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Doch drei deutsche Individualisten am Start
Also doch drei deutsche Einzelreiter: In der Nacht zum Dienstag fiel in Sydney die Entscheidung, dass das deutsche Team einen weiteren Individualisten zugesprochen bekommt.

Das bedeutet, dass nicht nur Marina Köhncke mit ihrem zweiten Pferd Boettcher´s Longchamps in den Wettbewerb um eine Einzelmedaille eingreifen kann. Auch Kai Rüder darf Butscher starten und Dr. Annette Wyrwoll (Foto) mit Equitop Bantry Bay. Deren Starterlaubnis als Einzelreiterin war höchst gefährdet, weil die Bundestrainer Martin Plewa und Horst Karsten nach Informationen von buschreiter.de vorhatten, Dr. Annette Wyrwoll und Bantry Bay bei nur zwei Startplätzen nicht antreten zu lassen. Damit war die Amazone aus Bayern in den Status einer Reservereiterin "befördert" worden, obwohl es einen Beschluss des DOKR-Vielseitigkeitsausschusses gibt, wonach die ohnehin nachnominierte Nele Hagener/Little McMuffin Reservistin sein sollte. Dass dann dieses Paar überraschend auch noch in die Mannschaft berufen wurde, löste nicht nur im Team, sondern auch in den heimischen Vielseitigkeitskreisen teils heftige Kritik aus. Viele Busch-Experten zeigten kein Verständnis dafür, dass das Team nicht von den zuverlässigen "Ankommer"-Qualitäten von Wyrwoll/Bantry Bay profitieren sollte.
Nach zwei Verweigerungen und zwei Stürzen zweier Team-Reiter in der Geländeteilprüfung konnte sich die deutsche Mannschaft beim abschließenden Springen erwartungsgemäß nichtmehr auf Medaillenränge vorarbeiten, sondern sie beendete den olympischen Three-Day-Event an Platz 4. Die Deutschen rückten einen Rang vor, weil das neuseeländische Team bei der letzten Verfassung platzte: Die Mannschaft hatte nur drei Vierbeiner vorgestellt und Blyth Taits zwölfjähriger neuseeländischer Vollblüter Ready Teddy musste bei dem Vet Check aus dem Rennen genommen werden.

Goldmedaillengewinner wurde das Team Australien ein echter Hattrick nach den Mannschaftsolympia-Siegen von Barcelona und Atlanta. "Es war unser Auftrag seit Atlanta, dafür zu sorgen, dass wir Geschichte schreiben und eine dritte Goldmedaille bewinnen", sagte Matt Ryan vor der Siegerehrung. Der hatte es für die begeisterten australischen Fans im Reitstadion des Horsely Parks noch einmal spannend gemacht, als er sich im Parcours zwölf Strafpunkte einhandelte. Schlussreiter Andrew Hoy reckte im Sattel des begeisternden Schimmels Darian Powers (Foto) nach seiner Nullrunde die Faust triumphierend in die Höhe und das Publikum tobte. Mit 146.8 Punkten verwiesen die Australier Großbritannien (161.0) auf den Silbermedaillen-Rang. Die Wettstreiter aus dem Mutterland der Vielseitigkeit hatten bei der letzten Verfassung nur drei Pferde vorgestellt darunter nicht Ian Starks Jaybee, der im Cross mit erheblichen Strafpunkten belegt worden war. Bronze ging an die USA (175.8).
Außerhalb der Medaillenreichweite kamen die Deutschen mit 241.8 Punkten ins Ziel und damit auf den "undankbaren" 4. Platz, wie es in einer FN-Pressemitteilung heisst. Während Andreas Dibowski Leonas Dancer mit einer respektablen Null-Runde durch den Parcours steuerte, trat Sir Toby zwei Stangen herunter und Marina Köhncke musste auch noch Punkte für Zeitüberschreitung verbuchen. Mit 262.4 Punkten wurde Nele Hagener mit Little McMuffin zum Streichergebnis, nachdem sie beim Springen drei Abwürfe zu verzeichnen hatte. Nach einer verpatzten Dressur hatte die 24-Jährige mit ihrem Vierbeiner im Cross zwei Verweigerungen und einen Sturz einstecken müssen. Ingrid Klimke brachte Sleep Late mit einem "Klotz" nach Hause und beendete den Mannschaftswettbewerb mit 41.2 und dem zweitbesten Resultat aller Eventer. Der olympische Wettbewerb wird in der Nacht zum Mittwoch mit der Einzeldressur fortgesetzt.
Bericht und Fotos: Wolf-Dietrich Nahr
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