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Schwere Trennung: Ingrid Klimke hat Seacookie TSF (hier in Marbach 2007) an William Fox-Pitt verkauft (Fotos: Julia Rau und Wolf-Dietrich Nahr)

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Ingrid Klimke/Seacookie

Großes Talent geht an William Pox-Pitt

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Eine große Pferdehoffnung der deutschen Vielseitigkeitsszene, der 7-jährige Trakehner Seacookie TSF von Ingrid Klimke, steht seit einigen Tagen im Stall des englischen Championatsreiters William Fox-Pitt. Der Verkauf des hochtalentierten Nachwuchspferdes war für die Top-Eventerin keine leichter Schritt.

Mit bewegter Stimme gab Ingrid Klimke im buschreiter-Interview Auskunft über den Abschied von einem Pferd, das die Eigentümerin unangeritten 4-jährig vom Züchter gekauft und bis zum Drei-Sterne-Niveau selbst ausgebildet hat. "Ich habe lange mit mir gerungen und die Entscheidung ist mir emotional sehr schwer gefallen." Zwei Tage vor Weihnachten verbreitete die FN eine Pressemitteilung über den Verkauf von Seacookie TSF, in der es wörtlich heißt: "Ich bin Profi und muss einen ganzen Stall unterhalten. Dazu tragen Berittpferde, aber auch Seminare und Lehrgänge bei. 2008 wird meine ganze Aufmerksamkeit der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele und meinem Championatspferd FRH Butts Abbraxxas gehören, so dass dafür weniger Zeit bleibt. Durch den Verkauf kann ich mich nun ganz auf dieses Ziel konzentrieren und suche darüber hinaus auch nach guten Nachwuchspferden."

"Sehr überraschend"

Über die Umstände Verkaufs des Pferdes an den englischen Top-Reiter Fox-Pitt wollte Ingrid Klimke nur so viel sagen, dass alles "sehr überraschend" auf sie zugekommen und über die Bühne gegangen sei, denn Seacookie TSF sei eigentlich nie zum Verkauf gestanden. (Traditionell wird über mögliche Vermittler und natürlich den Kaufpreis Stillschweigen bewahrt.) Sie versicherte aber auch, dass sie die Entscheidung nicht alleine, sondern in enger Absprache mit den Bundestrainern Christopher Bartle und Hans Melzer getroffen habe. Dabei sei für sie auch ganz deutlich geworden, dass der jetzt 7-jährige Trakehner Seacookie für einen Olympia-Einsatz 2008 in Hongkong sicher nicht in Frage gekommen wäre, obwohl das Pferd über die formale Qualifikation verfügt. Das Olympia-Pferd der Wahl ist FRH Butts Abraxxas, der zwei Jahre Erfahrung mehr mitbringt. Seacookie hat bei seinem ersten Drei-Sterne-Einsatz im Mai 2007 in Marbach gleich gewonnen, war 7. in Aachen und hat Boekelo mit einer Verweigerung beendet.

"Gutes Zeichen für die Zucht"

Die FN-Pressestelle zitiert Bundestrainer Hans Melzer folgendermaßen: "Ein Seacookie unter William Fox-Pitt kann natürlich eine Konkurrenz für unsere deutschen Reiter werden. Es ist aber auch ein gutes Zeichen für unsere Pferdezucht, dass Topreiter aus dem Vielseitigkeits-Mekka England heute in Deutschland auf Pferdesuche gehen - das war früher ja nur umgekehrt."

"Einer der stärksten Reiter der Welt"

Die "Kopfentscheidung" zugunsten eines Verkaufs von Seacookie TSF an William Fox-Pitt hat natürlich auch mit der Person des englischen Käufers zu tun. "Er gehört zu den stärksten Reitern der Welt, er weiß die Qualifikation von Seacookie zu schätzen und er wird ihn weiter fördern", sagte Ingrid Klimke im buschreiter-Interview. Sie hat ständig Kontakt mit William Fox-Pitt und weiß, dass sich der Trakehner auf Paddock und Koppel im milden englischen Klima sehr wohl fühlt. "Er reitet ihn jeden Tag, kommt sehr gut mit ihm klar und freut sich über ein sehr gut gerittenes Pferd."

Wiedersehen bei Championaten?

Dass Ingrid Klimke ihren Seacookie irgendwann auf einem internationalen Turnierplatz oder einem Championat wiedersieht, ist ziemlich wahrscheinlich. Hat dann vielleicht William Fox-Pitt eines Tages mit Seacookie bei der Verteilung des Edelmetalls die Nase vorne? Ingrid Klimke: "Für das Pferde würde mich das sehr freuen – für mich nicht so sehr ..."

Ihre Meinung zum Thema

Rebekka Wölbert schreibt: Es ist sehr schade, dass ein Top-Pferd Deutschland verlassen hat. Es tut mir sehr leid für Ingrid, die beiden waren ein tolles Paar und ich habe eigentlich ein Zukunftspaar für Deutschland in ihnen gesehen. Aber wie schon Ingrid sagte, es geht nicht nur ums Siegen, sie muss Geld damit verdienen. Wir wissen alle, was das heißt: Futterkosten, Unterhaltungskosten, Tierarztkosten etc.  Von daher kann ich es verstehen. Ich werde mich auf jeden Fall freuen, Seacookie unter englischer Flagge zu sehen und drücke beiden die Daumen, sowohl Fox-Pitt, als auch Ingrid.

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