Buschreiter.de Porträt: Marie-Jeanette Steinle
"Jeder wollte mich reiten sehen"
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Der entscheidende Start beim CIC*** auf dem elterlichen Besitz brachte Marie-Jeanette Steinle wie sie meint keinen Vorteil: "Ich war mit den Pferden noch nie drüben gewesen und bin dort noch nie geritten. Weil alle Freunde und Bekannten da waren und mich jeder reiten sehen wollte, stand ich mehr als sonst unter Anspannung und dachte: Hoffentlich geht das nicht in die Hose." Ging es nicht: Am Montag nach der letzten Sichtung war klar, dass sie das Ticket nach Pau als Einzelreiterin in der Tasche hatte. Marie-Jeanette Steinle war ganz froh, dass die Verantwortung für die Mannschaft nicht auf ihr lastete. Apropos Cavertitz: Die Familie Steinle hat unmittelbar nach der Wende dort einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Ackerbau, Viehhaltung und
Milchwirtschaft aufgebaut _ geleitet von Marie-Jeanettes Bruder Theo und das heruntergekommene DDR-Vollblutgestüt Lehn mit 80 Pferden aufgekauft, aus Liebhaberei, um die Vollblüter praktisch vor dem Schlachter zu retten. Doch die meisten Tiere aus dem Bestand brachten wenig für die Busch-Zucht mit. "Es ist schwierig, aus einer alten Vollblutzucht ein modernes Vielseitigkeitspferd herauszubringen", so Marie-Jeanette Steinle. Inzwischen ist der Bestand auf 20 Zuchtstuten verkleinert, darunter so prominente Tiere wie Peter Thomsens Badminton-Pferd White Girl, Marina Köhnckes Arapaima, Philipp Kolossas Galana. Mehrere Eigenprodukte mit dem signifikanten Namenszusatz "S" haben bereits hervorragend eingeschlagen. Doch vor einem Exkurs in die Zuchterfolge des Gestüts Sachsen zurück zum EM-Krimi (Fotos: Julia Rau, Wolf-Dietrich Nahr). Fortsetzung folgt demnächst!!!
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