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Winterurlauber am Ammersee: Traque le Vent und Marie-Jeanette Steinle, ein Archivbild aus dem Jahr 2001 (Foto Nahr)

Traque le Vent

"Er hatte einen schönen Lebensabend"

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Noch eine Pferdegröße früherer Tag ist nicht mehr: Traque le Vent, das ehemalige WM-Pferd von Marie-Jeanette Ferch, geborene Steinle, musste eingeschläfert werden.

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der französische 3/4-Blüter bereits am 11. August 2009 in Cavertitz in Sachsen gestorben. "Opi", wie Marie-Jeanette ihr vormaliges Top-Pferd liebevoll nannte, hatte Kreislaufprobleme und konnte nicht mehr aufstehen. "Trotz jeglicher tierärztlicher Hilfe konnten wir ihm nicht mehr helfen", erinnert sich die Besitzerin tieftraurig. Was Marie-Jeanette Ferch mit dem Abschied von Traque le Vent etwas versöhnt: "Er hatte einen schönen Lebensabend nach einer wirklich tollen Karriere."

Pferd des Jahres 1998

Die damals 22-jährige Reiterin war 1998 bei den Weltreiterspielen in Pratoni del Vivaro mit Traque le Vent auf Platz 23 bestes deutsches Paar gewesen. "Opi" wurde damals "Pferd des Jahres 1998" und schlug mit 33 Prozent der Wählerstimmen keinen geringeren als die Dressurlegende Donnerhall.

"Hundertprozentiges Verlasspferd"

Zu Lebzeiten von Traque le Vent berichtete die Reiterin im buschreiter-Interview einmal: "Er führt sich manchmal auf, wie ein eingebildeter, arroganter Hollywood-Schauspieler. Er weiß, dass er der Star im Stall ist und schikaniert mich, die Pflegerin, die anderen Pferde. Bei der Prüfung ist er wirklich nervend, büffelig, ruppig." Mit ihrem damaligen Top-Eventer, ein Selle Francaise vom Springvererber Hurlevent und aus einer Vollblutstute, verband Marie-Jeanette Ferch nach zahlreichen langen Prüfungen eine Mixtur aus Emotionen. Erst die vierbeinige Nervensäge und kurz danach das "genialste Pferd, das ich je haben konnte, ein hundertprozentiges Verlasspferd, am Sprung ein Genie".

Früheres Portrait von Marie-Jeanette Steinle

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Marie-Jeanette Steinle und Traque le Vent zählten zu den besten Busch-Paaren in Deutschland (Archivfotos Julia Rau)

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