Buschreiter.de Porträt: Marie-Jeanette Steinle
Zwangsquarantäne in England
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Aus dem konzentrierten Saisonauftakt im Mutterland des Vielseitigkeitssports sollte eine lähmende und unproduktive Zwangspause werden. Marie-Jeanette Steinle hatte sich Ende Februar mit Traque le Vent und vier weiteren Pferden auf dem Bauernhof ihrer Eltern in Berkshire eine Autostunde westlich von London einquartiert. Seit einigen Jahren verbringt die Amazone aus Bayern die Monate März, April und Mai in England, um zwei Mal pro Woche bei Rodney Powell zu trainieren. "Er hat mich in den letzten sechs Jahren vom Junge-Reiter-Lager bis zu den Senioren begleitet, er gibt mir gute Tipps und ist ein Super-Trainer. Wir sind oft gemeinsam am Turnier und er ist wirklich für mich da."
Auf den Turnierplätzen spult Marie-Jeanette Steinle bereits "volles Programm" ab, während die Buschreiterei in Deutschland noch im Winterschlaf liegt: Praktisch an jedem Wochenende absolviert sie M- und S-Prüfungen, um dann im Mai nach Deutschland zurückzukehren. Doch in diesem Jahr ging der Plan nicht auf: Die Maul- und Klauenseuche ließ alle Badminton- und Punchestown-Pläne platzen, bis Ende Mai wurden bekanntlich alle Turniere abgeblasen. "Wir konnten sechs Wochen lang den Hof nicht verlassen."
Nach endlosem Hin und Her mit den Veterinärbehörden gelang es der Vielseitigkeitsreiterin Ende April, mit ihren Pferden in einer "Nacht- und Nebelaktion" wieder nach Stegen am Ammersee zurückzukehren. Während sie sonst am Anfang der Saison in Deutschland längst ihren Rhythmus gefunden hat, begann der Turnierreigen im EM-Jahr mit einem deutlichen Trainingsrückstand (Foto: Julia Rau).Hier weiterlesen
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