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Sicherheit im Vielseitigkeitssport: Geländeaufbau Selbstgestricktes Design produziert gefährliche Fallen VON WOLF-DIETRICH NAHR Viele ländliche Turnierveranstalter "stricken" ihre Geländestrecken selbst, oft mehr aus dem Bauch heraus und nach dem Besuch großer Events, wo sie sich Anregungen im Busch holen und nach dem Do-it-yourself-Prinzip versuchen, im eigenen Cross umzusetzen. Häufig werden die Parcoursbauer unmittelbar mit fertigen Geländestrecken konfrontiert. Für Änderungen vor Turnierbeginn gibt es eine ganz hohe Schwelle. Diese "Basisbewegung" kann offenbar ganz fatale Sicherheitsrisiken in sich bergen. Ein Fazit des Sicherheits-Themen-Nachmittags des CDV in Göttingen: Das Course Design benötigt mehr als den versierten Heimwerker mit der Kettensäge; dies ist eine Wissenschaft für sich, bei der umfangreiche Erfahrung und Kenntnis über das Zusammenspiel von Geländeprofil, Streckenlänge, Hindernisabfolge ect. gefordert sind. Der größte Sicherheitsbeitrag eines Veranstalters: das Verpflichten eines renommierten und ausgewiesenen Course Designers. Im Rahmenprogramm des CDV referierte der internationale Parcoursbauer Christian Zehe zum Thema "Sicherheit und Schulung für Pferd und Reiter durch gezielten Geländeaufbau" (Kontakt: www.cross-country-design.de; der weitere Bericht gibt keine Details aus dem Zehe-Vortrag wieder!). Im Rahmen der Sicherheitsdiskussion in Göttingen hat Bundestrainer Rüdiger Schwarz anhand von Essentials des von ihm konzipierten WM-Kurses von Aachen Thesen zum Geländeaufbau dargestellt. Auszüge: + Der Sicherheitsaspekt lasse sich nicht nur am einzelnen Sprung festmachen, sondern die "Konzeption der Gesamtstrecke" wirke sich entscheidend aus. Rüdiger Schwarz' Beispiel: "Ein Steilsprung an der richtigen Stelle ist total ungefährlich." + Die Qualität des Geläufs hat einen wichtigen Sicherheitsaspekt. Harter Boden kann dazu führen, dass die Pferde "nicht mehr so zuspringen". + Nach mehreren anspruchsvollen Hindernissen kann ein allzu leichter Erholungssprung quasi die Pferde demotivieren. Schwarz: "Es kommt darauf an, dass die Pferde in der Luft bleiben oder wieder in die Luft kommen." "Breakable" Pins längst im Einsatz Nach Angaben von Friedrich Otto-Erley, Leiter der Abteilung Turniersport bei der FN, gibt es nur eine Variante von "abwerfbaren" Geländehindernissen, die die FEI im Moment akzeptiert: die "breakable" Pins, die Hinderniselemente nach unten sacken lassen, wenn durch Druck von oben der gefürchtete und meist sehr folgenschwere Über-Kopf-Sturz von Pferd und Reiter droht. Diese Pins sind zum Beispiel in England längst im Einsatz. Allerdings lassen sie sich laut Otto-Erley nur bei einer kleinen Zahl von Hindernistypen verwenden. Nicht FEI-zugelassen sind die genormten Papprohre, die bei nationalen Turnieren in den Niederlanden teils sogar vorgeschrieben sind. Diese Hindernisse gehen bei einer definierten Belastung zu Bruch. Nach Meinung des FN-Experten gibt es dabei das Bewertungsproblem: Wie wird das Zerbrechen des Materials bestraft? Ein einfacher und einsichtiger Ratschlag der FN: Transportable Hindernisse müssen absolut sicher im Boden befestigt werden, um den gefürchteten "Rolleffekt" zu vermeiden. Ihre Meinung zum Thema? Ausrüstung von Reiter und Pferd Sportliche Vorbereitung und Fitness der Reiter Ärztliche Versorgung beim Turnier (folgt) Ausbildung und Qualifikation von Trainern und Reitern (folgt) |
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