Mittwoch, 19. Dezember, 2018
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CDV Fortbildung in Lauterbach – Ärzte im Reitsport

Der 13. CDV Fortbildungskurs „Notfallrettung im Reitsport“ findet im hessischen Lauterbach statt. Im Rahmen der Deutschen Meisterschaften für Ponys können Ärzte und Rettungsdienstmitarbeiter während des ganztägigen Programmes am Sonntag vieles über die neuesten Richtlinien, Ausrüstungen, Rettungsabläufe, Verletzungen ect. erfahren. Der Club deutscher Vielseitigkeitsreiter veranstaltet bereits zum zweiten Mal in Lauterbach eine Fortbildung.

Am Tag einer Vielseitigkeitsprüfung sehen sich der Turnierarzt und sein Team besonderen praktischen Herausforderungen gegenüber. So müssen beispielsweise die individualmedizinische Versorgung eines gestürzten Reiters und die zeitnahe Fortsetzung der Prüfung unter einen Hut gebracht werden. Hierfür stellt der CDV-Kurs international erprobte Handlungsalgorithmen sowohl für die Sturzbeurteilung als auch die Behandlung eines potenziell verletzten Reiters vor. Auch die korrekte Kommunikation mit dem Veranstalter und anderen Turnieroffiziellen, z.B. mittels Funkgerät will gelernt sein. Ziel des CDV-Kurses ist es nicht, bereits etablierte Trauma-Managementkurse (ATLS®, PHTLS®, ETC®) zu kopieren. Vielmehr geht es darum, die Erkenntnisse der internationalen Traumaversorgung auf die speziellen Bedürfnisse im Reitsport anzuwenden. So wird besonderes Augenmerk auf häufige Reitsportverletzungsmuster wie Gehirnerschütterung, Thorax- und Beckentrauma sowie Wirbelsäulenverletzungen gelegt. Abgerundet wird der Kurs durch das Erlernen bzw. Vertiefen praktischer Fertigkeiten am Sprung. Wiederum wird davon ausgegangen, dass sich das turnierärztliche Rettungsteam eben nicht in einem gut ausgestatteten Schockraum einer Notaufnahme befindet, sondern an einem Geländehindernis mitten im Feld mit nur limitierten Ressourcen. Der CDV-Kurs vermittelt daher die absolut notwendigen Fertigkeiten zur Abwehr von Lebensgefahr und zur Stabilisierung eines verletzen Reiters sowie die entsprechenden Rettungstechniken aus schwierigem Gelände bis zur Übergabe an den regulären Rettungsdienst oder die Übernahme durch den Rettungshubschrauber. Hierzu zählen die Sicherung der Atemweg, das Kreislaufschockmanagement mit alternativen Gefäßzugängen, die kardiopulmonale Reanimation unter Traumabedingungen aber auch das sichere Entfernen der reiterlichen Schutzkleidung (Helm und Sicherheitsweste) bei Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung.

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Abgerundet wird die Fortbildungsveranstaltung durch die abschließende Simulation einer Geländerettung, während der das zuvor erlernte Wissen und die praktischen Fertigkeiten im Team ungesetzt werden. Der CDV-Spezialkurs lebt essentiell vom Feedback der Teilnehmer. So werden diese im Nachgang gebeten ihre Meinung im Rahmen einer Online-Umfrage an die Veranstalter weiterzuleiten. Die Rückmeldungen der vergangenen Fortbildungen waren durchweg extrem positiv und haben zu einer kontinuierlichen Anpassung des Kurskonzeptes an die Bedürfnisse der Teilnehmer geführt.

coverEin ausführliches Handbuch ergänzt die während des Fortbildungskurses vermittelten Lerninhalte systematisch und wurde für die kommenden Kurse komplett überarbeitet. Seit Mai diesen Jahres bildet auch ein FN-Lehrfilm zur medizinischen Versorgung auf Reitsportveranstaltungen Teil des Ausbildungspaketes. „Nach einjähriger intensiver Arbeit mit der FN und vielen Experten aus Medizin und Turnierorganisation ist mit dem 20-minütigen Lehrfilm ein wertvoller Baustein für Veranstalter, Mediziner und Reitsportfreunde fertig geworden. Großer Dank geht an die Benjamin Winter Stiftung, die das Projekt möglich gemacht hat“, so die Autorin Nicole Sollorz, Vorsitzende des CDV.

Das Kursprogramm vermittelt zunächst die organisatorischen und theoretischen Grundlagen. Es geht vor allem darum, die zu beachtenden Vorschriften der Dachverbände (FN und FEI) sowie die für Turnierveranstalter und Offizielle zur Verfügung stehenden Merkblätter zu erläutern.  Die organisatorische Vorbereitung auf einen turnierärztlichen Einsatz wird ebenfalls genauestens erklärt. Hierzu zählt insbesondere die Einbindung der deutschen Luftrettung.

Anmeldungen bitte an: nicolesollorz@me.com. Die Kosten betragen 150 Euro für Ärzte, für Rettungsdienste werden die Kosten dieses Seminares von der Benjamin Winter Stiftung übernommen.