Testturnier für WM 2010
Top-Besetzung mit zwei deutschen Weltklassepaaren
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Zwei der deutschen Top-Eventer werden sich am letzten April-Wochenende in den USA wertvolle Eindrücke und Informationen für die Weltreiterspiele 2010 verschaffen.
Mit Bettina Hoy, derzeit in Warendorf stationiert, und dem Gold-Pferd von Athen, Ringwood Cockatoo, sowie Mannschaftsolympiasieger Peter Thomsen und dem Vier-Sterne-erprobten The Ghost of Hamish haben die Bundestrainer Hans Melzer und Christopher Bartle zwei der potenziellen WM-Kandidaten nach Lexington/Kentucky entsandt, wo der CCI****-Klassiker am Schauplatz der Weltreiterspiele im kommenden Jahr stattfindet.
Ursprünglich wollten Melzer und Bartle eigentlich vier Pferde zu dem Testevent entsenden. Melzer im buschreiter Interview: "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es gut ist, wenn man ein Jahr vorher da gewesen ist. Wie ist die Infrastruktur da? Wie überstehen die Pferde den Transport? Wie ist das Geländeprofil? Man muss für die guten Championate einfach optimal vorbereitet sein."
Nunmehr streut das Angebot hochklassiger Turniere in Deutschland und im europäischen Ausland doch etwas mehr und der deutsche Kader ist in Kentucky nur mit zwei Paaren vertreten. Aber bei dem optimalen Teamgeist der deutschen Mannschaft werden Bettina Hoy und Peter Thomsen ihren Teamkollegen sicher intensiv über ihre Recherchen und Erlebnisse in Lexington berichten.
Terminlich in Konkurrenz mit Kentucky steht immerhin Badminton, wo ja – wie buschreiter.de ausführlich berichtet hat – Starts von Anna Warnecke mit Twinkle Bee und Kai-Steffen Meier mit TSF Karascada M geplant sind. Meier hatte sich eigentlich auch Chancen für eine Teilnahme an dem WM-Testturnier in Kentucky ausgerechnet. Aber dazu wäre ein vorbereitender Start im portugiesischen Barroca erforderlich gewesen. Doch der strenge Winter hat eine systematische Vorbereitung vereitelt. Deshalb konzentrierte sich der junge Profi frühzeitig ganz auf einen Start in Badminton.
In Kentucky sind 47 Paare aus neun Nationen am Start des CCI****. Über den großen Teich fliegen unter anderem William Fox-Pitt, Lucinda Fredericks und Nicolas Touzaint, die starken US-Amerikaner nicht zu vergessen, die traditionell auf heimischen Boden zur Top-Form auflaufen.
Allerdings werden die beiden Deutschen sicher ein Wort mitreden: Bettina Hoy und Ringwood Cockatoo sind im Moment offensichtlich in Bestform – nach dem Vier-Sterne-Sieg in Pau im Herbst und dem CIC***-Erfolg zum Saisonauftakt in Fontainebleau. Und Peter Thomsen und The Ghost of Hamish haben bereits in Badminton ihre Weltklasse vor allem im Vier-Sterne-Gelände eindrucksvoll dokumentiert.
Allerdings hat Course Designer Mike Etherington-Smith die Erwartungen gedämpft, dass die Weltklassereiter diesmal im Gelände große Erfahrungswerte für die WM sammeln könnten. "Der Kurs wird 2010 vollständig anders aussehen als heuer", sagte er.
Nebenbei geht es ganz dick um Geld: Seit 2008 sind die Vier-Sterne-Klassiker zur Serie HSBC FEI Classics zusammengefasst. Die Erfolge in Lexington, Badminton, Luhmühlen, Burghley und Pau werden nach einem Punktesystem zusammengeführt. Am Ende gibt es für den Sieger ein Preisgeld von 150 000 US-Dollar. Die Zweit- und Drittplatzierten erhalten immerhin noch 75000 und 50000 US-Dollar.
Weitere Informationen unter: www.rk3de.org/
|