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Das Gestüt Kollmoor im Portrait

Heute möchten wir Ihnen das Gestüt Kollmoor im Portrait vorstellen: Martin Prignitz übernahm den damaligen Resthof in der Nähe von Itzehoe im Mai 2007, auf dem er heute eine Landwirtschaft mit ca. 35 Pferden (davon 9 aktive Zuchtstuten), 40 Fleischrindern und ca.100 Mutterschafen auf rund 86ha Land betreibt.

Martin Prignitz
mit seiner Stute Noble Lady, hier mit einem Fohlen von Adagio da Talma bei Fuss
Bild: Michael Ruff

Eine Frage, die man sich zunächst stellen mag, wie kommt man eigentlich dazu, Züchter zu werden? Martin Prignitz fand den Weg über seine langjährige Bekannte, Inken von Platen Hallermund (geb. Johannsen), die 2001 in Pau mit ihrer Holsteiner-Stute Brilliante Vize-Europameisterin wurde. Anfang 2002 entstand der Kontakt zu Inken, nachdem Martin Prignitz viele Jahre als Zuschauer das Hamburger Springderby in Klein Flottbek verfolgte und Freunde seiner Eltern eine Springpferdezucht nördlich von Hamburg auf dem Gestüt Hilliggrund aufbauten. Seine erste Reitstunde erlebte Martin Prignitz sogar auf Brilliante. „Inken vermittelte mir auf Ihre unnachahmlich pragmatische Art viel Wissen übers Pferd und übers Reiten. Über eine Basisausbildung kam ich nicht hinaus, da ich beruflich in meiner eigenen Firma in Hamburg sehr eingespannt war. Aber ich bekam bei Familie Johannsen in Tornesch auch weitere Einblicke in die Pferdezucht und konnte im Umgang mit Jungpferden und Zuchtstuten Erfahrungen sammeln. Inkens Vater Manfred Johannsen gab mir, als einer der besten Züchter in Holstein, wertvolle Tipps. Zudem begleitete ich Inken beim Training und auf Turniere, wodurch ich einen Einblick in die Vielseitigkeitsreiterei gewann, deren Faszination ich dann auch erlegen bin. Gerade die Geländeprüfungen bedeuten für mich „mittendrin statt nur dabei“. Auch die Teambildung zwischen Mensch und Pferd zu erleben und zu leben hat mich für diesen Sport vereinnahmt.“ So kam es, dass er 2004 seine erste Zuchtstute kaufte, die 4 jährige Lorena (Lorentin X Landgraf X Cor de la Bryère) aus dem Holsteiner Erfolgsstamm 474a der Familie Johannsen.

Herr Prignitz, welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrer Zucht?

Martin Prignitz: „Mein Ziel ist es, nicht dem Mainstream nachzulaufen, sondern mir ein eigenes, klares Profil zu erarbeiten. Ich möchte Visionen haben und das ideale Zuchtprodukt zunächst vor dem inneren Auge wachsen lassen. Das war und ist meine Devise bei jeder Anpaarung. Holsteiner mit hohem Blutanteil für den internationalen Sport züchten ist bei uns Programm. Damit sind wir in dieser konsequenten Ausrichtung einer der wenigen Betriebe, der sich auf dieses Segment konzentriert (4 von 14 Halbblutfohlen im Jahre 2017 in Holstein stammen aus unserer Zucht). Das Hauptziel ist es, einen Prototypen für den Vielseitigkeitssport zu züchten- dabei ist der spätere Einsatz der Pferde nicht zwangsläufig in der Vielseitigkeit vorgezeichnet. Wir lassen den Jungpferden grundsätzlich eine vielseitige Ausbildung zukommen. Reiterlich wird die Ausbildung und Turniervorstellung meiner Pferde von Lia Mazur, Evi Bengtsson und Anja Krupinski übernommen- drei Reiterinnen, mit denen ich schon über längere Zeit gut zusammenarbeite und ich denen ich meine Pferde gerne anvertraue. Je nachdem, für welchen Bereich die Pferde sich in der Grundausbildung prädestiniert und motiviert zeigen, werden die Pferde aus unserer Zucht in Einzelfällen auch im Springsport oder in der Dressur eingesetzt. Täglicher Kontakt zu allen Pferden und wirklich altersgerechte Ausbildung sowie sportlicher Einsatz sind entscheidend dafür, dass unsere Pferde mit Spaß, Ehrgeiz und Vertrauen die zukünftigen Aufgaben bewältigen. Das bedeutet zwar einen längeren Ausbildungsweg und dadurch auch Mehrkosten, das ist es uns aber wert. Nur das ist der Weg, den wir gegenüber den Tieren und vor uns vertreten können und möchten!“

Worauf legt das Gestüt Kollmoor höchsten Wert bei seinen Anpaarungen?

Martin Prignitz: „Wichtig ist uns bei der Anpaarung, dass wir mittelgroße, typvolle und moderne Pferde mit sehr guten Grundgangarten züchten. Sie sollen leichtrittig sein und sich zudem dadurch auszeichnen, dass sie mit guter Manier, viel Vermögen und Vorwärtsdrang im Gelände und am Sprung ausgestattet sind. Sie müssen nicht nur Herz und Mut, sondern auch die Intelligenz haben, um die gestellten Aufgaben auch ohne größere reiterliche Einwirkung bewältigen zu können.“

Wie erreichen Sie diese hohen Anforderungen an Ihre Zucht?

Martin Prignitz: „Züchterkollegen sprechen davon, dass es 10 Jahre und mehr dauern kann, bis sich die ersten größeren Zuchterfolge einstellen. Das können wir nur bestätigen. Aber wer jetzt die Lösung des Rätsels erwartet wird enttäuscht: auch wir kochen nur mit Wasser. Wichtig ist es, seinen eigenen Weg zu finden. Zudem ist Zucht eine Fleißarbeit. Man muss seine Stuten, seine Nachzucht, die Deckhengste und dessen Nachzucht persönlich in Augenschein nehmen. Und zwar immer wieder. Das ist ein dauerhafter Prozess. Eigene Aufzeichnungen, über Jahre angefertigt, sowie ein gutes Gedächtnis dienen mir dabei als Hilfe. Ein geschultes Auge für Exterieurbeurteilung, Bewegungsabläufe sowie Intuition gehören unabdingbar dazu.“

Impressionen vom Gestüt Kollmoor

Martin Prignitz inmitten seiner Herde Bild: Michael Ruff

Die Zucht im Überblick

Zuchtstuten

 

Keniar:                                   erfolgreich Springen, Dressur bis Kl. L

Noble Lady:                           Jahrgangssiegerin Halbblut 2001 in Holstein

Donjakina XX:                      Prämienstute Trakehner Verband, Staatsprämie Hessen, Siegerstute Vollblut der ZStE in Hessen 2008

Weda:                                     Bezirksprämienstute

Olivia:                                     Bezirksprämienstute

Evante:                                   Bezirksprämienstute

High Fashion XX:                erfolgreich Springen, Dressur bis Kl. L, erfolgreich in Galopprennen, erfolgreich in Distanzrennen

Dalli Lea:                               erfolgreich in Jungpferdeprüfungen Springen und Vielseitigkeit

Zpeedy:                                  erfolgreich Springen bis Klasse M

 

 

Erfolge der Nachzucht (auszugsweise)

 

Ceda (Aragorn X Con Air), aus der Weda

platziert 2016 in der WM Vielseitigkeit Rang 18 in 2016 und Rang 12 in 2017

Merel Blom- Ceda / Le Lion d’Angers WM der 7 jährigen VS-Pferde 2017 / Bild: Ingo Wächter

Candelo                                  gekört in Belgien, erfolgreich Springen bis Klasse S

Winona                                 erfolgreich Springen bis Klasse S**, in die USA an Kent Farrington verkauft

Con Vento                             erfolgreich in der Vielseitigkeit bis 1*

Canjano                                  erfolgreich in der Vielseitigkeit bis 2*

Bejali                                       erfolgreich Springen bis Klasse M**

Caspar                                     erfolgreich in der Vielseitigkeit bis 3*

 

 

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