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Kai Rüder gibt sich selbst die Schuld für das Auslösen der Airbag-Weste in Aachen (hier mit Leprince des Bois in Badminton, Foto Trevor Holt)

Airbag-Westen

So verhinderte man ungewolltes Auslösen

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Der Trend zur mehr Sicherheit im Cross durch den Einsatz von Airbag-Westen ist bei Amateuren und Profis ungebrochen. Daran ändert auch der inzwischen weitgehend aufgeklärte Vorfall nichts, bei dem WM-Kandidat Kai Rüder beim Nationenpreis in Aachen wegen der ausgelösten Luftpolster-Weste seinen Geländeritt nicht fortsetzen konnte.

Kai Rüder selbst schließt inzwischen aus, dass er versehentlich mit der Gerte die Reißleine der Point-Two-Weste ausgelöst haben könnte. "Das ist eher unwahrscheinlich, denn die 40 Kilogramm Zugkraft bringt man so nicht auf", sagte Rüder im buschreiter-Interview.

"Hoch über dem Pferd"

Offenbar war es eine Verkettung von unglücklichen Umständen, die die Weste zum Aufpumpen gebracht haben. Kai Rüder hat mit Hilfe eines Fotos festgestellt, dass er in dem Moment ziemlich "hoch über dem Pferd" saß. Außerdem bekennt der Profi, dass er die Reißleine an einer ungünstigen Stelle, nämlich am Vordergeschirr, eingehakt habe. Deshalb sei die Verbindung zwischen Weste und Sattel zu kurz gewesen.

Eine Nummer zu klein

Nach dem Aufpumpen der Weste hat dann Kai Rüder versucht, den Ritt im Cross fortzusetzen. "Die Weste saß sehr eng, an Brust und Hals ist das schon unangenehm. Doch die Sicht und die Bewegungsmöglichkeiten waren so eingeschränkt, dass es einfach nicht möglich war weiterzureiten", sagte Rüder. Er ist darauf gekommen, dass die Weste für ihn schlicht eine Nummer zu klein war. Zu Anfang der Saison hätten alle Kaderreiter Airbag-Westen zugeschickt bekommen – in der Größe, die sie selbst vorher angegeben hatten. "Insgesamt eine falsche Handhabung, die man der Weste nicht anlasten kann", so Rüder.

Extra Sattelverbindungsstück

Linda Heising von Horse & Rider in Luhmühlen rät deshalb allen Point-Two-Benützern, darauf zu achten, dass unter der Weste "immer eine Handbreit Platz ist, da die Weste nach innen zum Körper auslöst". Es sei sehr wichtig, die Weste ausschließlich am vorgesehenen Sattelverbindungsstück zu befestigen - und dieses sei an den Bügelschlössern anzubringen. So könne ein Unterhaken mit der Hand oder der Gerte verhindert werden. Linda Heising: "Bitte niemals am Vorderzeug wie im Fall Rüder befestigen. Das führt dazu, dass die Reißleine die Hände blockiert und zu kurz wird."

Rückfragen: Horse & Rider Luhmühlen, Tel. 04172-6403

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