dort haben es sich die deutschen Vielseitigkeitsreiter nicht nehmen lassen, sowohl in der Einzel- als auch in der Mannschaftswertung die anderen Nationen weit hinter sich zu lassen. Team Deutschland gilt jetzt als heißer Favorit für die Vielseitigkeitswettkämpfe, die vom 28. bis 31. August in Haras du Pin und Caen ausgetragen werden.

Vergeben werden zwei Titel: Weltmeister in der Einzelwertung und Weltmeister in der Teamwertung. Zum jetzigen Zeitpunkt sind 138 Reiter mit 168 Pferden nominiert. Davon stellen 16 Nationen eine Mannschaft und zwölf Nationen gehen mit Einzelreitern an den Start. Am 14. August 2014 müssen die endgültigen Paarungen benannt werden. Insgesamt darf jede Nation mit sechs Paaren starten.

Topreiter sind ganz eng zusammen
Hans Melzer, der zusammen mit seinem Co-Trainer Christopher Bartle im Vielseitigkeitssport als der weltweit erfolgreichste Nationaltrainer gilt, freut sich schon auf die WM in der Normandie: „Unsere Chancen stehen nicht schlecht“, lacht Melzer. „Wir haben die letzten drei Championate gewonnen. Das lässt uns gestärkt nach Frankreich blicken. Wir sind gut in Form und die Erwartungen entsprechend groß“, fügt der 63-jährige hinzu, der im letzten Jahr von der Bundesvereinigung der Berufsreiter mit dem Verdienstabzeichen in Gold ausgezeichnet wurde.

Die Konkurrenz sei allerdings nicht zu unterschätzen, so Melzer. Zu seinen Favoriten gehören die Angelsächsischen Nationen, allen voran die Neuseeländer, die einige Vier-Sterne-Sieger im Team haben. „Auch der Heimvorteil des französischen Teams ist nicht außer Acht zu lassen, sie werden im eigenen Land alles geben“, sagt der Erfolgscoach.

Die Bundestrainer wissen, dass es nicht leicht wird. „In Frankreich muss wirklich alles stimmen, von der ersten Sekunde an. Alle Topreiter sind ganz eng zusammen, da dürfen wir uns keine Fehler erlauben. Die Prüfungen in der Normandie sind sehr anspruchsvoll, das Gelände ist hügelig und konditionell eine Herausforderung für Reiter und Pferd.

Parcoursdesigner Pierre Michelet baut alles sehr technisch auf, alles sollte vorwärts geritten werden. „Viel hängt auch von der Tagesform unseres Teams ab“, erklärt Melzer. Auch das Wetter spielt eine Rolle: „Wobei wir uns schon zu Hause mit einigen richtig heißen Tagen gut vorbereiten konnten. Kühlere Temperaturen wären uns trotzdem lieber“, schmunzelt Melzer.

Im Trainingslager werden kleine, aber wichtige Mosaiksteine zusammengesetzt
Die deutschen Reiter um Hans Melzer und Chris Bartle stehen fest. Dabei haben die Trainer wieder auf ihr Stammteam gesetzt: Sandra Auffarth mit Opgun Louvo, Michael Jung mit La Biosthetique Sam und fischerRocana FST, Ingrid Klimke mit FRH Escada JS, Andreas Ostholt mit So is et, Dirk Schrade mit Hop and Skip und Peter Thomsen mit Horseware’s Barny. Als erste Reserve wurde Bettina Hoy mit Designer, als zweite Reserve Andreas Dibowski mit FRH Butts Avedon sowie als dritte Reserve Ingrid Klimke mit Horseware Hale Bob aufgestellt.

Alle sechs nominierten Teammitglieder reiten keine weiteren Prüfungen mehr. Ausschließlich Bettina Hoy und Andreas Dibowski werden vor der WM noch Drei-Sterne-Prüfungen absolvieren.
Nach dem Trainingslager in Warendorf, geht es für die deutschen Top-Reiter am 20. August weiter nach Bonn Rodderberg, wo Dressur und Ausdauertraining auf dem Programm stehen. Von da aus werden sie die Reise in die nur rund acht Stunden entfernte Normandie antreten.

„Reiter und Pferde sind absolute Profis. Im Trainingslager liegt der Fokus vor allem auf den Details – hier setzten wir noch kleine, aber sehr wichtige Mosaiksteine zusammen. Per Videoanalyse besprechen wir Dressur, Springen sowie die Geländeritte. Wo sind Korrekturen notwendig, wo passieren unnötig Fehler. Aber auch die positiven Beispiele werden hervorgehoben“, erklärt Melzer. Groß geschrieben wird bei dem gebürtigen Salzhausner zudem der zwischenmenschliche Aspekt. „Uns ist es wichtig, als Team zusammenzuwachsen, uns als Einheit zu fühlen und gemeinsam für gute Stimmung zu sorgen. Das ist uns bisher auch immer ganz gut gelungen“, freut sich Hans Melzer.

Nächste Gold-Mission der Buschreiter
Zu den bisherigen Highlights seiner Karriere zählt Hans Melzer die Olympischen Spiele in Hongkong 2008 sowie London 2012. „Der Sieg in London war etwas ganz Besonderes. Wir haben uns im Ursprungsland der Vielseitigkeit noch vor den Engländern platziert, das war ein Gänsehaut-Erlebnis, das ich gerne noch einmal erleben würde“, strahlt Melzer.

Das Buschreiter-Team drückt Team Deutschland ganz fest die Daumen!

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Werden auch in diesem Jahr die deutsche Vielseitigkeitsreiter durch die WM begleiten. Erfolgsduo Melzer&Bartle (Foto: Julia Rau)