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In Sahrendorf erfolgreich: Julia Mestern und Schorsch (Archivfoto Julia Rau). |
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Sahrendorf/ Saisonauftakt für Olympioniken Kühler Aufgalopp in der Heide VON JESSICA KAUP Durchweg gute Leistungen von seinen potentiellen Olympiakandidaten sah Bundestrainer Hans Melzer bei doch recht ungemütlichen Bedingungen im niedersächsischen Sahrendorf. Fünf von insgesamt neun Championats-Kadermitgliedern waren in die Lüneburger Heide gereist, um in einer durchaus freundlichen VM in die olympische Saison zu starten. Gewinnen konnten den in zwei Abteilungen platzierten Saisonauftakt Julia Mestern auf Schorsch und Simone Deitermann auf Free Easy NRW. Ergebnisse Sehr zufrieden mit seinen Championats-Kandidaten war Hans Melzer, der seinen Reitern eine gute Frühform bescheinigte. „Alle sind sehr gut durch den Winter gekommen. Besser noch als in den Vorjahren. Sie haben gründlich gearbeitet, und ich habe das Gefühl, dass alle sehr konzentriert bei der Sache sind. Wie abgesprochen sind die Reiter bei diesem als Motivations-Turnier gedachten Wettkampf flüssig aber ohne auf die Zeit zu achten durchs Gelände geritten und zwar mit einer vernünftigen Einstellung. Das hat mir gefallen. Die Pferde sind gut in Schuss und haben nicht zu viel auf den Rippen. Es ist in diesem Jahr besonders wichtig, dass sie nicht zu viel Gewicht mit sich herumschleppen.“ Bereitbare Schlammschlacht Er kann ja einiges ab, der Sandboden in Sahrendorf, doch was zu viel ist, ist zu viel. Die Nässe der letzten Monate, die Regenschauer der vergangenen Tage und der Dauerregen den gesamten Vormittag - wo sonst trockener Heidesand ein ideales Geläuf für Geländesport bietet: Pfützen, Rinnsäle, Matsch. Doch zum Erstaunen der Reiter, war das „Schlammassel“ besser zu bereiten als beim Abgehen befürchtet: „Ich hatte beim Abgehen echt Angst vor den Bodenverhältnissen, aber mit langen Stollen war es nicht wirklich dramatisch“, so Andreas Dibowski. Und Bundestrainer Melzer ergänzt: „Man kann eben nicht immer nur auf englischem Parkrasen reiten, und die Verhältnisse waren absolut okay. Nirgends anders als in Sahrendorf hätte man bei solch einem Wetter so eine Prüfung überhaupt durchziehen können.“ Sicherlich trug auch der den Bodenverhältnissen angepasste Schwierigkeitsgrad des Kurses dazu bei, dass es trotz gelegentlicher Rutscher keine unschönen Bilder gab. Hongkong-Feeling Das hügelige Geläuf von Sahrendorf mit seinen vielen kurzen Anstiegen und dann wieder flachen Passagen ähnelt, so Hans Melzer, ein wenig dem Kurs-Profil von Hongkong und stellt schon einige Ansprüche an die Kondition der Pferde. Anders als in früheren Jahren designte Parcourschef Rüdiger Schwarz einen sehr technischen Kurs mit vielen schmalen Elementen. Auch Marbach wird vom Streckenprofil her ähnliche Ansprüche stellen, dann auf 3*-Niveau. Zufrieden mit Air Jordan Eine schöne Runde im Viereck zeigte Frank Ostholt mit Air Jordan und hielt sich auch im anschließenden Parcours schadlos. „Ich bin sehr zufrieden mit diesem Saisonauftakt. Air Jordan ist fit und guter Dinge“. Das soll auch so bleiben und deshalb ritt Ostholt durch das Gelände mit angezogener Handbremse: „Ich bin ganz bewusst sehr vorsichtig geritten, denn der Boden war nicht ideal. Da muss man ja nichts riskieren“. So sahen das unisono auch die übrigen Reiter, die in Sahrendorf mit kontrollierten Ritten die Gesundheit der Pferde eindeutig vor ihre Siegesambitionen stellten. Admiral von Schneider vorn Nicht mit seiner im Olympia-Aufgebot stehenden Stute Be My Guest, sondern mit Admiral von Schneider platzierte sich Dirk Schrade in Sahrendorf. Der hatte nach seinem Ritt auf dem 13-jährigen Admiral gleich zu Beginn der Konkurrenz schon prophezeit, dass es die Anfangsreiter mit den Bodenverhältnissen ein wenig leichter hätten als die Spätstarter und ließ sich mit Be My Guest als 41. Starter entsprechend viel Zeit im Gelände. Sinjang mit Spaß Eben deshalb entschied sich auch Beeke Kaack mit Blick in die Zukunft für „eine gemütliche Runde ohne Zeitdruck. Ich will ja noch ein paar Prüfungen reiten dieses Jahr“. Ihr Sinjang war - wie das Gros der in der Nordheide präsentierten Pferde - mit Spaß bei der Sache. In der Dressur hätte der Braune, der – wie Bundestrainer Melzer attestierte - zu Beginn der Saison noch nie so locker im Viereck unterwegs war, unter Umständen ein paar Pünktchen mehr verdient, doch über ihrer Bewertung stand die Reiterin souverän: „Man darf sich dadurch nicht verrückt machen lassen.“ Sie sieht der kommenden Saison nordisch-gelassen entgegen und geht trotzt olympischen Feuers am fernen Horizont locker in die folgenden Aufgaben. Ihren nächsten Start haben die beiden beim 3*- Event in Marbach. Geschonter Little Lemon Von Turnier zu Turnier plant auch Andreas Dibowski, der sich von den kommenden Aufgaben nicht wild machen lässt, sondern positiv und Schritt für Schritt Richtung Hongkong (sch)reitet. Mit FRH Little Lemon trat er in Sahrendorf nicht zum Gelände an: „Es war von vornherein so geplant, dass FRH Little Lemon nur in Dressur und Springen zum Einsatz kommt. Er hat ja letzten Monat bereits in Barroca d'Alva in Portugal gezeigt, wie gut er drauf ist.“ Sehr souverän zeigte sich Dibos Nachwuchshoffnung FRH Fantasia. „Sie war richtig cool und gelassen und gerade das ist mir bei ihr sehr wichtig“, war Dibowski auf seinem Hausturnier stolz auf die achtjährige Stute. In Kreuth darf dann auch Little Lemon wieder in den Busch. Zum Warmlaufen für Badminton. Munterer Marius Frisch und fröhlich, so präsentierte sich Marius Voigt-Logistik nach ausgiebiger Winterpause. Schwungvoll in der Dressur mit munteren Bucklern, aber ohne Fehlerpunkte im Springen, der Schimmel ist wieder voll da. Und hätte wohl auch im Gelände gern mehr gegeben. Aber Romeike pilotierte seine Olympiahoffnung schonend durch den Kurs. „Ich bin es heute bewusst etwas ruhiger angegangen, denn Marius hatte sich ja bei der EM letzten Jahres zum Ende der Saison eine Verletzung zugezogen. Wir werden uns dann im Laufe der Saison steigern.“ Wenn es für Olympia reicht, dann will der Holsteiner in Hongkong übrigens ein dezentes aber wahrnehmbares politisches Zeichen setzen: „Ich habe schon über eine Pferdedecke in den tibetischen Nationalfarben nachgedacht. Ein bisschen Flagge zeigen muss man. Ich kann nicht einfach da rüber fahren und Sport machen und daneben knüppeln sie die Leute nieder.“ Nachsitzen Vorjahressiegerin Ingrid Klimke trat dieses Jahr nicht zum eigentlichen Wettkampf in Sahrendorf an. Aus festlichem Grund: Die Münsteranerin feierte im heimischen Münster ihren 40. Geburtstag. Genau wie Peter Thomsen, der im heimischen Großenwiehe ein Turnier auf die Beine stellte, findet sich Ingrid Klimke aber am kommenden Montag zum Training in Sahrendorf ein. Abteilung 1: Andreas Dibowski FRH Fantasia Jennifer Weltin, Wild Boy Elmar Lesch, Finch Hatton TSF Jette Kögeböhn, Sokke Anna Junkmann, Licaja Sue OLD Alexander Bontemps, Allrounder Bo Wilhelm Dumrath, Carara H
Abteilung 2: Simone Deitermann, Free Easy NRW Dirk Schrade, Admiral von Schneider Frank Ostholt, Air Jordan Hinrich Romeike, Marius Voigt-Logistik Elmar Lesch, Thomas O´Mally2 Andreas Ostholt, Franco Jeas Nicola Winkler, It`s Just Tuffy Alexander Bontemps, Assja7 |
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Abteilungs-Sieg bei der VM in Sahrendorf: Simone Deitermann und Free Easy (Archivfoto Julia Rau). |
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