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Mittwoch, 26. Juni, 2019
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Denkanstöße von Andreas Dibowski

Andreas Dibowski reitet mittlerweile seit vielen vielen Jahren im Championatskader und konnte Deutschland bei zahlreichen Championaten vertreten. Er ist bekannt dafür, auch mal den Mund aufzumachen, und auf Missstände aufmerksam zu machen- immer mit dem Hintergedanken, etwas zu verbessern und den Sport pro Pferd voran zu bringen.

In seinem aktuellen Rückblick schaut er auf die Siege in Marbach und Baborowko von FRH Corrida zurück und erklärt den Weg seiner aktuellen Nachwuchspferde- mit einem kritischen Blick auf die Entwicklungen im deutschen Geländeaufbau:

„Puh, was für eine Phase gerade…..
Meine Pferde in bester Form, Corrida in Höchstform.
Zwei große Siege in Folge und die jungen drängen nach….
Über Corrida ist wirklich schon so viel geschrieben worden.
In Luhmühlen gönne ich ihr eine Pause, so das hier FRH Butts Avedon wieder die Hauptfigur sein darf.
Mit ihm möchte ich im CCI5 versuchen ein Wörtchen mitzureden……
Mit Querenius und Quizzle hatte ich in Baborówko meine beiden hoffnungsvollen Yougster am Start, die sich auch sehr gut in Szene setzen konnten.
Genau dies möchte ich zum Anlass nehmen, wieder mal ein paar Gedanken anzustoßen, was den Geländeaufbau bei uns in Deutschland angeht.
Ich nehme meine 6j Pferde mit zu einem internationalen Event, obwohl sie bei uns noch nie in einer VL an den Start gebracht wurden.
Ich nehme 300,- Nenngeld und 1300 km Fahrt auf mich, um sie in die nächste Klasse zu führen, obwohl ich das sicher auch bei uns um die Ecke machen könnte.

Warum?

Weil mir keine VL Pfg einfällt, wo ich meine jungen Pferde behutsam und motivierend an diesen nächsten Schritt heranführen kann.
Luhmühlen, Münster, Hornsmühlen……. um nur einige der letzten Wochen zu nennen.
Alles Pfg, wo unverhältnismäßig viele Reiter und Pferde im Gelände Schwierigkeiten bekommen haben. Und das auf leichtem Niveau!!!!

Wir haben in Deutschland wieder eine Aufbauermentalität entwickelt, bei der an jedem Sprung im Gelände eine Aufgabe gestellt wird.
Uns fehlen auf unterem Niveau die Prüfungen, wo wieder die Entwicklung des Pferdes und des Reitens im Vordergrund steht.
Die Aufbauer bei uns vermitteln immer wieder den Eindruck, das das Gelände und nur das Gelände das Kernstück und die entscheidende Phase in einer Vielseitigkeitspfg sein muss.

Das es auch anders geht, zeigen uns die Prüfungen in Polen und wie ich immer wieder höre auch die in England.
Lange Galoppstrecken, viele einzelne Sprünge, weiche, flüssig zu reitende Linien, schmale, an den Seiten noch begrenzte Sprünge und und und……
Alles Stichpunkte, die bei den Geländeaufbauerseminaren immer wieder zu hören, in der Paxis aber leider nicht zu finden sind.

Ich möchte betonen, das ich hier von den kleineren, von den Aufbauprüfungen schreibe.
Wir üben mittlerweile so viel technische Aufgaben zu hause, das wir gar nicht mehr merken, wie sich die Pferde fühlen, wenn sie diese, einzelnd geübten Aufgaben, plötzlich in geballter Form auf fremden Gelände präsentiert bekommen.

Demotivation und Frust und Fehler in jungen Jahren sind die Folge.
Und wo führt das dann hin?
Uns fehlt am Ende die Quantität an Pferden, die nach oben kommt. Uns fehlt die Vielzahl der talentierten jungen Reiter, die den Sprung zu 3 oder gar 4 Sterne schaffen, weil sie vorher schon die Motivation verlieren oder auch oft, sehr oft, zu schlecht beraten sind in ihrer Prüfungswahl und im Prüfungsaufbau.

Hier müssen wir wieder gemeinsam ansetzen, damit wir in Zukunft auch oben über das Potenzial verfügen können, das wir im Jungpferdebereich in Deutschland haben und das in meinen Augen weltführend ist………

Dibo“

FRH Corrida Andreas DIBOWSKI (GER*)/ Marbach CCI4*-S 2019 ©AGENTUR datenreiter, Lutz KAISER