Buschreiter.de Portrait: Hinrich Romeike
"...als wolltest du Luhmühlen reiten"
VON JULIA RAU (FOTOS) UND CARSTEN RÖHNERT (TEXT)
Als Amateur sei er nicht so unter Zeitdruck: "Ich wollte immer erst die nächste Klasse angehen, wenn ich das Gefühl hatte, ich habe ein platzierungsfähiges Pferd", sagt Romeike. Dabei sei das Außergewöhnliche an Marius, dass er "keine Schwachstellen hat, er ist in allen Disziplinen gleichmäßig, alles, was er macht, macht er gut", kann Romeike inzwischen sagen: "Es ist ein richtiges Wunder". Unübersehbar wurde dieses Wunder dann für alle in der Saison 2003. "Probier das ruhig, trainiere so, als wolltest du Luhmühlen reiten", haben ihn Landestrainer Detlef Peper und Bundestrainer Hans Melzer zu Saisonbeginn ermutigt.
Damit bestärkten sie Romeike in der Verwirklichung eines Traumes, den er insgeheim schon seit dem Bundeschampionat mit Marius hegte, wie er nun offen zugibt: "Im vorolympischen Jahr ein konkurrenzfähiges S-Pferd zu haben". Bis dahin war der Weg aber noch weit, und bis zur ersten S-Platzierung in Bonn Rodderberg gab es auch Rückschläge, etwa die vier Springfehler im Parcours von Marius erster Kurz-S in Marbach. Nichtsdestoweniger seien die Geländerunden "immer vom Feinsten" gewesen und gaben Romeike das sichere Gefühl, dass sein Pferd zur Deutschen Meisterschaft in Luhmühlen eine 0-Runde gehen kann. Dass in Luhmühlen dann auch das Dressurergebnis schon stimmte, sei auch zum großen Teil ein Verdienst des Dressur-Ausbilders Georg Otto Heyser gewesen, bei dem Romeike, wie auch einige andere Vielseitigkeitskollegen aus Holstein, seit einiger Zeit regelmäßig trainierte. Und den Geländetag beschreibt er für sich als "unvorhersehbar". Er selbst habe das Gelände beim Abgehen nicht so schwer gesehen, wie das Ergebnis später zeigte. 4. Platz für Romeike und Marius nach Gelände. Eine 0-Runde im Parcours bescherte ihm dann die Silbermedaille und Listenplatz sechs für die Europameisterschaft in Punchestown, wo er als Einzelreiter für das beste deutsche Resultat sorgte. Für 2004 ist der Weg nun klar. "Jetzt muss ich natürlich durchziehen, ich bin im Olympiakader", sagt Romeike. "Im vergangenen Jahr um die Zeit war ich in keinem Kader: "Es ist ein Wunder".
Buschreiter.de/Carsten Röhnert (Text)/Julia Rau (Fotos)/Redaktion: Wolf-Dietrich Nahr
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