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CCI**** Pau 2013

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Bestes deutsches Paar in Pau: Andreas Dibowski und FRH Fantasia (Fotos Ben Schreck/www.explorerviews.de)

Deutsches Siegerpferd unter William Fox-Pitt

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Die Bäume wachsen für den deutschen Spitzensport nicht in den Himmel: Trotz eines Top-Aufgebotes an Reitern und Pferden blieben die heimischen Eventer beim CCI**** in Pau hinter den Erwartungen, und zwar deutlich.

Immerhin war ein „Deutscher“ Sieger der Vier-Sterne-Prüfung auf dem flachen Pyrenäen-Kurs unter Palmen – allerdings nicht unter einem deutschen Jockey: William Fox-Pitt ritt den 14-jährigen Trakehner Seacookie – vormals Ingrid Klimkes Ride – zum CCI****-Sieg und steckte die 35.000 Euro Siegprämie ein, zuzüglich 15.000 Euro für den 3.Platz mit Cool Mountain. Die lange Reise hat sich gelohnt. Auch an Platz 4 vereinnahmte Phillip Dutton dank eines ehemaligen Wahl-Deutschen immerhin noch 9000 Euro. Die hatte er Mr. Medicott (ehemals Frank Ostholt) zu verdanken.

Bis man auf das erste Paar der eigentlichen deutschen Equipe stößt, muss man in der Ergebnisliste etwas blättern: Das beste Resultat erzielte Andreas Dibowski mit FRH Fantasia an Rang 17. So wie die meisten anderen heimischen Mitstreiter kam Dibo mit der Stute nicht in die Nähe der Optimum Time – und hatte nach einem kapitalen Rumpler am Aussprung des zweiten Wassers ohnehin großes Glück gehabt, dass er des Zieles im Cross überhaupt ansichtig wurde.

Dagegen verpasste Bettina Hoy mit Lanfranco nur knapp die Bestzeit bei ihrer Nullrunde im Cross und arbeitete sich trotz dreier Abwürfe im Parcours weit, weit vom 68. Dressurplatz am Ende auf Rang 28 nach vorne.

Andreas Dibowski sammelte mit seinem zweiten Pferd FRH Butts Leon nach einem Steher an Sprung 18 jede Menge Zeitfehler ein und wurde am Ende 37.

Nach allem, was an Reaktionen zu buschreiter.de gedrungen ist, muss man den Start von Kai Rüder mit Leprince des Bois als hochumstritten in der deutschen Vielseitigkeitsszene bezeichnen: Der Hengst absolvierte in Pau seinen vierten Start bei einer Vier-Sterne-Prüfung in der Saison 2013 – sieben Wochen nach dem Auftritt beim CCI**** in Burghley.

Und so präsentierte sich das Paar in Pau: Mit 47.5 und dem 16. Dressurplatz spielte Leprince seine Stärke auf dem Viereck durchaus aus. Im Cross blieb der Hengst mit 18.8 Zeitfehlern deutlich über der Optimum Time. Bei dem Nullfehler-Ritt fehlte dem Hengst die grelle Angriffslust, die ihn sonst auszeichnet. Im Ziel waren dem Pferd die Strapazen des Cross und wohl auch der ganzen Saison anzumerken. Die Quittung kam dann im Parcours: Man mag es zuerst kaum glauben, das Leprince des Bois nicht weniger als zehn Abwürfe zuzüglich Zeitfehler produzierte – plus 41 Punkte und Rang 42 zuguterletzt.

Drei Plätze dahinter brachte es Elmar Lesch mit Lanzelot zu einem zählbaren Vier-Sterne-Ergebnis: Ein Steher am ersten Wasser kostete zwar Zeit, aber beeindruckte das Paar nicht übermäßig, so dass es ohne weitere Hindernisfehler ins Ziel kam. Lanzelot war immerhin so frisch, dass er den Parcours mit nur einem Abwurf und fünf Zeitfehlern absolvieren konnte.

Und das war es dann schon mit den deutschen Paaren in der Wertung. Benjamin Winter machte mit Woolpit Amble bei seinem definitiv ersten Vier-Sterne-Start im Cross eine sehr gute Figur und fügte dem Dressurergebnis nur 11.2 Zeitfehler hinzu – ein Zwischenklassement auf Rang 29. Doch zur Verfassung am folgenden Tag stellte das Perspektivgruppenmitglied das Pferd nicht mehr vor: Woolpit hatte am späten Abend nach dem Cross regelrechte Herzrhythmusstörungen, was sich am Morgen bei einem EKG auch bestätigt hat. Gleichwohl habe die Stute einen sehr fitten Eindruck gemacht, wie aus einem Facebook-Eintrag des Reiters hervorgeht.

Ziemlich unrühmlich endete der Auftritt von Frank Ostholt mit Little Paint, der an Sprung 28 im Cross zwei Verweigerungen kassierte und an Sprung 30 schließlich disqualifiziert wurde – weil das Pferd einen total erschöpften Eindruck machte. Dafür musste sich der Reiter nach Informationen von buschreiter.de hinterher auch eine mündliche Verwarnung anhören.

Kai Rüder kassierte mit Libero an Sprung 12 eine Verweigerung und gab am folgenden Sprung auf.

Auf einen Start im Gelände verzichteten Kai-Steffen Meier mit Karascada, Bettina Hoy mit Designer und Niklas Bschorer mit Ballyengland Rebel. Letzteres Pferd hatte in der Nacht vor dem Cross eine leichte Kolik und konnte naturgemäß nicht an den Start gebracht werden.

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