Buschreiter.de aktuell: Hinrich Romeike
"Wir wollen in Blenheim nach vorne reiten"
VON WOLF-DIETRICH NAHR
"Alle sind heiß und wollen in Blenheim nach vorne reiten." Olympiateilnehmer Hinrich Romeike blickt im buschreiter-Interview selbstbewusst in Richtung Europameisterschaft (Archivfotos Achim Günzel). Alle potenziellen Championatsreiter hätten ihre Qualitäten unter Beweis gestellt: "Das ist eines der Jahre, in dem keiner gesondert motiviert werden muss."
Der working rider aus Schleswig-Holstein nimmt dies auch für sich und den 11-jährigen Holsteiner Schimmel Marius (V: Condrieu xx, MV: Laurin) in Anspruch: "Immer wenn es richtig schwer wurde, hat er gezeigt, dass Verlass auf ihn ist." Wer kann schon auf eine solche Erfolgsserie zurückblicken: Das Weltpferd des Zahnarztes war in zwölf S-Prüfungen in Serie immer platziert. Dies ist sicher auch das Ergebnis eines besonnenen Pferde-Managements. Ähnlich wie bei Simone Deitermann und Flambeau startete das Paar relativ spät in die Saison. Ein Kälteeinbruch im hohen Norden behinderte zunächst das geplante Trainingsprogramm, bevor Marius Ende März konzentriert auf die ersten Turnierstarts vorbereitet wurde. Der Einstieg bei einer VL Anfang April in Negernbötel war mit Platz 2 nach dem Geschmack des Olympioniken, der seinen Ausnahme-Vierbeiner immer hoch
erfolgreich, aber wohl dosiert im Cross reitet. So geschehen in Bredeneek, wo Romeike und Marius nach Dressur und Springen des CIC** in Front lagen und das Paar am Ende des Events auf Platz 7 rangierten. Beim CIC*** in Marbach nahm sich der Championatsreiter im Cross sogar die Zeit, den Schimmel durchzuparieren, weil er nach einem Sprung meinte, dass sich das Pferd vertreten hatte. Romeike setzte dann aber den Ritt fort und platzierte Marius noch an 5. Stelle. Bei der Weltcup-Qualifikation in Schenefeld reichte es trotz Zeitfehler im Cross und eines nicht perfekten Parcours zu Platz 9. Auch in Luhmühlen reizte der Reiter das Galoppiervermögen des Schimmels im Vier-Sterne-Gelände nicht aus, nahm einige Zeitfehler in Kauf und begnügte sich mit Platz 15 bei dem CCI****. Natürlich setzt Hinrich Romeike auf eine gute Nominierungsleistung bei der DM in Bonn-Rodderberg und rechnet sich berechtigterweise erhebliche Chancen aus, ein Blenheim-Ticket zu lösen. "Das Pferd hat bei zwei internationalen Championaten in Folge jeweils das beste deutsche Resultat abgeliefert", erinnert der Top-Reiter. Für die Phase zwischen der Deutschen Meisterschaft in Bonn und der Abreise ins englische Trainingslager nahe Blenheim hat Hinrich Romeike noch kein spezielles Programm entwickelt. "Die letzten Trainingstipps bei Hans Melzer und Christopher Bartle ab, damit bin ich immer gut gefahren."
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