FRH Serve Well wird verabschiedet
Letzte Ehrenrunde für ein Weltpferd
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Andreas Dibowski hat die Stute in die Weltspitze geführt. FRH Serve Well wird nun im Rahmen der Deutschen Meisterschaft in Schenefeld Ende August 2009 feierlich aus dem Vielseitigkeitssport verabschiedet werden.
Das hat Dibo vor einiger Zeit auf seiner Internetseite kommuniziert. FRH Serve Well habe das überaus erfolgreiche Abschneiden von Aachen sehr gut überstanden. Andreas Dibowski: "In diesem Fall bin ich nach Absprache mit der Besitzerin von Fritzi, Dr. Beate Hohnfeldt, zu dem Schluss gekommen, dass das, was wir in Aachen erlebt haben, nicht mehr zu toppen ist."
Beeindruckende Pferdepersönlichkeit
FRH Serve Well habe allen noch einmal gezeigt, was viele schon gewusst hätten: Sie sei eine der beeidruckendsten Pferdepersönlichkeiten der aktuellen Vielseitigkeitsszene. Das sei nun genau der richtige Zeitpunkt, um sich aus dem großen Sport zu verabschieden.
Am letzen Wochenende im August, bei den Deutschen Meisterschaften in Schenefeld, soll FRH Serve Well zu einer letzen Ehrenrunde im Rahmen einer großen Vielseitigkeitsveranstaltung antreten und diese Bühne ehrenvoll und gesund verlassen.
In Zukunft möchte die Besitzerin noch mit "Fritzi" an Dressur- und Springturnieren teilnehmen. Außerdem soll die Stute auch noch mal die Chance erhalten, ihre außergewöhnlichen Gene weiter zu vererben.
Traum-Auftritt in Badminton
Einer der ganz großen Höhepunkte in der Karriere der Stute war der 2. Platz in Badminton im Jahr 2007. Beim Championat unter den fünf Ringen ein Jahr später mussten die Bundestrainer und der Kader allerdings auf das Weltpferd verzichten – eine Entscheidung, die Serve Wells Eigentümerin in Absprache mit Dibo und den Bundestrainern getroffen hat. Die Gründe dafür waren im olympischen Veranstaltungsort, den Startoptionen von Andreas Dibowski, den beruflichen und persönlichen Plänen von Beate Hohnfeldt und auch beim Pferd selbst zu finden.
Newcomer-Fohlen mit Leihmutter
Serve Well hat inzwischen zumindest mittelbar ein Fohlen zur Welt gebracht, das bereits über ein Jahr alt ist. Allerdings war die Stute nicht selbst tragend, sondern der Nachwuchs wurde im Wege des sogenannten Embryonentransfers erzeugt. Das Serve-Well-Fohlen wurde von der "Leihstute" Gina des Hannoveraner-Verbandsvorsitzenden Manfred Schäfer ausgetragen. Vater ist der Hannoveraner Halbblüter Newcomer (Familie Philipps).
Trotzdem mischte die Stute im Top-Sport mit, wenn auch "nur" auf dem Dressurviereck: Beate Hohnfeldt war mit Serve Well bis S-Dressur platziert. Sie hat auch vor, das Pferd selbst weiterhin bei Dressur- und Springprüfungen vorzustellen.
Nochmals Nachwuchs von Imperio
Es soll außerdem nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Serve Well ihre überragenden Veranlagungen weitergibt: Geplant ist, dass die Stute nochmals per Embryonentransfer ein Fohlen hervorbringt. Die Eigentümerin verrät auch, wer diesmal der Vater sein soll: der Vizeweltmeister der Dressurpferde, der Trakehner-Halbblüter Imperio.
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