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Sicherheit im Vielseitigkeitssport: Notarztversorgung

Unfallmediziner im Cross gefordert

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Die verpflichtende Anwesenheit eines Unfall- oder Notfallmediziners bei Vielseitigkeitsturnieren – das war eine mehrmals erhobene Forderung bei der Experten-Sicherheitsdiskussion im Rahmenprogramm des CDV-Balls in Göttingen.

"Was wir uns nicht leisten können, sind Tote vor Ort." So lautete eine plakative Aussage bei der Debatte "Sicherheit im deutschen Vielseitigkeitssport". Ein etwas makabrer Satz, denn kein Sport kann sich Tote leisten – nirgends. Beklagt wurde in der Diskussion nachhaltig und offen, dass die ärztliche Versorgung bei Turnieren "sehr schlecht" sei.

"Schnellste Einsatzbereitschaft"

Was schreibt die LPO 2008 vor? Der Veranstalter muss als "Mindestanforderungen" sicherstellen, dass ein Arzt anwesend ist, wenn ihm mindestens ein "Sanitätshelfer" mit Ausrüstung (Notfallarztkoffer) zur Seite gestellt ist. Sind mindestens ein Rettungssanitäter und ein Sanitätshelfer am Ort, dann reicht "schnellste Einsatzbereitschaft eines Arztes". Sprich: Dann muss kein Mediziner am Turnierplatz sein.

Allgemeinärzte überfordert

Diskussionsteilnehmer gaben allerdings zu bedenken, dass es in einem Krankenwagen nicht einmal möglich sei, eine Infusion zu machen. Dr. Norbert Kriegisch, selbst niedergelassener Arzt und Turnierveranstalter in Giesenbach bei München, betonte, dass selbst gut ausgebildete Allgemeinmediziner bei schweren Unfallverletzungen schlicht überfordert seien. Deshalb seine Forderung: Bei den Events müsse unbedingt ein Notarzt an Ort und Stelle sein. Hans Nagel (Bielefeld) präzisierte die Forderung: Ab Ein-Sterne-Niveau müsse unbedingt ein Unfallmediziner anwesend sein, "damit ein Veranstalter sicher sein kann, alles getan zu haben". Ein Diskussionsteilnehmer sprach die Kostenfrage an. "Das gibt es nicht ehrenamtlich." Die Forderung nach einer besseren notfallmedizinischen Versorgung machte sich auch Michael Spethmann, Vorsitzender des DOKR-Vielseitigkeitsausschusses, zu eigen.

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Lesermeinungen

Marie-Louise Pellander schreibt: Ich bin der Meinung ,dass auf jedem Vielseitigkeitsturnier ein Notarzt anwesend sein muss. Wir waren im letzten Jahr in ... bei einem   Vielseitigkeitsturnier. Ein Mädchen stürzte auf dem Abreiteplatz und blieb liegen. Der anwesende Richter ließ sogar um das liegende Mädchen springen. Es war niemals ein Sanitäter anwesend. Mehrere Eltern baten, die Prüfung anzuhalten, aber man sagte, dass man unter Zeitdruck stehe.

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