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Lesermeinungen zum Fall Amy Tryon/Le Samurai/Ihre Meinung?

 

Neutrale Beobachter: Pferd war nicht erschöpft

Die harschen Reaktionen auf diesen tragischen Unfall sind auf den ersten Blick mehr als verständlich. Doch bevor jemand die Reiterin in Bausch und Bogen verdammt, sollte er zuerst das nicht nur ausführlich (30 Seiten), sondern auch sehr sorgfältig sich auf diverse Expertenmeinungen abstützende Urteil des FEI-Gerichtes (abrufbar auf der Homepage der FEI unter horsesport.org/legal/decisions) zu Gemüte führen. Gut möglich, dass er dann auch zur Meinung gelangen wird, dass die Reiterin objektiv betrachtet zwar einen Fehler begangen hat; dies aber unabsichtlich, so dass die ausgesprochene Sanktion als durchaus angemessen erscheint.

Im übrigen widerlegt das Urteil aufgrund von Aussagen neutraler Betrachter vor Ort auch, dass das Pferd vor dem tragischen Zwischenfall bereits erschöpft gewesen sein soll.

Lucas Anderes, Zürich 

Adrenalin kann Pferd und Reiter bösen Streich spielen

Ich weiß nicht, inwieweit einem in solchen Wettkampfsituationen das Adrenalin einen Streich spielen kann. Es wirkt wie eine Droge, mit deren Wirkung  die einen besser und die anderen weniger gut umgehen können. Dies gilt für die beteiligten Zwei- und Vierbeiner. Man hat schon Reiter mit Knochenbrüchen ins Ziel reiten sehen, die nichts gespürt haben. Eins meiner Pferde, ein ziemlich "heißer " Schimmel,  ist  bei einem eher ruhigen Springtraing mit dem Hinterhuf in der Vordersehne gelandet. Ich habe nur an seinem Bewegungsablauf gemerkt, dass was nicht stimmt. Er hat offensichtlich nichts gemerkt und wollte erst mal weiter knattern. Ich konnte ihn rechtzeitig anhalten. Er hatte Glück und konnte gerettet werden. Ein anderes Mal, sah ich eine Teilnehmerin einer Geländeprüfung mit ihrem Pferd auf drei Beinen einen Terassensprung herunter springen. Ein Vorderbein baumelte in der Luft. Trümmerbruch der Fessel. Die Reiterin nahm zunächst die Rufe der Richter gar nicht war. Die Stute wollte auch unbeirrt weiter und war erst zu bremsen, als jemand in die Zügel griff. Danach war die Verzweiflung groß.

Zielstrebiger Siegeswille + Adrenalin + trotz der Verletzung den gewohnten Druck in den Zügelfäusten + vielleicht nicht ganz definierte Bodenverhältnisse…….

Hoffentlich bleiben wir alle - trotz Adrenalin - immer Herr über unsere Wahrnehmungen - und unseren Pferden solche Erlebnisse erspart.

Gabi Thomas

Siegeswillen über das Vermögen des Pferdes gestellt

Was in dem Fall voellig untergegangen ist: dass Le Samurai nach 3/4 der Strecke so erschoepft war, dass er nicht mehr auf das Bein der Reiterin reagierte. Schon bei Sprung 25, der Normandie Bank, setzte Amy Tryon nach dem Sprung die Peitsche ein, um das erschoepfte Pferd vorwaerts zu treiben, sie benutzte die Peitsche noch 3 mal NACH DEM SPRUNG und zwar sehr energisch.Das nenne ich Misshandlung.Wir Reiter haben die Pflicht, unsere Pferde zu schuetzen, und wir haben die Pflicht, das, was unsere Pferde uns an dem Tag geben koennen, zu akzeptieren. Amy Tryon hat ganz bewusst ihren Siegeswillen ueber das Vermoegen des Pferdes gestellt und so mit zu der Verletzung beigetragen. Das ist Misshandlung und haette schwerer bestraft werden muessen. Na ja, Olympia steht vor der Tuer und Amy ist qualifiziert. Im Namen von Medaillen und nicht im Namen des Pferdes, so ist das zu bewerten.

Günther E. Hardt (USA)

Verzeihung gibt es nicht

Wir sprechen schnell „liebevoll“ von Rumplern im Busch - wohl wissend, dass diese schnell mal mit bösen Stürzen und Verletzungen enden können. Niemandem – aber schon gar keinem Profi – darf verziehen werden, wenn er auf einem Schmerz leidenden Tier weitermacht.

Wiebke Schueller

Lebenslange Sperre wäre angebracht

Ich finde es ganz schlimm, was da passiert ist.

Denke, dass die Reiterin den Rest ihres Lebens nicht mehr starten, reiten und Pferde halten dürfte. Als Pferdebesitzer hat man die Verantwortung für sein Pferd. Jeder Reiter, vor allem Profis, müssen in der Lage sein, sofort zu merken, ob was mit dem Pferd nicht mehr stimmt.  Ich reite seit fast 25 Jahren und habe momentan mein viertes eigenes Pferd. Ich habe bisher immer gemerkt , wenn mein Pferd plötzlich lahmt oder sonst irgendwas ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie es nicht gemerkt hat. So eine Verletzung hat eine starke Lahmheit zur Folge, und einen holprigen Galopp. Denke, das würde sogar jeder " Volltrottel" merken, der reitet. Aber auch die Stewards hätten es sehen müssen –und eingreifen.

Rebekka Wölbert

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