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Franz Graf/Martin Plewa/Reaktionen

Nachrufe, Erinnerungen, Empörung und Verständnis

Noch nie hat ein Beitrag in den acht Jahren des Bestehens von buschreiter.de so starke und gegensätzliche Reaktionen ausgelöst wie der Kommentar zu den Äußerungen von Martin Plewa über den tödlich verunglückten Franz Graf, der am Samstag am Neusiedler See in Österreich beigesetzt worden ist.

Ein Teil der buschreiter-Leser teilt die starke Empörung der Redaktion über den Plewa-Satz, geäußert in einem redaktionell verantworteten Kommentar eines Schreibers, der selbst seit Jahren Vielseitigkeitsprüfungen im kleinen Sport reitet und sich intensiv Gedanken macht über die Risiken der Buschreiterei. Ein Kommentar ist bekanntlich ein journalistisches Genre, das den Raum bietet für Meinung, die immer nur subjektiv und parteilich sein kann.

Ein anderer Teil der buschreiter-Leser ergreift Partei für Martin Plewa: Er sei kompetent und berufen, vermeintliche Missstände beim Namen zu nennen – nur der Zeitpunkt und die Form findet teils auch in dieser Fraktion Kritik. Es gab auch spontane telefonische Reaktionen vor allem aus Österreich, wo die Äußerungen Martin Plewas offenbar viel mehr Empörung ausgelöst haben als hierzulande. Die Internetseite der österreichischen Reitsport-Zeitschrift www.pferderevue.at hat den Kommentar von buschreiter.de vollständig übernommen.

Aber auch buschreiter.de sieht sich mit der Kritik konfrontiert, im Boulevardzeitungsstil das Thema aufgemacht zu haben. Stimmt. buschreiter.de will wichtige Themen nicht verstecken, sondern erreichen, dass sie zur Kenntnis genommen werden. buschreiter.de hat damit auch bewirkt, dass die Szene sehr anrührende Nachrufe und Erinnerungen von Freunden und Bekannten von Franz Graf zur Kenntnis bekommt, so auch von seiner Lebensgefährtin Helga Höld. buschreiter.de veröffentlicht hier alle Zuschriften, die zu dem Thema bisher eingegangen sind und ergänzt weitere:

Lesermeinungen

Ich bin die Lebensgefährtin von Franz Graf und finde diese Aussage von Martin Plewa ungeheuerlich und geschmacklos, und eigentlich finde ich gar nicht die richtigen Worte dafür.

Franz hat jeden Tag 7 Pferde trainiert, ist dann noch eine Stunde Rad gefahren und hat noch eine Stunde gerudert. Er war total fit, fitter als manch 40-Jähriger. Er hatte in Bernhard Maier einen der besten Springtrainer. Franz hatte somit auch sehr viel Routine im Springen.

 Aber leider hat das Pferd manchmal eigene Ideen. – Ich bin 3 Meter neben diesem verhängnisvollen Sprung/ Sturz  gestanden und weiß wie es abgelaufen ist. Martin Plewa nicht!

Ich bin tief berührt, dass so ein Satz  von diesem hasserfüllten, selbstgerechten  Martin Plewa überhaupt aufgegriffen und behandelt wird. Es tut mir leid.

Helga Höld

 

Wir haben mit Franz Graf einen ländlichen Reiter verloren, der diesen Sport lebte und geliebt hat. Ich bedaure seinen Verlust aufrichtig. Es sind nicht die Handvoll Profis in ihrer Außenwirkung, die den Charme der Vielseitigkeit ausmachen, es sind die vielen ländlichen Reiter wie Franz Graf einer war. Er hatte in dem Sport etwas zu suchen und er gehörte in diesen Sport, weil es seine Entscheidung war und er es wollte.

Martin Plewa ist wirklich ein großer Pferdemann und Reiter, aber nicht Richter über Sitte, Anstand und Moral. Er ist nicht die letzte Instanz und hat manchmal ein sehr entspanntes Verhältnis zu den gezeigten Leistungen der Nichtkaderreiter und er hat auch nicht unsere Entscheidungen zu treffen.

Wir wollen den Sport so wie er ist. Vielseitig, hart und diszipliniert. Das war Franz Graf mit seinen 61 Jahren. In unserem Sport passieren Unfälle und es passieren Tragödien und es passieren die schönsten Dinge dieser Welt, für die ich keine Worte habe sie zu beschreiben. Darum wollen wir diesen Sport so wie er ist. Mit seinen Höhen und Tiefen und mit seinen berauschenden Momenten, die uns die Welt vergessen lassen.

Mit seinen ländlichen Reitern, die sich nach 17 Uhr auf die Pferde setzt und nicht perfekt sind, die nicht perfekte Pferde vorstellen. Franz Graf hätte nie diesen schönsten aller Sportarten in Frage gestellt, weil ein tragischer Unfall passiert ist. Er wollte die Vielseitigkeit so wie sie ist und hoffentlich immer sein wird.

Er hat seine Entscheidung gelebt und die Konsequenzen in Kauf genommen. Er war frei. Ich bewundere ihn dafür und werde weiterreiten. Ich werde weiterreiten, so wie ich bin und mit den Pferden, die ich wähle, in dem Sport, den ich will.

Franz, wo immer du sein magst, ich wünsche Dir alles, alles Gute.

Nico Schmidt

 

Mit großer Bestürzung habe ich vergangenes Wochenende die Nachricht von Franz Grafs Tod vernommen. Fast ebenso fassungslos hat mich aber der Kommentar von Herrn Martin Plewa gemacht, der an Pietätlosigkeit kaum zu überbieten scheint.

Einen eben verstorbenen Reiterkollegen, der vergangene Saison sehr erfolgreich international gestartet ist und der die von der FEI erforderlichen Qualifikationen für Drei-Sterne-Prüfungen erritten hat, als schlechten Reiter zu bezeichnen, mag schon verwunderlich erscheinen. Wenn ein solcher Unfall sich dann auch noch an einem A-Sprung ereignet, muss man es wohl eher dem Schicksal und als der mangelnden Qualifikation des Verunglückten zuschreiben.

Schade, wenn eine Person, die als Ausbildner auch menschliche Vorbildwirkung in unserem Nachbarland haben sollte, sich nur Gedanken darum macht, was dem Sport schadet und was nicht und dabei jegliches Anzeichen von Anstand auf der Strecke bleibt.

Österreichs Buschreiter haben mit dem Tod von Franz Graf in der letzten Woche einen schrecklichen Verlust erfahren. Ihr Kommentar - Herr Plewa war mehr als entbehrlich!!! Eine Entschuldigung dafür wäre durchaus angebracht - doch auch dafür wird wohl das nötige Feingefühl fehlen.

Mag. Corinna Widi, Österreich

 

Wenn ein Mensch nicht haßerfüllt, arrogant oder selbstgerecht ist,dann ist es Martin Plewa.

Er ist einer der erfahrensten und kompetentesten "Horsemen" unserer Zeit. Er zelebriert geradezu die pferdegerechte Reitweise und wird es nicht müde, all seine Zeit und Kraft in diesen komplexen, aber wundervollen Sport zu stecken.

Dabei hat er auch immer ein Ohr für uns "kleinen Amateure",auch mir hat er mit einem schwierigen Pferd sehr geholfen.

Ich habe ihn bei der Beerdigung unseres Reiterkollegen Marc Grigoleit erlebt, als er eine solch bewegende, zu Herzen gehende Rede gehalten hat und danach selber um Fassung ringend lange nicht ansprechbar war.

Ich kann nur sagen, wenn sich jemand sehr viele Gedanken über dieses sensible Thema macht,dann Martin Plewa!

Ich hoffe , viele Aktiven und  Pferdeleute die ihn kennen und schätzen, zeigen jetzt Rückgrat und lassen ihn jetzt nicht allein dastehen mit einer Aussage, die vielleicht zu einem falschen Zeitpunkt gegeben wurde. Die aber widerspiegelt , was viele dachten und keiner sich traute auszusprechen.

Sonja Kretschmer , Warendorf   

 

Ich war ein Freund von Franz Graf und habe ihn sehr gut gekannt. Er war ein Exzentriker, manche haben in geliebt, manche haben ihn gehasst für seine direkte Art und auch nicht für jeden verständlichen Humor, aber eines ist gewiss, er hat diesen Sport genauso geliebt wie wir alle.

Zu Ostern besuchten wir einen Kurs bei Andreas Dibowski, noch am Donnerstag vor dem Unglück haben wir gemeinsam in Kornberg (Steiermark) trainiert und haben über den Unfall des Amerikaners Chiacchia gesprochen. Ich bin Unfallchirurg und befasse mich seit Jahren mit  Unfällen und Todesursachen in diesem Sport und werde auch in Kürze die Lösung  präsentieren. Für Franz war es leider zu spät, nicht zuletzt deshalb zu spät, weil ich in Wirklichkeit  keine Unterstützung weder von Offiziellen noch von Aktiven, auch nicht von Franz, für mein Projekt bekommen habe und bislang alles allein tragen mußte...

Wie kann ein Mann wie Plewa, wenn es von ihm stammt, so etwas behaupten. Warum kommen solche Aussagen erst jetzt, warum hat man, wenn Herr Graf angeblich nicht in diesen Sport gehört hat, nicht früher reagiert.

Es ist zu einfach, diesen Todessturz Franz anzulasten und zur Tagesordnung überzugehen,was sagt Herr Plewa zu den vielen anderen Toten und Verletzten, unter denen auch einige waren, die in diesem Sport etwas verloren haben.

Nein, so nicht. Lasst uns dieses tragische Ende eines Buschbesessenen zum Anlaß nehmen, um eine Revolution in unserem Sport zu starten. Schauen wir auf die Formel 1(keine toten Fahrer). Sterben noch mehr Reiter, stirbt auch unser Sport.

Dr. Peter Panzenböck, Unfallchirurg, Graz

 

Ich kannte Franz Graf nicht und kann inhaltlich zu der Aussage Martin Plewas nichts sagen. Dennoch bin ich überzeugt, dass die Aussage Plewas ausschliesslich fachlich gesehen werden sollte. Über den Zeitpunkt der Kritik mag man streiten, inhaltlich muss man sie stehen lassen. 

Andreas Baumann, Pferdewirtschaftsmeister  FN 

 

Liebes Buschreiter Team,

 mit großer Begeisterung lese ich fast täglich Eure Seite. In diesem Fall bin ich allerdings etwas hin- und hergerissen. Einerseits ist es sehr zu bedauern, dass ein Familienvater hier durch die Ausübung seines Sports bzw. seiner Leidenschaft, völlig unerwartet aus dem Leben gerissen wird. Für die Hinterbliebenen sind es sicherlich die tragischsten Stunden in ihrem Leben.

Ich selbst reite seit meiner Kindheit, daher kann man es auch als absolute Leidenschaft betrachten. Dazu bin ich Ehemann und dreifacher Familienvater und leite zusätzlich auch ein Unternehmen. Jede dieser Nachrichten erfüllt mich immer mit großem Schrecken, und ich überlege mir wirklich, wie ich diesen Sport weiterhin betreiben möchte. Ich weiß, wie schwierig es ist, neben Familie und Beruf, sich vor allem selbst und auch seinen Sportkammeraden körperlich so fit zu halten, dass man in diesem Sport, zumindest für sich selbst das Gefühl hat, man kann solche Prüfungen heil überstehen.

In Ihrem Bericht steht, dass Herr Graf in dieser Prüfung auf 1* Niveau, was ich selbst nicht zwischen A und L ansiedle, sondern eher zwischen L und M,  3 Pferde reiten wollte, und dass an einem Tag, in einer Prüfung über drei Teildisziplinen. Man sollte sich, bei aller Trauer, hier schon fragen dürfen, ob denn so was wirklich von einem Amateur  körperlich zu leisten ist. Ich denke, dass auch dies die Ansicht von Herrn Plewa ist, und dass aus dieser Ansicht auch diese Aussage, wenn auch zu einem erdenklich schlechten Zeitpunkt, aber vielleicht neben aller Tragik, doch ein Stück weit berechtigt ist.

Was mir auffällt, dass es überwiegend junge Pferde sind, mit denen diese Unglücksfälle passieren, und ich denke,  dass hier von offizieller Seite einfach ein großer Riegel vorgeschoben werden sollte. Warum müssen Pferde mit 5 und 6 Jahren auf L oder 1* Niveau laufen. Warum werden, z.B. in Baden-Württemberg, schon 4-jährig die Pferde in Sichtungen und Förderungen geschickt. Das finde ich absolut unverantwortlich. Und nicht nur aus Gründen der Sicherheit für den Reiter,  sondern auch aus Tierschutzgründen. Ich selbst habe immer wieder junge Pferde in unserm Stall und konnte bei allen bisher nicht die nötige Reife für solche Aufgaben 4-6 jährig feststellen.

Wäre es nicht endlich an der Zeit, eine Art Verfassungs-/ Fitnessprüfung für den Reiter anlässlich eines Turniers einzuführen,  um sicherzustellen, dass der Reiter sein Pferd über die gesamte geforderte Distanz optimal unterstützen kann.

Zur Herrn Plewa möchte ich nur soviel sagen: Ich durfte ihn bisher als einen ausgesprochen integeren, kompetenten und keineswegs überheblichen oder gar arroganten Menschen kennenlernen. Er ist seinem Sport sehr verbunden und stellt berechtigterweise  an die,  die diesen Sport ausüben wollen, sehr hohe Erwartungen. Das ist meiner Meinung nach richtig so!!!

Sicherlich, wie schon erwähnt, ist es ein sehr schlechter Zeitpunkt gewesen für eine solche Äußerung, nur bei aller Kritik an Herrn Plewa, sollte jeder sich an seiner eigenen Nase mal anfassen und sich über das, was er da tut, mehr Gedanken machen. Ich gebe ganz offen zu, körperlich sicherlich recht fit zu sein, aber trotzdem nicht fit genug, um 3 Pferde an einem One-Day-Event durch eine 1* Prüfung zu reiten. Dass ist eine Form der Selbstüberschätzung. Selbst Profis, ob sie nun Klimke, Dibowski, Schrade, Jung…….. heißen, reiten in schweren Prüfungen 1 bis maximal 2 Pferde, warum wohl!

Einem Reitmeister sollte man es zugestehen, für seinen Sport eine Lanze zu brechen, auch wenn sie im ersten Moment vielleicht weh tut. Wir müssen uns ein großes Stück vor uns selbst und unserem Ehrgeiz schützen, und hier hat jemand den Mut bewiesen, uns das klar zu machen! Allein die Wahl der Worte von Herrn Plewa ist zu kritisieren, die Absicht, die dahinter steckt nicht.

Herr Plewa hat meiner Meinung nach, als Träger des Titels Reitmeister, die Pflicht, Dinge anzusprechen, bei denen andere die Augen verschließen. Dies dient nicht zuletzt diesem wunderbaren Sport und seinem Fortbestehen sowie der Sicherheit des einzelnen Reiters. 

Heiner Beifuss

Anmerkung der Redaktion: Wie berichtet handelte es sich bei der fraglichen Prüfung um eine L-Vielseitigkeit mit dem nationalen österreichischen Ein-Sterne-Prädikat, also um keine internationale Prüfung.

 

Wer was "verloren" hat in "unserem" Sport, bestimmt ab sofort Herr Plewa.

Ab wann darf man reiten? Und wie soll man lernen, wenn man nicht darf? Wenn ein Richter in Anbetracht schlechter Leistung in Teilbewerben einen Reiter auffordert, nicht ins Gelände zu starten, ist das in Ordnung; wenn aber ein Richter glaubt, grundsätzlich (und nicht in Zusammenhang mit strafbaren Tatbeständen wie etwa Tierquälerei) darüber befinden zu können, wer etwas "in unserem Sport verloren" hat und wer nicht, hat er sich damit selbst disqualifiziert und in unserem Sport tatsächlich nichts mehr verloren. Ein tragischer Unfall wie der von Franz Graf ist jedenfalls die schlechteste aller Gelegenheiten, sich als oberste Instanz aufzuspielen!

Renate Brosig, Turnierrichter Springen/Dressur, selbst Vielseitigkeit geritten bis CCI**

 

Danke für diesen Beitrag. Ich war geschockt über die Veröffenlichtungen von Plewa. Ein deutscher Offizieller, der sich so über einen österreichischen Reiter auslässt, ist nicht tragbar. Es bleibt nur zu hoffen, dass auch die FN und die FEi hierzu entsprechend reagieren.

Wir können uns nur bei den Hinterbliebenen, den Freunden von Franz und den österreichischen Reitern entschuldigen. Wann jemand in unserem Sport für eine Klasse qualifiziert ist, ist ganz klar geregelt.

Es ist schäbig, nach einem tragischen Unfall die reiterliche Leistung so zu verunglimpfen. Vor allen Dingen wenn wir die Unfälle der letzten Jahre ansehen, ziehen sie sich durch alle Leistungsklassen.

Unser Sport ist nicht ungefährlich, und dessen ist sich jeder Aktive bewusst.

Christian Ruhland

 

Sehr geehrter Martin Plewa!

Diese Eingangsfloskel zu verwenden, gebietet Höflichkeit und Respekt, beides Attribute, die Dir auf entsetzliche Weise abhanden gekommen sind, und somit Dir nach Deinem Kommentar zum Tod des Reiters Franz Graf auch gerechterweise nicht mehr zustehen.

Dem Bestreben und dem Wunsch nach mehr Sicherheit in diesem Risikosport wird durch Abqualifizieren der Fähigkeit des Reiters nicht geholfen! Der Unfall ist passiert in einer kurzen L*- Prüfung bei einem Hindernis, das zuvor im A- Bewerb keine Probleme bereitet hat! In dieser Klasse war Franz Graf sicher nicht unterqualifiziert! Dich so wie Du es getan hast zu äußern, wäre noch mit mangelndem Sachverstand- wenn schon nicht entschuldbar- so wenigstens erklärbar. Diesen kann ich Dir nicht absprechen, was Dein Statement um vieles schlimmer macht!

Leider, traurig und sehr entbehrlich, sowohl Dein Kommentar, als auch Deine selbstverschuldete Demontage!

Max Huck

P.S.: Die Angehörigen anderer Reitunfallopfer freuen sich schon sehr auf Deine nächsten Veröffentlichungen!

 

Martin Plewas Satz war meiner Meinung nach ein notwendiger und wichtiger Satz, nur eben zur falschen Zeit! Aber auch Plewa ist nur ein Mensch und Menschen äußern sich auch emotional. Plewa hat vermutlich keinen Staatssekretär, der eine vorgefertigte Rede erst fünfzig mal prüft, ob etwas "zum Anecken" darin steht.

Wer Franz Graf reiten sah (ich habe ihn sehr oft zu Turnieren sehen können), war wohl nicht sehr verwundert über diesen schlimmen Unfall - trotzdem überwiegt auch bei mir zuerst der Gedanke an die Hinterbliebenen. Ähnlich erging es mir mit dem schwer verunglückten Reiter in den USA. Haben Sie den reiten sehen? Wie der letztes Jahr in Lexington einen völlig ausgepumpten kleinen Kämpfer mit Namen "Windfall" immer wieder in die gefährlichen Sprünge trieb? "Windfall" hatte lange und eindeutig signalisiert - MEINE KRAFT IST WEG, ICH MUSS AUFHÖREN!!! Was geht in diesen Reitern vor, sind die sich wirklich bewusst, dass sie auf einem lebenden Wesen sitzen?

Die unausbleibliche Folge einer solchen menschlichen Überheblichkeit sind dann immer wieder tödliche Unfälle von Reiter und Pferd! Ich könnte Ihnen Dutzende weiterer Fälle aufzählen - und darum ist es notwendig das Menschen wie Plewa den Mut haben und die "Klappe" aufmachen, nur ein wenig warten hätte er noch müssen, klar wir Menschen lügen uns gern selbst in die Hand.

J. Lindner 

 

Selbstverständlich ist der Satz für sich allein eine Katastrophe. Ich bin aber der Meinung, dass man nie eine so elementare Bemerkung bewerten darf, ohne den gesamten Kontext zu kennen! Es wäre also besser, wenn der gesamte Text veröffentlicht würde. Außerdem sind spekulative Rückschlüsse von einer aus dem Zusammenhang gerissenen Bemerkung auf vorangegangene Geschehnisse (Sydney) höchst gewagt und meiner Meinung nach nicht fair.

Mit Pauschalverurteilungen sollte man doch sehr vorsichtig sein.

Dr. Frank Lehnhardt

 

Zuerst einmal, ich bin regelmäßiger Besucher Ihrer Seite und sehr begeistert von den Inhalten. Vor allem sind sie sehr informativ und sachlich.

Die "Aufmachung" dieses Themas mit M.P. erinnert mich aber mehr an eine Schlagzeile aus der Bildzeitung!  Ich weiß nicht, was Herr Plewa genau zum Thema gesagt hat, aber inwieweit weiß die Redaktion, wie der restliche Inhalt dieses Interviews war. Ist dieser Satz nicht aus dem Zusammenhang gerissen worden?!?

Hat die Redaktion um ein Statement von Herrn Plewa gebeten, bevor dieser Bericht geschrieben wurde. Es wird von Verunglimpfung von Personen geschrieben. Durch diesen Bericht wird natürlich auch Herr Plewa angegriffen.

Ich will hier nicht sagen, der oder die Person hat Recht/Unrecht, aber bevor solche Beschuldigungen veröffentlicht werden, sollten solche Aussagen aber mehr als genau überprüft werden!

Des Weiteren habe ich im Laufe meiner Reiterzeit ganz wenige "Persönlichkeiten" kennen gelernt, die auch dem "kleine Mann" weder überheblich noch arrogant entgegengetreten sind und ihre Freizeit der Ausbildung unerfahrenden Reiter zur Verfügung stellen!!!!

Man darf keinen Menschen nur aufgrund eines Satzes (auch wenn dieser absolut nicht gesagt werden durfte!!!!!) sofort zur "Hölle" schicken!!

Grüße aus Warendorf, Gerrit Grijsen

Anmerkung der Redaktion: Martin Plewa ist in der Süddeutschen Zeitung und in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zitiert worden. Überdies ist der Satz über die Agentur Sportinformationsdienst (sid) am 9. April an zahlreiche Medien verbreitet worden – und er ist in keiner Weise dementiert oder korrigiert worden. Das ergaben die Recherchen von buschreiter.de. In der tagesaktuellen Berichterstattung gibt es keine Veranlassung, an der Verlässlichkeit der sehr seriösen Quellen zu zweifeln – und auch keinen Grund, den Zitierten selbst nochmals zu befragen. Die Aussage selbst ist ohne Widersprüche. Deshalb ist eine Kontaktaufnahme mit Herrn Plewa nicht erforderlich gewesen.+++

 

Mit großem Entsetzen habe ich die Äußerungen gelesen, die Martin Plewa anläßlich des tödlichen Unfalls von Franz Graf getätigt haben soll. Am heutigen Nachmittag jedoch las ich im Pferdesport-Newsportal equi-news.de, dass Martin Plewa im Gespräch mit deren Redaktion erklärt, er hätte die Äußerung "solche Reiter gehören nicht in unseren Sport" so definitv nicht gesagt.

Handelt es sich bei dem Zitat womöglich eher um einen journalistischen Skandal als um einen Skandal des Martin Plewa? Ist denn bekannt, gegenüber welchem Journalisten Martin Plewa diesen Satz geäussert haben soll? Vielleicht sollte jenseits aller Aufregung dieser Spur auch nachgegangen werden. Genauso fatal, wie eine Billigung eines solchen Satzes wäre, wäre meiner Meinung auch die Verbreitung eines Satzes, der lediglich der überströmenden Phantasie eines Agentur-Redakteurs entspringt.

Christina-Maria Reutgen

 

Vieles ist in den vorstehenden Kommentaren geschrieben worden.Einiges gehört jedoch gerade gerückt:

Ein Martin Plewa würde niemals überheblich, würdelos und respektlos über einen verunglückten Reiter sprechen. Sollte dieser zitierte Satz so wie geschrieben ausgesprochen worden  sein, so ist er sicherlich aus dem Zusammenhang  gerissen worden. Ort und Zeitpunkt waren dann auch sicherlich unpassend  gewählt.

Natürlich gilt unser aller Mitgefühl der Familie von Franz Graf, seinen engsten Freunden, seiner Partnerin und allen, die ihm nahe standen. Das sieht und lebt auch ein Martin Plewa so. Ich kenne ihn über viele Jahre und weiß, wie eng und innerlich er dem Vielseitigkeitssport verbunden ist. Der VS-Sport hat gerade  ihm viele richtungsweisende Anregungen und Änderungen zu verdanken. Seine Fachkompetenz ist unbestritten.

Jeder von uns, die den VS-Sport betreiben, sind sich evtl. Gefahren bewusst, die passieren können. Diese auf ein Mindestmaß zu reduzieren, bzw. sie zu verhindern, ist oberstes Gebot.

Ist man als Offizieller,Richter, Veranstalter,Tierarzt, Aufbauer ect. tätig, trägt man eine besondere Verantwortung, um evtl. Unfälle zu vermeiden. Jeder an seiner Stelle trägt eine sehr, sehr  wichtige Aufgabe, die er ernst zu nehmen hat. Viele Sicherheitsaspekte sind auf gutem Wege; sie gilt es umzusetzen und weiterzuentwickeln.

 Hier kritisch und fachlich kompetent den Sport zu begleiten, war sicherlich die inhaltliche Intension von Martin Plewa; aus Fürsorge für den Sport – letztlich für den Reiter und für das Pferd.

Das ist Martin Plewa, wie er unseren Sport sieht, begleitet und nach vorne denkt.

Jürgen Mönckemeyer, Richter, langjähriger VS-Reiter und Freund der Vielseitigkeit

 

Zur Äußerung einer Meinung zu diesem Thema gehört für mich kein Mut.

Der Wirbel um diese Aussage von Martin Plewa verdeckt ganz klar die Tatsache, dass bei den letzten fünf Unfällen vor Herrn Graf (u.a. Chiacchia, Vietor…) KEINE Amateure betroffen waren, sondern erfahrene Vollprofis. Gehören die vielleicht auch nicht in diesen Sport? Wer denn?

Und da die meisten dieser Unfälle ja gar nicht zu Ende der Strecken passierten, kann man das auch nicht mit konditionellen Problemen erklären. Wenngleich ich einen Kommentar zum ausgelaugt wirkenden Windfall unter Darren leider nur bestätigen kann. Das sah nicht mehr gut aus.

Was die BILD-Zeitungs-Kritiken betrifft: weiter so, ein Blatt vor den Mund nehmen können andere!

Wiebke Schueller       

 

Ich kannte Franz Graf von Anbeginn meiner turnierreiterlichen Laufbahn an, was inzwischen 18 Jahre her ist. Er war ein Mensch, der viele "Ecken und Kanten" hatte - und dadurch auch sicherlich nicht jedermanns Freund, aber das sollte in diesem Fall eigentlich eben nichts zur Sache tun...!

Tatsache aber ist - und das ist das Wesentlichste - daß Franz Graf auf dem Level einer österreichischen nationalen L* Prüfung, die noch dazu als erste Prüfung im Jahr sehr einladend gebaut war - bei optimalen Witterungsverhältnissen und ebenem Terrain - mit einem Pferd, das auf diesem Level schon erfahren ist, absolut nicht als zu schwach oder unerfahren bezeichnet werden kann!

Tatsache ist auch, daß Franz mit mehreren Pferden, die erst unter ihm dieses Level erreicht haben, für CCI*** qualifiziert war und eine ganze Menge "qualifying results" bis CIC***-W gebracht hat... also, ganz so ein schwacher Reiter kann er damit ja wohl kaum gewesen sein!

Franz hat den Sport sehr ernst genommen, sehr viel - und nicht nur Geld, sondern vor allem - persönlichen Einsatz geleistet, um diesen so professionell wie möglich auszuüben, und er war damit den meisten der österreichischen Reiter - auch Top-Reiter - weit voraus. Er hatte die letzten Jahre die Möglichkeit, wie viele andere von uns nicht, sich ausschließlich dem Sport und der dazugehörenden Vorbereitung zu widmen - und er hat das auch getan - mit u.a. Erfolgen in Spezialspringen bis Kl M.

Wir alle, die wir diesen Sport betreiben und lieben, wissen ob der Gefahren, die er mit sich bringt, und auch, daß sich leider schon eine ganze Menge sehr routinierter Reiter in kleineren und größeren Prüfungen schwerst verletzt haben und schlimmer...

Letztlich war es ein sehr, sehr tragischer Unfall, der passiert ist, nicht aufgrund mangelndes Könnens, irgendeines Leichtsinns oder schlechter Vorbereitung... ein Unfall, wie er leider schon oft passiert ist und vermutlich immer wieder passieren wird, solange es den Sport in dieser Form gibt - und das kann niemand wegdiskutieren oder verhindern.

Vielleicht gibt es Reiter, die in diesem Sport "nichts verloren haben", wer auch immer sich anmaßen möge, das zu beurteilen, aber Franz gehörte nicht dazu - das weiß jeder, der ihn kannte und nicht nur Dressurergebnisse einzelner seiner Pferde sah, denn es gab auch durchaus Pferde, mit denen er international Dressuren gewonnen hat!

Wenn es scheinbar so ungeklärt ist, was Herr Plewa wie und in welchem Zusammenhang gesagt hat, kann ich nicht verstehen, warum er sich selbst nicht dazu äußert... es muß ihm doch ein Anliegen sein, eine so herzensböse Aussage zu dementieren, wenn er sie nicht so gemeint oder gar gesagt hat!

Zur klaren Übersetzung: Das ist eine Einladung an Sie, Herr Plewa, falls man Sie falsch wiedergegeben haben sollte!

Margit Appelt

 

Unbestritten ist, dass Martin Plewa ein außerordentlicher Fachmann ist. Unbestritten dürfte auch sein, dass man von einer Aussage nicht auf die Persönlichkeit eines Menschen schließen kann. Damit erübrigt sich eine Diskussion um den Fachmann und um den Menschen Martin Plewa im Allgemeinen.

Sprechen muss man allerdings über die Worte, mit denen Martin Plewa zitiert wird. Und man muss dabei anerkennen, dass der zitierte Satz für sich allein eine Aussage und eine Wirkung hat - ungeachtet dessen, was im gleichen Zusammenhang möglicherweise noch gesagt worden ist. Eine Bemerkung, jemand habe irgendwo nichts verloren, hat nun einmal die eindeutige Aussage, dass die gemeinte Person am betreffenden Ort in keinerlei Art und Weise erwünscht sei. Eine solche Aussage wirkt aus der Perspektive der gemeinten Person in jedem Fall überheblich; ganz gleich, in welcher noch so guten Absicht sie steht. Eine solche Aussage, selbst aus "berufenem Munde", sollte daher generell vermieden werden.

Steht eine solche Aussage noch dazu im Zusammenhang mit einem Todesfall, ist es nur verständlich, dass sich Angehörige und Freunde des Opfers angegriffen fühlen. Dies hat Martin Plewa im entscheidenden Moment offensichtlich nicht bedacht und an dieser Stelle das erforderliche Einfühlungsvermögen vermissen lassen.

Eigentlich, denke ich, also ein unnötiger Fehler, der leider passiert ist.Natürlich geht es Martin Plewa um die Sache; darum, dass das Möglichste für eine gute Ausbildung von Pferd und Reiter getan wird, die auch beinhaltet, dass der Reiter lernt, seine eigenen Fähigkeiten und die seines Pferdes zutreffend einzuschätzen. Dennoch darf es nicht passieren, dass man in einer solchen Situation solche Worte fallen lässt - ob gewollt oder nicht, ob inhaltlich berechtigt oder nicht.

Unangebracht ist es allerdings genauso, in unsachlicher und spekulativer Art und Weise mit der zitierten Äußerung umzugehen, denn das ist meiner Meinung nach viel unerträglicher als eine wohl unüberlegte Formulierung zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt.

Jens Hölscher

 

Dem Kommentar von Wolf-Dietrich Nahr kann ich mich nur anschließen. Bei aller Trauer um unseren Reiterfreund Franz Graf und alle anderen Unfallopfern frage ich mich aber auch, warum gerade in unserem Sport(nein, Herr Plewa : nicht in Ihrem, was immer das sein mag, sondern in unserem!) jedes Mal, wenn ein Unfall passiert, eine Art Massenhysterie ausbricht.

In Österreich (und überall, wo Ski gefahren wird) sterben jeden Winter – noch einmal, so traurig und tragisch das auch ist! – viele Menschen bei der Ausübung des Skisports, hunderte werden zum Teil schwerst verletzt. Noch mehr gilt das für Motorradfahrer, Bergsteiger, etc. Die “Halbschuhtouristen“, die unsere Bergrettung jeden Sommer aus den Felswänden holt, sind Legion.

 Wir Buschreiter sind im Vergleich sehr gut für unseren Sport ausgebildet (Lizenzen, Qualifikationen, etc. sorgen dafür) und auch ausgerüstet : Helm, Schutzweste , vielleicht sollte man auch noch Halskrause zur Pflicht machen…wir kennen das Risiko unseres Sports, wir versuchen ständig, die Bedingungen zu verbessern (vor allem auch im Interesse der Pferde) , aber wir wissen, dass unser Sport gefährlicher ist als Federball-spielen. Wir lieben ihn trotzdem, und irgendwie hab ich es sehr satt, ständig von selbsternannten Sicherheitsaposteln belehrt zu werden, was ich wann tun darf und was nicht. Ich bin großjährig, meiner Sinne mächtig, und wenn ich ein Risiko eingehe, ist das meine Sache .

Und auch auf die Gefahr hin , dass ich im Sport des Herrn Plewa nichts verloren habe, freue ich mich aufs nächste Turnier in unserem Sport.

DDr.Christa Fries,Österreich

 

Sehr geehrtes Buschreiter-Team, endlich kommt auch Martin Plewa zu Wort. Bei www.4eventing.de kann man nachlesen, wie es zu dem viel zitierten Satz kam.

Ich muss sagen, der Einzige, der hier die Würde eines Einzelnen verletzt, ist derjenige, der unsachgemäß zitiert und Feindseeligkeiten anzettelt. Da haben Sie Herrn Graf einen schlechten Dienst erwiesen. Ich bin gespannt, ob Sie Ihr Wort halten und alle zugesandten Meinungen veröffentlichen.

Alexander Linger

Anmerkung der Redaktion: Entgegen der Darstellung des Lesers ist sehr wohl sachgemäß zitiert worden. Er fällt der verwirrenden Berichterstattung der von ihm angegebenen Internetseite zum Opfer. Die dort verbreitete Darstellung ist in mehreren Punkten falsch (siehe buschreiter-Dokumentation).

 

Lieber Herr Nahr, ich bin ein großer Fan von Buchreiter.de und verfolge die Seiten über die Sicherheit im Busch. Das Thema Alter wurde noch nie angesprochen. Leider jetzt. Mit 61  Jahren sollte man sich nicht mit jungen sportlichen Reitern messen. Herr Plewa hat mit seinen Kommentar nicht unrecht. Viele ältere Reiter haben die Möglichkeit, alles zu kaufen, leider nicht die Jugend.

Michael Eckart

 

 

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