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Nach dem tödlichen Unfall entschieden Aktive und Veranstalter gemeinsam, die Weltcup-Qualifikation und die Deutsche Meisterschaft abzubrechen (auf der Startseite: Flaggen auf Halbmast, Fotos Thilo Haake)

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Schenefeld 2007/Tödlicher Unfall

Tina Richter-Vietor nach Sturz im Cross gestorben

Bei der internationalen Schenefelder Vielseitigkeit 2007 ist es zu einem tödlichen Unfall in der Zwei-Sterne-Prüfung (CIC2*) gekommen. Tina Richter-Vietor starb bei einem Sturz zu Beginn der Geländestrecke. Nach dem tragischen Ereignis hat der Veranstalter die Weltcup-Qualifikation und die Deutschen Meisterschaften abgebrochen.

Die 32-jährige Reiterin aus Ganderkesee stürzte an Hindernis zwei der Geländestrecke. Ihr Pferd, der neunjährige Oldenburger Paulchen Panther, blieb mit den Vorderbeinen hängen und kam zu Fall, die Reiterin wurde aus dem Sattel katapultiert und stürzte auf die andere Seite des Hindernisses. Die Reiterin wurde umgehend notärztlich versorgt, verstarb aber trotz intensivster Reanimationsmaßnahmen noch an der Unfallstelle. Die Prüfung wurde daraufhin abgebrochen. Nach einem danach einberufenen Reitertreffen aller Teilnehmer der Weltcup-Prüfung und DM (CIC3*-W) sagte der Veranstalter, Elbdörfer- und Schenefelder RV, die Prüfung ab. Das Parcoursspringen der nationalen Drei-Sterne-Prüfung, die am Vormittag mit dem Geländeteil fortgesetzt worden war, findet wie geplant am Sonntag statt.

Tina Richter-Vietor war eine in der Vielseitigkeitsszene bekannte, sehr erfahrene und vielfach hochplatzierte Reiterin. Sie war zweifache Bronzemedaillengewinnerin bei Europameisterschaften der Jungen Reiter (bis 21 Jahre), 2002 Europameisterin der Ländlichen Reiter und wurde vor zwei Wochen in Krusemark deutsche Mannschaftsmeisterin mit dem Landesverband Weser-Ems. Mit ihrem Nachwuchspferd Paulchen Panther belegte sie im vergangenen Jahr den zweiten Platz beim Bundeswettkampf der Vielseitigkeitsreiter in Bad Harzburg.

Der Tode von Tina Richter-Vietor ist ein tragischer Verlust, das Mitgefühl des Veranstalters und der Teilnehmer gilt ihrer Familie und ihren Freunden. Weitere Einzelheiten über den Unfall werden bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben.

"Wir sind alle bestürzt und fassungslos. Ein schrecklicher Unfall“, sagte Bundestrainer Hans Melzer. Eine Erklärung hatte der Trainer unmittelbar nach dem Geschehen auch nicht. Nach dem Abbruch der DM wird es keine weitere Sichtung für die EM Mitte September in Pratoni del Vivaro/Italien geben. „Wir haben sechs Reiter nominiert, die in drei Wochen noch eine Motivationsprüfung in Bad Harzburg absolvieren. Mehr ist nicht vorgesehen“, sagte Bundestrainer Hans Melzer. Neben den amtierenden Team-Weltmeistern Hinrich Romeike (Nübbel), Frank Ostholt (Warendorf) und Bettina Hoy (Gatcombe/England) gehören Peter Thomsen (Lindewitt), Dirk Schrade (Warendorf) und Beeke Kaack (Schmalensee) zum Team. Ingrid Klimke (Münster) ist als Ersatzreiterin vorgesehen.

Einen Deutschen Meister wird es 2007 nicht geben. Eine erneute Ansetzung des Championats sei nicht geplant, erklärte Melzer. „Dass wir mit dem Sport sofort aufgehört haben, waren wir der Familie und den Angehörigen von Tina Richter-Vietor schuldig“, sagte Peter Thomsen. Kai Rüder (Fehmarn): «Unser Sport geht weiter, aber diesmal müssen wir Tina Richter-Vietor und ihren Angehörigen unseren Respekt erweisen.»

Zwei Zeichen gingen von der abendlichen Pressekonferenz bei der Internationalen Schenefelder Vielseitigkeit aus: Nach dem tödlichen Unfall von Tina Richter-Vietor verzichteten der Veranstalter, Elbdörfer- und Schenefelder RV, und die Reiter auch auf die Fortsetzung der deutschen Meisterschaft und Weltcup-Qualifikation. Die Zwei-Sterne-Prüfung, in der sich das Unglück am Sonnabend gegen 13 Uhr ereignet hatte, war schon nach der Nachricht vom Tod der Reiterin abgebrochen worden. Gleichzeitig wurde jedoch dokumentiert, dass man den Vielseitigkeitssport nicht grundsätzlich in Frage stellt. Mit der Entscheidung, die nationale Drei-Sterne-Prüfung (CNC3*), deren Geländeteil (26 Starter) am Vormittag ohne Probleme durchgeführt worden war, am Sonntag mit dem Parcoursspringen fortzusetzen, gaben Reiter und Funktionäre jedoch zu verstehen, ihren Sport auch weiterhin zu praktizieren. Nach der Verfassungsprüfung um 11.30 Uhr fällt um 14 Uhr die Entscheidung im Parcours. Nach Dressur und Gelände führt die Julia Mestern (RV Floggensee) mit Schorsch.

Fragen nach der Todesursache beantwortete Turnierarzt Dr. Johannes von Bodmann unter Vorbehalt. Bei ersten Untersuchungen am Unfallort habe er auffällige Veränderungen an der Halswirbelsäule ertastet, so dass der Verdacht eines Genickbruchs nahe liege. Endgültige Klarheit werde jedoch erst die gerichtsmedizinische Obduktion ergeben.

Für die nun ausgefallene letzte Sichtung zur Nominierung der EM-Equipe für Rom (13.-16. September) kündigte Bundestrainer Hans Melzer die Durchführung eines Testwettkampfes in Bad Harzburg in zwei Wochen an, „um die Pferde in Kondition zu halten und die Form noch einmal zu überprüfen“. EM-Kandidatin Bettina Hoy, die mit Ehemann Andrew in Gatcombe (England) lebt und trainiert, darf sich mit Ringwood Cockatoo eine Prüfung auf der Insel aussuchen.

Am Abschlusstag der Schenefelder Vielseitigkeit 2007 hingen die Fahnen auf dem Turnierplatz am Reitstall Klövensteen auf Halbmast. Der Unfall vom Vortag, als die 32-jährige Tina Richter-Vietor aus Ganderkesee beim Geländeritt der internationalem M-Prüfung (CIC2*) mit ihrem Oldenburger Paulchen Panther so unglücklich gestürzt war, dass auch die schnell herbeigeeilten Rettungskräfte und Notärzte nicht mehr helfen, wirkte symbolträchtig nach. Auch sportlich zog der Veranstalter Konsequenzen: Nach Absprache mit allen Reitern wurde am Sonnabendnachmittag auf die Fortsetzung der Weltcup-Qualifikation und DM verzichtet. „Wir wollen jetzt an Tina denken und nicht gegeneinander reiten“, sprach Mannschaftsweltmeister Hinrich Romeike für die meisten.

Mit der Fortsetzung der nationalen Drei-Sterne-Prüfung (CNC3*), an der bis zu sechs Nationen teilnehmen durften, setzten ESRV und anwesende Funktionäre der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) aber auch ein klares Zeichen. „Trotz des schrecklichen Unfalls stellen wir die Zukunft unseres Sports nicht in Frage. Jeder Reiter weiß, dass er sich einem Restrisiko im Sattel aussetzt, dass nicht gänzlich auszuschließen sein wird“, sagte Bundestrainer Hans Melzer.

Die CNC3*-Prüfung, die mit einer Schweigeminute für die Verunglückte begann, gewann die Neritzerin Julia Mestern mit Schorsch (46,50 Minuspunkte) vor der Holländerin Madeleine Brugman mit Sundancer (52,50) und der deutschen Meisterin der Jungen Reiter Marie-Louisa Meyer (Ibbenbüren) mit I’m no Angel (59,10). Die 22-jährige Studentin gewann damit auch die Wertung in „Derby-Dynamic-Cup“ für Reiter bis 25 Jahren und/oder Pferde von 7-9 Jahre.

Wie erst jetzt bekannt wurde, gab es am Wochenende davor in der Nähe von Hamburg einen weiteren Todesfall: Anke Wolf aus Schwienkuhlen ist bei einer Vielseitigkeitsprüfung in Neu Wulmstorf bei Hamburg ums Leben gekommen. Ihr Pferd blieb beim Sprung über einen Holzwall mit den Vorderhufen hängen. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde die 40-jährige Reiterin aus dem Sattel geschleudert und schlug auf der anderen Seite des Hindernisses auf. Ihr Pferd überschlug sich und stürzte auf sie. Fast eine Stunde lang bemühten sich die Turnierärzte und die Besatzung eines Rettungshubschraubes, Anke Wolf zu reanimieren, doch die Sportlerin starb noch am Unfallort. Die Veranstaltung um den traditionellen Hamburg-Cup der Wesenberger Reiter wurde abgebrochen.

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