Deutsche Eventer in Großbritannien
Schottische Schlammschlacht: EM-Reservistinnen geben Gas
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Zwei deutsche Amazonen haben bei den offenen schottischen Meisterschaften in Thirlestane am Wochenende 18./19. August 2007 eine ausgezeichnete Figur gemacht: Die Eventerinnen ritten drei Pferde in die Wertung des CIC*** beziehungsweise sackten schöne Platzierungen ein.
Ingrid Klimke brillierte nicht nur mit Butts Abraxxas, den sie auf Platz drei der Drei-Sterne-Prüfung ritt; sie brachte auch den CIC***-Marbach-Sieger Seacookie TSF an Platz 15 ins Ziel des Kurz-S-One-Day-Events. Mit Abraxxas war Ingrid Klimke mit einem atembraubenden Dressurergebnis von 27.7 in die Prüfung gestartet und hatte nach einer Nullrunde im Cross beim Parcoursspringen zwei Abwürfe, die letztlich den Sieg gekostet haben. Auch Seacookie ließ zwei Stangen fallen, was aber der Gesamtleistung in dem Weltklassefeld keinen Abbruch tat. Richtig gut drauf war auch Anna Warnecke, die das Dressurviereck mit 48.9 verließ, im Cross sauber blieb und auch über die bunten Stangen eine fehlerfreie Leistung ablieferte – was an diesem Sonntag nur sieben Paare im CIC*** schafften. Warnecke und Twinkle Bee waren am Anfang der Saison beim Klassiker in Badminton etwas glücklos ausgeschieden. Thirlestane beendete das Paar an Platz 8. Diese Ergebnisse waren für beide Amazonen von großer Bedeutung. Ingrid Klimke muss nach dem Abschied von Sleep Late xx aus dem Sport ihre Nachwuchspferde mit Blick auf Olympia 2008 qualifizieren, wofür Drei-Sterne-Wertungen erforderlich sind. Außerdem empfiehlt sich die zweifache Olympiareiterin für die EM in Partoni im September, für die sie mit Abraxxas erste Reservistin ist. Den zweiten Reserverang kann nun Anna Warnecke beanspruchen, nachdem sie Twinkle Bee mit tadelloser Leistung bei widrigen Witterungsverhältnissen vorgestellt hat. Anna Warneckes Plan B ist der Klassiker in Burghley: Sie hat als einzige Deutsche beim CCI**** Ende August genannt. Auch der Austrokroate Pepo Puch steht mit The Who auf der Nennungsliste. Für den vielfachen Championatsreiter sind vier Sterne alles andere als abwegig: Als erster Österreicher hat er 2005 (mit Banville d'Ivoy) den Klassiker Badminton beendet.
|