Buschreiter.de — aktuell: Interview Rüdiger Schwarz

Vier Sterne ein Schub für den Buschsport

Das große internationale Vielseitigkeitsturnier in Luhmühlen erlebt viele Neuerungen nach dem Aufstieg in die "Champions League" der Top-Fünf-Veranstalter weltweit. Dass Captain Mark Phillips in diesem Jahr als Course-Designer für die erste Vier-Sterne-Prüfung auf dem europäischen Festland fungiert, hatte auch zur Folge, dass der Weltverband auf die Suche nach einem neuen Technischen Delegierten gehen musste. Mark Phillips erfüllte diese Aufgabe in den letzten beiden Jahren in Luhmühlen. Mit Rüdiger Schwarz, dem deutschen Vielseitigkeits-Bundestrainer für Junioren und Junge Reiter, hat die FEI in mehrerlei Hinsicht eine sehr gute Wahl getroffen. Schwarz wird nämlich 2006 der Course-Designer bei den Weltreiterspielen in Aachen sein. Zudem versteht er sich seit Jahren mit Phillips hervorragend, hat schon gemeinsam mit ihm gearbeitet (Fotos Julia Rau und Wolf-Dietrich Nahr).

Bevor Rüdiger Schwarz 1987 das Traineramt übernahm, war er selbst im Vielseitigkeits- und Springsattel erfolgreich. 1979 stand Schwarz auf der Vielseitigkeits-Weltrangliste auf Platz drei, 1982 an zweiter Stelle; zu seinen größten Erfolgen zählen die Bronzemedaille bei den Europameisterschaften 1979 in Luhmühlen, Mannschafts-Silber beim Internationalen Festival, der "Ersatz"-Olympiade in Fontainebleau 1980, sowie Mannschaftssilber und ein vierter Platz in der Einzelwertung bei den Weltmeisterschaften in Luhmühlen 1982. Der Heideort ist für den heute 54-Jährigen also schon immer eine gute Adresse. Im Interview gab er über seine Erwartungen an die neue Aufgabe Auskunft.

Was erwarten Sie von einem Vier-Sterne-Turnier in Deutschland?

Schwarz: "Es ist wichtig, dass wir überhaupt in Deutschland ein Vier-Sterne-Turnier haben. Und es ist natürlich gut, dass wir damit bisher die ersten und einzigen auf dem europäischen Festland sind. Ich denke, dass wir dadurch in Luhmühlen ein noch besseres Starterfeld als in den Vorjahren haben werden. Dazu trägt auch Mark Phillips als Aufbauer bei, der ja einen guten Namen in der Szene hat und sicher auch noch ein paar hochkarätige Paare aus dem Ausland nach Luhmühlen bringen wird. Außerdem rechne ich mit einem deutlich größeren Zuschauerinteresse. Mit dem vierten Stern hat Luhmühlen einen noch höheren Stellenwert und durch Athen hat die Vielseitigkeit ja auch viel an Popularität gewonnen."

Was bedeutet es Ihnen, Technischer Delegierter in Luhmühlen zu sein?

Schwarz: "Das bedeutet mir sehr viel. Gerade wenn man selbst als Aktiver an einem Turnier teilgenommen hat, ist es sehr spannend, später in anderer Funktion wieder dabei zu sein. Und Luhmühlen mochte ich immer schon sehr gerne. Hinzu kommt, dass ich Mark Phillips sehr schätze. Es gibt wenige, die gleichzeitig Aufbauer und Trainer sind. Das verbindet uns. Früher sind wir miteinander geritten, in Achselschwang haben wir das erste Mal gemeinsam aufgebaut, damals war ich sein Assistent."

Welche Bedeutung hat Luhmühlen für die WM in Aachen im kommenden Jahr?

Schwarz: "Ein Vier-Sterne-Turnier in Luhmühlen bietet unseren Reitern und Pferden die Möglichkeit, im eigenen Land auf höchstem Level zu reiten. Das ist die Chance, in Deutschland mittelfristig eine breitere Basis auf Vier-Sterne-Niveau zu schaffen. Und es ist eine hervorragende Gelegenheit zur Fortbildung der Turnierfachleute, also Richter, Parcourschefs etc. In diesem Jahr ist es eher so, dass die Weltmeisterschaften 2006 in Aachen für Luhmühlen richtungweisend sind. Im kommenden Jahr ist es dann möglicherweise umgekehrt: Dann ist Luhmühlen richtungweisend für Aachen.

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