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In Strzegom nicht zu schlagen: Elmar Lesch und Finch Hatton (das Archivbild von Julia Rau entstand in Luhmühlen 2008).

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Strzegom 2008

Lesch und Schrade dominieren Weltcup-Quali

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Elmar Lesch hat im polnischen Strzegom mit dem 14-jährigen Finch Hatton TSF die Weltcup-Qualifikation gewonnen und den Olympiareservisten Dirk Schrade mit Sindy auf Platz 2 verwiesen.

Die Entscheidung brachte das abschließende Springen des CIC***-W: Schrade hatte einen satten Vorsprung und hätte eigentlich um den Sieg nicht mehr bangen müssen. Doch dann sattelte er zwischen den bunten Stangen nicht weniger als 21 Punkte drauf. Danach war der Profi aus Warendorf hin und her gerissen: "Platz 2 in der Weltcup-Quali nach einer tollen Dressur und einer phantastischen Leistung von Sindy im Gelände ist ein sehr gutes Ergebnis, aber es war letztlich nicht unser Tag und der Sieg war weg. Es gibt auch wieder andere Zeiten." So recht konnte sich Dirk Schrade den Blackout im Springen nicht erklären. "So kenne ich sie nicht, draußen sprang sie noch sehr gut, im Parcours nicht mehr, und am letzten Sprung habe ich mich dann auch noch reell verguckt", so der Zweitplatzierte im buschreiter-Interview.

Sieger Elmar Lesch war mit Finch Hatton im Parcours fehlerfrei geblieben. Das tat ihm nur noch einer gleich: Robert Sirch mit Ballymakenny (8.). Lesch hatte eine Erklärung für die gehäuften Fehler an den bunten Stangen: "Der Parcours hielt einige sehr technische Linien und optische Herausforderungen bereit."

Aber auch das CIC***-Cross forderte den Weltcup-Aspiranten einiges ab. "Technisch sehr anspruchsvoll mit vielen Effekten", fasste Elmar Lesch im exklusiven buschreiter-Interview das Gelände zusammen, das wieder Christian Zehe konzipiert hatte. Lesch: "Das waren nicht einfach nur drei Sterne, sondern die Strecke war wirklich weltcupwürdig."

Mit Finch Hatton hat der Profi aus der Nähe von Lüneburg ein Pferd im Stall, dass durch sein selbstbewusstes Auftreten im Gelände gut mit solchen Anforderungen klarkommt: "Er hat sehr viel Vermögen und es gibt keine Art von Sprüngen, vor der er Angst hat." Elmar Lesch hat den Schimmel 10-jährig von Carola Bierlein übernommen und seitdem mit einer kurzen Unterbrechung selbst geritten. Inzwischen ist Finch von einem österreichischen Eigentümer in seinen Besitz übergegangen. Lesch profitiert nun davon, dass der jetzt 14-Jährige in der Vergangenheit sehr überlegt und dosiert eingesetzt worden ist.

"Er hat eine tolle Saison hinter sich", so Lesch, der mit dem Schimmel zuletzt in Luhmühlen im CIC*** platziert war. Hannover, Sahrendorf und Wahlsdorf-Liepe waren weitere Stationen. In Marbach sah Finch Hatton nur das Dressurviereck und den Springplatz. Der Reiter nahm das Pferd vor dem Gelände aus dem Rennen, weil er sich beim Transport eine leichte Zerrung zugezogen hatte und nicht voll leistungsfähig gewesen war.

Nach einer Ruhepause hat der vormalige Deutsche Vizemeister Elmar Lesch mit Finch Hatton die Deutsche Meisterschaft in Schenefeld im Visier – und dort gibt es auch Weltcup-Punkte zu gewinnen.

Dirk Schrade indes überließ am Sonntag das Inkasso der 25 000 Zloty Siegprämie den Besitzern von Sindy und hatte auf der Heimfahrt nur noch Aachen im Kopf. Nach der durchwachsenen Leistung bei der Olympiasichtung in Luhmühlen ist die Idee Hongkong für ihn noch nicht ganz gestorben, aber in weite Ferne gerückt: "Ich glaube nicht, dass ich mit Huskey noch eine Riesenchance habe, wenn alle die Form halten – und dann ist auch das richtige Team zusammen", so Dirk Schrade im Interview mit buschreiter.de

Über Drei-Sterne-Platzierungen und -Wertungen freuten sich noch andere deutsche Eventer: Die Kreuth-Sieger Marina Köhncke und Calma Schelly (4.), Martin Drescher/Surprise (6.), Robert Sirch/Ballymakenny (8.) und Nico Schmidt/Aristocrat xx (12.).

Einigermaßen sensationell ist auch der 2. Platz von Janet Wiesner und Horstfelde's Libero im CCI***, hinter Oliver Townend und Clover Curtis. Janet Wiesner erlebt zur Zeit einen Höhenflug, den auch die Bundestrainer mit großem Interesse verfolgen: Nach dem Weltklasseritt in Luhmühlen wurde die Amazone Runner Up mit dem Dressurergebnis von 50.2 und einem Abwurf, noch vor dem vielfachen Olympiareiter Andrew Hoy/Master Monarch. In dieser Prüfung waren allerdings nur zwölf Paare in der Wertung. Michael Jung und La Biosthetique Sam wurden 5., Julia Mestern und Schorsch 8., die Österreicherin Margit Appelt mit Off Limits xx 10. und Johanna Wasmuth mit Mr. Mac 11.

Im CIC** (Sieger: Oliver Townend/ODT Land Vision) waren nicht weniger als vier deutsche Paare unter den Top Ten: Anna Junkmann/Benjamin (4.), Alfred Bierlein/Glendale (5.); Elmar Lesch sicherte mit Thomas O'Mally und Prosecco die Plätze 6 und 7.

Auch im CIC* schloss Janet Wiesner mit der Runner-Up-Position ab, und zwar im Satteln von Golden Joy. Michael Jung brachte das Kunststück fertig, gleich drei Vierbeiner zu platzieren:FBW River of Joy (4.), Leopin (5.) und McIntosh (7.). Robert Sirch fuhr auch mit einer Schleife an der Trense von Killcross (6.) nach Hause.

Ergebnisse: CIC***-W, CCI***, CIC**, CIC*

Ihre Meinung zum Thema?/Kontakt zur Redaktion

Vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Berichterstattung. Es ist beeindruckend, dass die Ergebnisse kaum nach der Prüfung schon auf Ihrer Seite zu lesen sind.

Ich hatte jedoch oft das Gefühl, dass Dirk Schrade in Ihrer Berichterstattung etwas zu kurz kommt. Er wird entweder nur kurz am Ende des Artikels erwähnt (wie im Artikel über die Olympianominierung) oder ganz übergangen. Dabei sind seine Leistungen doch durchaus beachtlich. Michael Jung hingegen wird nicht selten ein ganzer Artikel gewidmet, in dem er bejubelt und beglückwunscht wird.

Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass die Länge der Berichterstattung und die Leistungen der beiden im aktuellen Artikel von Strzegom in einem ausgeglicheneren Verhältnis stehen.

Katrin Haas

Anmerkung der Redaktion: buschreiter.de bemüht sich um eine aktuelle, ausgewogene und objektiv-distanzierte Berichterstattung. Gewöhnlich werden in den Berichten keine Reiter oder Pferde "bejubelt und beglückwünscht" – Ausnahme: Der Kommentar über die Olympiasieger der Herzen 2004 in Athen. buschreiter.de hat den Anspruch, bei aller persönlichen Begeisterung für die Vielseitigkeit – und, das nur nebenbei, eigenen aktiven Reiterei im Busch – kritische und objektive Distanz zum Gegenstand zu wahren.

Die Redaktion

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