Weltcupfinale Strzegom:
Haus-Parcourschef Zehe muss ins zweite Glied treten
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Das Weltcupfinale im polnischen Strzegom wird am Wochenende 22./23. August 2009 mit Sicherheit Top-Sportler als Sieger sehen, aber das Spitzenereignis der internationalen Vielseitigkeit hat jetzt schon einen Offiziellen, der sich selbst etwas auf der Verliererseite sieht: Nach Jahren höchst erfolgreicher Aufbauarbeit als Course Designer muss nun Christian Zehe auf Veranlassung der FEI ins zweite Glied zurücktreten.
Offizieller Course Deisgner beim Weltcupfinale wird der Aufbauer der Weltreiterspiele in Aachen, Rüdiger Schwarz, sein. Christian Zehe dagegen wird bei dem Schluss-Event der weltweiten Turnierreihe nur noch als "Course Builder" mitwirken. Zehe hat immerhin seit 2003 in ununterbrochener Folge in Strzegom eine Geländestrecke entwickelt, die den Event im Busch-Schwellenland Polen immerhin in die erste Wahl der internationalen Turniere gehievt hat. Der Haus-Designer von Strzegom macht auch auf Anfrage von buschreiter.de kein Hehl daraus, dass ihn die Entscheidung der Internationalen Reiterlichen Vereinigung "gewurmt und geärgert" habe.
"Kann man immer dazulernen"
Christian Zehe betonte im buschreiter-Interview, dass sich seine Kritik an der FEI in keiner Weise gegen den vorgezogenen Rüdiger Schwarz richtet. Ganz im Gegenteil: "Es kann nur positiv sein, mit einem exzellenten Course Designer zusammenzuarbeiten, dabei kann man immer dazulernen", sagte Christian Zehe.
"Auf das Finale hingearbeitet"
Dennoch spricht er seine Enttäuschung offen an. Immerhin habe er jahrelang gemeinsam mit dem Veranstalter in Strzegom "auf das Weltcupfinale hingearbeitet". So wie es für einen Reiter der Traum sei, beim Championat zu reiten, sei es auch für einen Aufbauer ein Traum, Course Designer bei einem Championat zu sein, so der Geländeaufbauer, der 1991 bei der EM in Punchestown mit Gallus am Start gewesen ist.
Wenig Verständnis für FEI-Politik
Die FEI hat diesen Traum zumindest diesmal nicht Wirklichkeit werden lassen. Und deshalb hat Christian Zehe nicht wirklich Verständnis für die "Politik" des Verbandes. Als ambitionierter Parcourschef hätte er Verständnis dafür gehabt, wenn die FEI das Gelände in Strzegom durch einen "Supervisor" kontrolliert hätte. Aber dass er nun nicht erste Wahl ist und in der zweiten Reihe bleiben muss - eine Enttäuschung.
Allerdings hat der Aufbauer auch so genug zu tun in der Saison 2009. So entwirft und baut Zehe den dänischen Zwei-Sterne-Championatskurs in Skanderborg und setzt bei einer Ein-Sterne-Prüfung im österreichischen Neuaigen die Maßstäbe.
Federführung in Bredeneek
Schließlich wirkt der Parcourschef daran mit, die Zwei-Sterne-Prüfung in Bredeneek nach zweijähriger Pause wieder aufleben zu lassen. Dieser Event hatte prominente Fürsprecher: Keine Geringeren als Doppel-Olympiasieger Hinrich Romeike und Mannschaftsgold-Gewinner Peter Thomsen baten, kaum aus Hongkong zurückgekehrt, die Veranstalter der Bredeneeker Vielseitigkeit, diese doch wieder stattfinden zu lassen. Bereits am 19. April 2009 werden zahlreiche Topreiter der deutschen und internationalen Vielseitigkeitsszene sowie Gold-Olympiareiter im Schlosspark in Bredeneek an den Start gehen.
"Super"-Marius am Start
Viele nutzen diese 2-Sterne Prüfung als Einstieg in die grüne Saison, denn das anspruchsvolle, aber faire Gelände stellt schon gewisse Anforderungen an die Kondition von Pferd und Reiter. Unbestrittener Höhepunkt wird mit Sicherheit der Ritt von „Hinni“ Romeike mit seinem „Super“- Marius sein.
Dann verhilft Christian Zehe einem bisher ländlich ausgeschriebenen Turnier zum internationalen Prädikat: Er zeichnet für das Gelände beim ersten CIC* im bayerischen Gießenbach vor den Toren von München veranwortlich.
Website von Christian Zehe www.cross-country-design.de
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