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Sicherheit im Vielseitigkeitssport: Ausrüstung von Reiter und Pferd

Vergebliche Suche in anderen Sportarten

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Das Bemühen um eine sichere Ausrüstung zeigt, dass es offenbar in Deutschland eine Reihe von innovativen Firmen gibt, die intensiv mit neuen Materialien und Technologien experimentieren. Gleichzeitig wird weltweit in den Vielseitigkeitsnationen vieles ausprobiert – ohne dass bahnbrechend neue Ausrüstungselemente gefunden worden wären.

Friedrich Otto-Erley, Leiter der FN-Abteilung Turniersport, zog beim CDV-Themennachmittag in Göttingen grundsätzlich in Zweifel, ob der "Ganzkörperpanzer", eine besonders stabile Schutzweste, für den wirksamen Verletzungsschutz wirklich tauglich ist, weil damit die schnelle Reaktion des Reiters beim Sturz möglicherweise eingeschränkt werden könnte. Bei der FEI-Tagung wurde bekannt, dass beispielsweise in Equador an einer besonders ausgeklügelten Schutzwesten-Technik gearbeitet wird. In Frankreich stehen besonders strenge Helmvorschriften im Mittelpunkt. Dort ist auch ein Airbag-Nackenschutz allerdings erst in der Entwicklung.

Vergebliche Suche bei anderen Sportarten

Experimente mit Nackenschutz-Elementen aus dem Motocross-Sport gab es auch bei einem Fachseminar in Warendorf. Allerdings habe sich herausgestellt, dass diese Protektoren aus dem Motorsport mit dem Profil von Reithelmen nicht zusammenpassen, so Philine Ganders-Meyer von der FN. Auch Airbag-Westen aus anderen Sportarten hätten sich als wenig geeignet erwiesen, weil die erprobten Modelle zu langsam ausgelöst hätten. Ganders-Meyer fasst die Suche nach neuen Ausrüstungsgegenständen so zusammen: "Man kann nicht einfach Protektoren aus anderen Sportarten übernehmen."

Zu lange Bügel

Der irische Top-Reiter Eric Smiley hat auf FEI-Ebene Ergebnisse eigener Untersuchungen vorgestellt, wonach es einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von "scharfen" Gebissen und schweren Unfällen gibt. Friedrich Otto-Erley interpretiert dies so: "Die Eigenverantwortung des Pferdes kann nicht mehr ausgelebt werden." Als Sicherheitsrisiko habe sich das Reiten mit zu langen Bügeln im Gelände erwiesen. Dies und Sättel mit zu dicken Pauschen führten dazu, dass sich der Reiter im Fall eines Sturzes nicht schnell genug vom Pferd lösen könne.

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