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Das WM Jahr wirft seine Schatten voraus

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Hans Melzer blickt mit Zuversicht in das WM Jahr (Foto: Julia Rau)

Zum Beginn des Weltmeisterschaftsjahres hat buschreiter.de bei Bundestrainer Hans Melzer nachgefragt, wo in diesem Jahr die Schwerpunkte der Championatsreiter liegen.

Im Gespräch mit Hans Melzer
Und so verhält es sich wie in den vergangen WM-Jahren auch, dass kein großes Aufgebot nach Badminton entsandt wird und hauptsächlich über Kurzprüfungen gesichtet wird. Die Qualifikation ist für die deutschen Reiter ohnehin bereits abgeschlossen.

In Richtung Badminton startet in diesem Jahr nach dem aktuellen Stand allerdings nur Kai-Steffen Meier mit Karaskada, der sich dort auch schon zwei Mal platzieren konnte und mit seinem Dressurergebnis nach Hause geritten ist.

Die Saison für einige der Championats Reiter startet am dritten Märzwochenende im französischen Fontainbleau wo erfreulicherweise Michael Jung und Sam ihr Comeback geplant haben. Nach Aussage des Bundestrainers sind die beiden schon voll im Training und kerngesund. Opgun Louvo mit Sandra Auffarth melden sich ebenfalls wieder aus der Pause zurück und haben das OK des Mannschaftstierarztes bekommen. Das ist schön zu hören zumal Hans Melzer betont, dass die Gesundheit der Pferde immer vor der sportlichen Leistung steht und längere Pausen durchaus sinnvoll sind.

Ansonsten werden sich die Trainer und Selektoren auf jeden Fall bei den Prüfungen in Kreuth im April, das wegen seiner hügeligen Lage eine besonders gute Vorbereitung ist und Marbach im Mai die Kandidaten genauer unter die Lupe nehmen. Die Kandidaten, die bereits bei der EM in Malmö dabei waren, werden kurze Qualifikationswege gehen, die nicht so erfahrenen Leute müssen sich über Viersterneniveau behaupten bzw. beweisen. Im Anschluss des Turniers in Luhmühlen im Juni, wird die Longlist für die WM erstellt.

Danach gibt es noch zwei Möglichkeiten sich zu empfehlen und zwar einmal Mitte Juli bei CHIO in Aachen oder Anfang August in Malmö, hier ist etwas mehr Zeit nach Luhmühlen um zu regenerieren.

Für das anspruchsvolle Gelände in Le Pin in der Normandie wird bereits vermehrt am Berg trainiert, denn das vom Franzosen Pierre Michelet gebaute Cross wird zum einen durch die landschaftlichen Gegebenheiten, als auch technische Herausforderungen jetzt schon als sehr schwierig eingestuft.

Zur Auswahl der Pferde und Kandidaten sagt Hans Melzer: „Wir brauchen Pferde, die galoppieren können, da muss der Tank auch noch am Ende der Geländestrecke voll sein. Ziel ist es mit dem Dressurergebnis durch das Gelände in der Zeit zu kommen.“ Da können sich natürlich die höher im Blut stehen Pferde in den Vordergrund spielen.

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buschreiter.de hat losgelöst von dem Gespräch mit Hans Melzer recherchiert
In diesem Jahr gibt es eine Besonderheit, der Championatskader hat nur 9 Reiter. Die sich dazu gesellenden Pferde sind teilweise championatserprobt, verfügen aber größtenteils über keine ausreichende Viersterneerfahrung. Die diesjährige WM in der Normandie ist jedoch eine Viersterneprüfung.

Kurz ins Gedächnis gerufen. Die Pferde, Rocana, Halunke, Ispo, Revenue, Wild Thing, Hale-Bob, Escada, So ist et sind bisher noch keine Viersterneprüfung gegangen bzw. haben eine solche beendet. Barny und Cayenne jeweils erst eine. Dieses sind 10 Pferde ohne die entsprechende Viersterneroutine.

Allein aus den im Kader dann noch verbleibenden 6 Viersternepferden Opgun Louvo, Avedon, Fantasia, Hop and Skip, Sam und Karascada ein Team zu bilden wird zudem nicht leichter, da man zum einen nicht weiß, wie die im letzten Jahr verletzungsbedingten Pferde Sam und Opgun Louvo in die Saison starten und es sich lediglich um 5 Reiter mit 6 Pferden handelt, wobei für die WM aber 6 Reiter-/Pferdepaare benötigt werden.

Mögen die Championatsgaranten gesund bleiben und ein Teil der Dreisternepferde in den Viersternezirkus aufrücken. Aus dem Vollen schöpfen zu können, bleibt bei dieser Situation wohl ein Wunschdenken, auch wenn man noch auf den ein oder anderen Reiter aus dem B-Kader zurückgreifen könnte, als da wären die bereits auch schon viersterneerprobten Pferde mit ihren Reitern Bettina Hoy, Elmar Lesch, Kai Rüder und Anna Warnecke.

Über das erste Grossereignis, den Nationenpreis in Fontainebleau berichten wir dann ausführlich zu gegebener Zeit.

Wir sind gespannt, welche Paarungen letztendlich für Deutschland in die Normandie aufbrechen, halten Sie aber an dieser Stelle auf dem Laufenden.