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Top-Reitern wie Karin Donckers (mit Gazelle de la Brasserie) und weniger bekannten Eventern wie dem Spanier Albert Hermoso Farras (mit Obelix) setzte die kniffelige S-Linie am letzten Wasser in Fontainebleau gleichermaßen zu. Haben die Pferde Spaß dran? Archivfotos Julia Rau |
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Course Design: Christian Zehe Wie man den Pferden im Cross die Lust am Springen nimmt VON WOLF-DIETRICH NAHR Der frühere EM-Reiter und internationale Course Designer Christian Zehe hat im buschreiter-Interview grundsätzliche Kritik an der Linienführung der Geländestrecken beim CCI**** in Luhmühlen und bei der Europameisterschaft in Fontainebleau geübt. Durch abrupte Richtungswechsel in der Auslaufzone nach dem Sprung, zu viele Sprünge in Wendungen und zu enge Kurven werde den Pferden die Lust am Springen im Cross genommen, meint der Parcoursbauer. Zum Leserforum! Christian Zehe hat das Vier-Sterne-Gelände von Mark Phillips in der Heide wenige Tage vor dem Event in Augenschein genommen und die Geländeritte dann im Fernsehen verfolgt. Außerdem war er am Geländetag im Wald von Fontainebleau und konnte sich so ein verlässliches Urteil über den durchaus umstrittenen EM-Kurs von Pierre Michelet bilden. Bei beiden Events war im Cross eine überdurchschnittlich hohe Zahl von Verweigerungen und Stürzen zu verzeichnen gewesen. "Schlechte Linie" Der Course Designer nahm im buschreiter-Interview in Bezug auf beide Turniere kein Blatt vor den Mund: Die Hindernisse und die Aufgaben seien zwar der Klasse entsprechend gewesen, aber die Linie sei sowohl in Luhmühlen als auch in Fontainebleau "zu schlecht" gewesen. Zehe benannte etliche Passagen, bei denen Hinderniselemente im zu engen Kurvenbereich platziert gewesen seien oder Kombinationen den Pferden und Reitern völlig überraschende Richtungswechsel abverlangt hätten. Im vollen Tempo durch die Kurven Probleme ergäben sich besonders, wenn Kurven zu eng angelegt seien, im Kuvenverlauf enger werden und das Gelände zur Kurvenaußenseite auch noch |
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Christian Zehes Warnung: "Die Pferde werden regelrecht demotiviert." |
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abfällt. Im Drei- und Vier-Sterne-Bereich müssten die Reiter unter den genannten Bedingungen zwischen den Sprüngen auch noch ein Tempo um die 600 Meter pro Minute reiten, um in der Optimum Time zu bleiben. "Die Pferde geben sich auf" Und wie wirken diese extremen Bedingungen auf die Pferde? Für die Vierbeiner werde es mit zunehmendem Tempo schwieriger, vor, über und nach dem Sprung die Balance zu halten, ist sich Zehe sicher. Daraus ergebe sich einmal ein zusätzliches Verletzungsrisiko. Christian Zehe: "Das verbraucht die Pferde mental und physisch. Die Pferde können das vielleicht einmal wegstecken, aber auf Dauer verstehen sie es nicht mehr. Die Pferde werden regelrecht demotiviert, und sie geben sich irgendwann auf." Die zwangsläufige Folge seien dann Konzentrationsmängel, schlechte Sprünge, Rumpler, Verweigerungen und sogar Stürze von Pferden und Reitern. "Eckiger" Streckenverlauf Christian Zehe nannte Problemzonen bei den genannten Events: Die rennbahnähnliche Arena und die Coffin-Graben-Kombination sowie die Ecken-Kombination am VIP-Zelt im Vier-Sterne-Cross in Luhmühlen; aber auch in Fontainebleau habe man nur bei oberflächlicher Betrachtung großzügige Linien zwischen den Hindernissen erkennen können. Letztlich habe man auf der Großbildleinwand und live deutlich sehen können, wie "eckig" der Streckenverlauf bei der EM gewesen sei, wie die Pferde auf den Galoppstrecken in den Kurven auch zwischen den Hindernissen "arbeiten" mussten. Welche Ausfallquote ist akzeptabel? Welche Schlüsse sind daraus zu ziehen? Der Course Designer stehe vor der Aufgabe, die Teilnehmerfelder "durcheinander“ zu kriegen, wobei Christian Zehe selbst – möglicherweise im Gegensatz zu anderen Parcoursbauern – kein Problem damit hat, wenn im Cross nur wenige Fehler entstehen. Zehe stellte aber auch einen gewissen Wandel fest, was offenbar akzeptable Ausfallquoten angeht: Früher sei eine Rate von 50 Prozent nicht der Rede wert gewesen; heute sei es schon allgemein bedenklich, wenn ein Drittel der Paare das Geländeziel nicht sehe. "Nach vorne ausgleichen" Jedenfalls seien die Course Designer gefordert, "sich noch mehr mit der Linie auseinander zu setzen": Der Reiter müsse die Chance haben, nach einem möglicherweise nicht optimalen Sprung "nach vorne auszugleichen", also nicht sofort wieder eine neue Wendung einleiten zu müssen. Insbesondere nach Hoch-Weit-Sprüngen müsse der Designer den Pferden die Gelegenheit geben, sich wieder auszubalancieren. Eine scharfe Wendung beispielsweise nach einem mächtigen Tisch sei da Gift. Eine Kurve vor einem Sprung sei dann unproblematischer, wenn das Pferd vor dem Hindernis zwei bis drei Galoppsprünge Zeit habe, um sich gerade zu richten und die Balance zu finden. Was will der Reiter? Stichwort Tempo: Je höher die Geschwindigkeit im Gelände, desto größer die Anforderungen an Reiter und Pferde. Christian Zehe möchte aus den Erfahrungen der Saison 2009 und insbesondere angesichts der Resultate in Luhmühlen und Fontainebleau aber nicht den Schluss ziehen, dass das Tempo im Cross von Drei- und Vier-Sterne-Prüfungen reduziert werden sollte. Die Bestzeit sei genauso ein Kriterium wie die Anzahl und die Abmessungen der Hindernisse. Er rückt eher die Reitermotivation in den Mittelpunkt: "Es ist immer eine Frage, was man will – gewinnen, eine Medaille, ein Qualifikationsergebnis? Wer langsamer reitet, oder Alternativen wählt, der erhöht seine Chancen, hindernisfehlerfrei ins Ziel zu kommen, kann die Prüfung aber nicht gewinnen." Assistent bei Rüdiger Schwarz Christian Zehe ist selbst 7. bei der EM 1991 in Punchestown gewesen und baut seit Jahren international Geländestrecken bis Drei-Sterne-Niveau. Unter anderem arbeitete er mit bzw. assistierte bei Wolfgang Feld und Rüdiger Schwarz. Das Turnier im polnischen Strzegom, Schauplatz des Weltcup-Finales 2009, trägt seine Handschrift. In der Saison 2009 designte er unter anderem die Strecken des CIC** in Bredeneek, bei den Dänischen Meisterschaften in Skanderborg, die internationalen Prüfungen in Neuaigen/Tulln in Österreich sowie die nationale L im hessischen Birstein und im bayerischen Giesenbach (CIC*) mit einer Reihe weiterer Prüfungen. |
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Die Sequenz aus dem Vier-Sterne-Cross in Luhmühlen (der Brite Tom Crisp/Liberal) von Julia Rau dokumentiert, dass eine Linienführung mit abrupten Wendungen vor, inmitten und nach Hinderniskomplexen letztlich unschöne Bilder erzeugt und offenbar wenig motivierend auf die Pferde wirkt. |
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