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Drei-Sterne-Sieg in Pardubice: Kai-Steffen Meier und TSF Karascada M (Originalfoto aus Pardubice: draku)

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Alfred Bierlein und Glendale zeigten ihre Drei-Sterne-Qualität, und das in einem Cross, das es durchaus in sich hatte.

Pardubice 2008: CICO***/CCI**/CIC*

Meier und Karascada räumen die drei Sterne ab

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Die Alpenrepublikaner und die deutschen Eventer dominierten den Drei-Sterne-CICO im tschechischen Pardubice: Acht der Top-Zehn kommen aus den beiden genannten Ländern. Kai-Steffen Meier und TSF Karascada M sind nicht wirklich Überraschungssieger der Drei-Sterne-Prüfung (buschreiter-Porträt).

Die Plätze 2 und 3 machten Mareike Daut/Feldmarshall und Janet Wiesner/Horstfeldes Libero unter sich aus. Harald Siegl und der unverwüstliche Nebenwerfer waren das bestplatzierte österreichische Paar (4.), gefolgt von Anna Junkmann und Cancun. In die Phalanx der Top Ten brachen nur die beiden Italiener Luisa Palli/Axia II (6.) und Roberto Riganelli/Futre (10.) ein. Vor letzteren schoben sich Alfred Bierlein und Glendale (7.), Martin Drescher/Surprise (8.) und Margit Appelt/Off Limits (9.).

24 Paare blieben am Ende in der Wertung. Die Olympiareservistin Beeke Kaack kam mit Sinjang aus dem Cross mit Zeitfehlern und 60 Punkten zurück (Platz 21). Ergebnisse Drei-Sterne

Ein offizielles Nationenpreis-Ergebnis lag auch am späten Sonntag abend noch nicht vor. Aber nach buschreiter-Recherchen gab es in der Teamwertung einen Doppelerfolg der deutschen Eventer: Der Sieg ging an Deutschland I: Kai-Steffen Meier, Beecke Kaack, Anna Junkmann und Janet Wiesner mit den genannten Pferden. Deutschland II belegte den 2. Platz: Martin Drescher/Surprise, Nico Schmidt/Aristocrat xx, Alfred Bierlein/Glendale und Robert Sirch/Ballymakenny. Platz 3 ging an die Alpenrepublikaner: Harald Siegl/Nebelwerfer, Margit Appelt/Off Limits und Andreas Riedl/Well Done.

Die Drei-Sterne-Geländestrecke erwies sich hoch selektiv:Bei 24 Paaren in der Wertung gaben 21 Reiter und Pferde auf oder wurden disqualifiziert. Nach Beobachterangaben lässt sich diese außergewöhnliche Ausfallquote eher nicht der mangelnden Qualität der Paare zuschreiben. Vielmehr stellte das Spektrum der Hindernisse besondere Anforderungen an die Vielseitigkeitsreiter: Manches Paar hatte offenbar mit den teils mächtigen Rennbahnhecken – auch aus der berüchtigten Steeplechase von Pardubice – und offenen Gräben so seine liebe Not. Jüngere Eventer konnten nicht auf eigene Rennbahnerfahrung zurückgreifen. Für einige Reiter waren denn die satt gesteckten Bürsten etwas furchteinflößend.

Auch die Dramaturgie der drei Geländestrecken hielt zwar keine echten Klippen bereit, war aber nicht ganz unproblematisch: Sehr früh jeweils im ersten Viertel des Cross tauchte ein durchaus sehr technischer Komplex in einem Waldstück auf, der manche Verweigerung erzeugte. Danach war eine weit auf zwei Galoppsprünge zu absolvierende Doppelhecke platziert. Manches Pferd kam durch diese Abfolge etwas aus dem Konzept.

In der langen Zwei-Sterne-Prüfung konnte von einer deutsch-österreichischen Dominenz keine Rede mehr sein. Der Sieg ging an Frencessco Amione/Kursus du Granitis (Italien), welcher seinem Dressurergebnis von 56.4 nur noch einen einzigen Zeitfehler im Cross hinzufügte. Beste deutsche Reiterin war Stephanie Wyrwoll mit Midnight Blue an Rang 6 von 21 Paaren in der Wertung, vor Daniel Dunst/Miami Forever (Österreich). Mareike Daut kam mit Feldstern auf den 9. Platz. Ergebnisse Zwei-Sterne

Der Ein-Sterne-Sieg ging an den Österreicher Markus Liebmann im Sattel von Lucky One. Bestes deutsches Paar war Julia Fellhauer/Poupee de Cire (3.).Platz 6 blieb Janet Wiesner mit Golden Joy vorbehalten. Oliver Weidt ritt seinen zweimaligen Bundeschampionatsteilnehmer Pirelli Take Off an Rang 8. Ergebnisse Ein-Sterne

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Bestes deutsches Paar in der Zwei-Sterne-Prüfung: Stephanie Wyrwoll und Midnight Blue (Fotos: draku)

Lesermeinungen

Vielseitigkeit gab es am Wochenende nicht nur in Pardubice, sondern auch in Cavertitz – früher Schauplatz von internationalen Drei-Sterne-Prüfungen. Zu der sächsischen Amazone Janet Wiesner und der sächsischen Szene erreicht buschreiter.de folgende Zuschrift:

Hocherfreut konnte ich dieses schöne Porträt über die unbestrittene Nr. 1 in der sächsischen Vielseitigkeitsszene, Janet Wiesner, lesen.  Speziell der Vielseitigkeitssport entwickelt sich in Sachsen explosiv, ich bin gerade erst zurück aus Cavertitz und konnte hier Vielseitigkeitssport mit hochveranlagten jungen Pferden auf Spitzenniveau sehen. Ich glaube jedes Bundesland würde voller Stolz diese Entwicklung registrieren, und es schaut so aus als könnte Sachsen in den nächsten 5 bis 8 Jahren gerade im Vielseitigkeitssport in das Spitzenfeld in Deutschland gelangen und sich da festsetzen.

Dass diese Entwicklung so möglich war und ist, muss unbedingt einer Janet Wiesner ins Stammbuch geschrieben werden. Viele Jahre ritt Janet relativ einsam auf hohem Niveau im sächsischen Vielseitigkeitssport, jetzt ist da doch so einiges nachgewachsen, und der "Eisberg" ist an der Spitze nun nicht mehr so "dünn", es ist ein eher runder Berg geworden.

Es war ein Genuss, an diesem Wochenende in Cavertitz zum Sächsisch-Thüringischen & Süddeutschen Vielseitigkeitspferde Championat Zuschauer sein zu dürfen. Der Kampf um die begehrten Siege in den einzelnen Prüfungen wurde entscheident vom Zweikampf einer Michele Ratzei aus Sachsen und dem Top-Eventer Elmar Lesch geprägt. Beide zeigten eindrucksvoll mit mehreren Pferden, wie schön Vielseitigkeitssport sein kann und dass inzwischen nach unserer Janet Wiesner auch eine ganze Menge "nachkommt". Es wäre noch vor wenigen Jahren unvorstellbar gewesen, dass ein Vielseitigkeitsreiter keine Sigerehrung zu sehen bekommt, wenn er nicht in der Note ab 8,0 bewertet würde, in Cavertitz war dies zu sehen und spricht wohl "Bände" zur Qualität dieser Veranstaltung und den startenden Pferden und Reitern.  

Bereits ein Wochenende zuvor hatte Hagen Simon und seine Truppe in Großwaltersdorf eine Vielseitigkeitsveranstaltung organisiert, die zeigte, dass Sachsen bereit ist, in die Zukunft zu investieren. Ebenso wie in Cavertitz wurden für Reiter/Pferde und Zuschauer Top-Bedingungen geschaffen, beginnend am Parkplatz mit freundlichem Personal, freier Eintritt, informative und eindeutige Moderation und geradezu familiärer Service über Essen und Trinken bis hin zur Starterliste und Geländeskizze.

Als regelmäßiger Luhmühlen- und Kreuth-Besucher muss ich hier sowohl Großwaltersdorf als auch Cavertitz bescheinigen, "auf dem richtigen Weg" zu sein! So werden es die Sachsen gemeinsam mit den Thüringern schaffen, zahlreiche talentierte junge Reiterinnen/-Reiter haben junge und vielversprechende Pferde vorgestellt und mir das Gefühl gegeben, dass erstmals auch eine entsprechende Breite für diesen Sport wächst und dass bewährte und erprobte Veranstalter bereit sind, neue Wege zu gehen. Bei dieser Entwicklung ist es nur eine Frage der Zeit bis die Sachsen und Thüringer wieder einmal einen Olympioniken stellen werden, Janet Wiesner ist bereits sehr dicht an diesem großen Ziel angekommen, viele Jahre im Alleingang, inzwischen wächst hier ein Fundament - ich freu mich drauf.....!

Ich wünsche mir, dass die Funktionäre im sächsisch&thüringischen Pferdesport erkennen, dass hier in der Vielseitigkeit speziell für Sachsen und Thüringen die große Chance besteht, aus dem Tal der Mittelmäßigkeit im Pferdesport in den deutschen Spitzensport zu gelangen. Deutscher Spitzensport heißt hier in der Vielseitigkeit auch nicht zuletzt, europäische Spitze und Anschluss an die Weltspitze. Zu glauben, dass wäre im Springen und in der Dressur in absehbarer Zeit möglich, würde bundesweites "Lachen" nach sich ziehen.  Hals und Beinbruch   J. Lindner

PS: Die Vielseitigkeitszene in Deutschland wird sich in den kommenden Jahren neben unserer Janet Wiesner auch an Namen wie Peter Bobke, Michele Radzei, Antje Schöniger, Anne Schulz und weitere Überraschungen gewöhnen müssen,  da wächst was nach...

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